Der Gottesdienst in den Zeiten der Schweinegrippe

November 13, 2009

Habe gestern die Absage einer Veranstaltung aus einer Gemeinde erhalten, die in einem von Schweinegrippe betroffenen Gebiet liegt. Und muss mir gestehen: Ich habe mir noch gar keine Gedanken darüber gemacht, wie ich hier verfahren würde, was Treffen und Veranstaltungen der Gemeinde anbelangen würde. Vor allem das Abendmahl birgt im Falle eines Falles (wenn auch geringe) Ansteckungsgefahr.

Meine katholischen Geschwister sind da einen Schritt weiter, wie scipio bemerkt:

hostienspenderDa gibt es ein kleines Gerät zum Spenden der Hostie, mittels dessen Berührung zwischen Geber und Empfänger vermieden wird. Und niemand außer mir selbst muss das Brot mit den Fingern anfassen. Ebenso der „Rapid-Fill“ (Schnellbefüllungs)-einzelkelch-Behälter.

Gut, wir in der Gemeinde verwenden auch Einzelkelche. Und ich muss gestehen, dass ich mich nur sehr schwer an die Dinger gewöhnen kann (hatte Jesus nicht gesagt, wir sollen alle aus dem einen Kelch trinken?). Irgendwie sieht das immer so aus, als würde die Gemeinde sich kollektiv einen Kurzen genehmigen. Naja.

Was ist sonst zu beachten? Vielleicht sollte man sich mit Händeschütteln zurückhalten, nichts sagen, was zu viele Zischlaute enthält (Gefahr der Tröpfcheninfektion) und die Stühle im Gottesdienst etwas weiter auseinander stellen?

saftspenderMir scheint dieses ganze Schweinegrippe-Getue etwas hysterisch zu sein. Vielleicht bin ich da zu uninformiert und zu unbedarft, aber könnte es nicht auch sein, dass das Ganze etwas aufgeblasen wird, um einigen Pharmafirmen Aufträge zu bescheren? Die verdienen nämlich ganz gut an der Sache.

Einstweilen feiern wir hier weiter Gottesdienst und harren der Dinge, die da kommen werden…


folgen

November 10, 2009

spaten„Du kannst das Leben nicht verlängern noch verbreitern, nur vertiefen.“ Gorch Fock

Ich werde mich im Laufe der kommenden Zeit, bedingt durch ein Projekt in unserer Gemeinde im nächsten Jahr, viel mit dem Thema „Jüngerschaft“ beschäftigen. Das hat mehrere Gründe: Zum einen, weil das ja nun der Auftrag der Gemeinde ist: Menschen zu Jüngern zu machen (Matth. 28,19). Das heißt: Sie im Glauben anzuleiten, ihnen vorzuleben und beizubringen, wie Christsein im Alltag aussehen kann. Das fordert Geduld, Langmut und die Bereitschaft, sich nach Rückschlägen wieder zurecht helfen zu lassen.

Warum ist das wichtig? Weil ich denke, dass man sich in meinem Berufsstand oft mit Dingen rumschlägt, die eine Folge davon sind, dass eben doch das alte Leben mit frommem Anstrich weitergelebt wird, wo Jesus im Leben von Menschen nicht den entsprechenden Raum gewinnt. Und das sage ich nicht als Urteilender, das sage ich, weil ich es aus dem eigenen Leben kenne und auch immer wieder beobachten kann. Menschen, die Christen sind, die sich auch einsetzen fürs Reich Gottes – ob allein oder im Rahmen einer Gemeinde – aber wo sich im eigenen Leben wenig bis nix tut.

Zum anderen, weil ich es grundsätzlich immer für sinnvoll halte, sich Gottes Wort auszuliefern, es zu lesen, es durchzukauen (natürlich im übertragenen Sinne zu verstehen – Psalm 1 – „nachsinnen“); Gott selbst reden zu lassen in seinem Wort und im hörenden Gebet.

Bevor ich nun anfange, bestimmte Modelle durchzukauen, die mir sagen, wie mein Glaube auszusehen hat (und wie ich in einer bestimmten Anzahl festgelegter Arbeitsschritte dahin komme…), halte ich es für sinnvoll, sich selbst einmal wieder intensiv mit dem Wort Gottes zu beschäftigen. Und zwar von den Basics ausgehend.

Ich habe mir einige Jüngerschaftskurse/-projekte schon mal angesehen, die waren alle eigentlich auch ganz gut, aber keiner so richtig auf unsere Gemeinde zugeschnitten (klar – wie denn auch?). Deshalb werde ich die Einheiten selbst gestalten, mit viel inspirativer Hilfe von außen und (hoffentlich) von oben.

Eine Frage: Wenn Du den Begriff „Jüngerschaft“ hörst, was fällt Dir dazu spontan ein? Gibt es Bereiche/Themen, die für Dich besonders wichtig sind? Bin jederzeit dankbar für verwertbaren Input!


Der Winter kann kommen!

November 10, 2009

ofenWir haben vor zwei Wochen einen Kaminofen geliefert bekommen, den wir im Spätsommer bestellt hatten. Da das Haus, in dem wir jetzt wohnen, in den 60er Jahren erbaut wurde, ist der Hauskamin mit 3 Zügen nicht innen mit Schamottstein verkleidet. Das bedeutete, dass ich den Ofen selbst installieren konnte und dafür keinen teuren Ofensetzer anmarschieren lassen musste – und dass wir keinen Edelstahlkamin anbringen mussten. Das hätte uns zum einen vermutlich der Vermieter nicht gestattet, zum anderen sind die Dinger i.d.R. teurer als die Öfen selbst.

Gesagt, getan: Ein Loch in den Kamin gebohrt und gehauen, Anschlussstück rein, Lücken mit Mörtel gefüllt, vom Kaminfeger abgenommen. Feuer Frei! Seither brennt das Ding jeden Tag bei uns, man bekommt ruckzuck die Butze warm, und der Fernseher bleibt seltsamerweise häufiger aus. Der Ofen hat etwas unheimlich beruhigendes.

Nun ja, da wir auch noch einen schönen Korbschaukelstuhl haben, kann es meinetwegen draußen in Strömen schütten, ein noch so kalter Wind pfeifen oder alles hartgefrieren – einfach den Ofen anmachen, einen Tee oder guten Kaffee oder Glühwein zurechtmachen und sich mit einem guten Buch in den Schaukelstuhl niederlassen – das ist an Wohlfühlfaktor schwer zu überbieten… :-D


Wenn Gott Deutscher wäre…

Oktober 28, 2009

Bei Maria Magdalena aufgegabelt. Zu geil, um es nicht zu bloggen.

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Hasta la (Windows) Vista

Oktober 27, 2009

Ihr habt’s gemerkt: Windows 7 ist mittlerweile erhältlich und löst Windows Vista ab. Und Microsoft versichert, dass diese Windows-Version keines der Probleme ihrer Vorgängerversionen haben wird… irgendwie ein Dejá Vu …

Ich muss gestehen, dass ich auch einen PC (Vista) habe. Und dass ich gerne einen Mac hätte (habe als Ex-Grafiker schon mit Macs gearbeitet und weiß, wie viel leistungsfähiger sie sind…), dass mich der Kostenfaktor aber immer abgeschreckt hat. Es geht nicht nur um den Anschaffungspreis, sondern auch um den Preis für die ganze Software, die ich erneuern müsste … gerade im Bereich Grafik könnte das teuer werden (Wobei, wenn ichs recht bedenke, auch die Anschaffung von Vista teuer war … mehr als die Hälfte der Treiber für Peripheriegeräte funzte nicht und musste upgedatet werden … und den Drucker konnte ich mir gleich neu kaufen…)

Also: Ein Mac wird vorerst noch Zukunftsmusik bei mir bleiben. So lange schaue ich mir die Mac-Ads an und amüsiere mich…


Gemeindezucht oder Gemeindekorrektur

Oktober 15, 2009

Derzeit sind einige interessante Posts zum Thema Gemeindezucht im Umlauf, sehr zu empfehlen sind die Artikel von Dirk und vom Wegbegleiter Christof. Sehr empfehlenswert zu lesen, und da muss ich inhaltlich eigentlich nichts hinzufügen.

Mich beschäftigt das Thema auch immer wieder. Zum einen stört mich das Wort „Gemeindezucht“, weil es eben nicht darum geht, jemanden zu züchtigen (schon klar, das Wort wurde vor 50 Jahren noch ganz anders verstanden…), sondern jemanden zurück auf den richtigen Weg zu bringen, im positiven Sinne zurecht zu weisen. Deshalb ziehe ich das Wort „Gemeindekorrektur“ vor. Ist allerdings noch kein etablierter Begriff im Gemeindesprech.

Wie gesagt, bei Gemeindekorrektur geht es in erster Linie darum, jemanden, der in Sünde gefallen ist, wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Durch ein Gespräch unter vier Augen, durch ein Gespräch mit mehreren, durch Gespräche mit der Leitung der Gemeinde, durch viel Gebet und wie auch immer geartete Unterstützung (die aber nicht die Sünde unterstützen soll…). Am Ende der Kette steht irgendwann der Ausschluss aus der Gemeinde, der Entzug der Gemeinschaft.

sackgasseZur Zeit der ersten Christen hatte das harte Folgen: Wen auch immer das traf, der stand „draußen“. In geistlicher Dunkelheit. Der nahm nicht mehr an den Zusammenkünften der Gemeinde teil, war vom Abendmahl und überhaupt von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Das war hart, gerade nachdem man Jesus im Rahmen der Gemeinde erlebt hatte. Der Ausschluss aus der Gemeinde wurde quasi als letztes Mittel der Seelsorge verstanden, um durch den Entzug der Gemeinschaft deutlich zu machen, was der Betreffende im Begriff war, aufs Spiel zu setzen.

2000 Jahre später sieht das etwas anders aus: Kommt es tatsächlich zum Ausschluss aus der Gemeinde, zuckt der Betreffende häufig mit den Schultern und geht halt in die nächste Gemeinde (Auswahl gibt es, zumindest in den Städten, ja genug). Der seelsorgerliche Effekt ist eher begrenzt, und man landet dann doch beim „Rausschmiss“. Was in den Gesprächen auch zu folgendem „Friss-oder-stirb“-Argument führt: „Entweder die Gemeinde akzeptiert, wie ich lebe, oder ich mach mich vom Acker…“

Klar, ein Ziel der Gemeindekorrektur, soweit sie bis zum Ausschluss aus der Gemeinde geht, ist ja auch, Schaden von der Gemeinde abzuwenden, der durch geduldetes Verhalten entsteht, das dem Wort Gottes offensichtlich widerspricht.

Trotzdem: Ich würde mir doch wünschen, dass wir den „Sünder“ irgendwie mental und geistlich erreichen und zum Umdenken bewegen können. Das ist auch schon geschehen, aber es ist – leider – die Ausnahme …


Wie umögliches möglich wird

Oktober 14, 2009
Eingangsportal der Synagoge in Strasbourg/Fr.

Eingangsportal der Synagoge in Strasbourg/Fr.

Tja, von wegen häufiger bloggen … ich sollte mit solchen Versprechen vorsichtig sein. Meine Frau und ich sind gerade mitten in den Nachwirkungen des Umzugs, das Haus ist noch nicht ganz fertig eingerichtet und so peu á peu geht es vorwärts. Am Montag wird unser neuer Kaminofen angeliefert, was den Winter zu einer noch schöneren Jahreszeit machen dürfte. Trotzdem kämpfe ich mich auf geistlicher Ebene gerade durch eine Zeit von Verzagtheit und Selbstzweifel.

Und da blieb ich heute morgen bei der Vorbereitung auf die nächste Predigt am Predigttext für nächsten Sonntag hängen. Das sind Worte an Serubbabel, den Sohn Scheltaliels, dem Statthalter von Juda. Der lebte zur Zeit der sog. „Jerusalemer Restauration“, der Rückkehr der Israeliten aus dem Exil in Babylonien. Eine Mammutaufgabe. Und an den geht das Wort des Propheten Sacharja:

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth (Sacharja 4,6)

Ein wunderbarer und ein tröstlicher Satz. Es kommt nicht auf meine Kraft an – wenn das so wäre, wäre ziemlich schnell Sense. Es kommt darauf an, wer ich in Gottes Augen bin. Und darauf, dass Gottes Geist das tun kann, was mir unmöglich scheint.

Ohne das weiter exegetisch ausbohren zu wollen – es ist einfach ein schöner und mutmachender Vers.

(btw: Links oben das Eingangsportal der Synagoge in Strasbourg/Frankreich, auf dem eben dieser Vers geschrieben ist – in Erinnerung an die Frage, wie sich die jüdische Gemeinde in Frankreich nach dem Holocaust wieder zusammenfinden und etablieren sollte…)


Heimsieg!

September 29, 2009

scf tor!Am letzten Sonntag 3:0 gegen Mönchengladbach. Hatte schon befürchtet, dass die Freiburger zuhause gar nicht mehr gewinnen können. Die 3 Punkte sind hochwillkommen und haben dem SC Freiburg einen kleinen Abstand zum Tabellenende verschafft.


Zeit nehmen

September 8, 2009

War am Wochenende zur Diensteinführung eines Freundes als FeG-Pastor hier im Rhein-Main-Gebiet. Die Predigt beim Festgottesdienst hielt Burkhard Theis, Bundessekretär der Region Mitte-West (ok, das ist ein FeG-Insider…). Der hat eine sehr anschauliche Art, zu predigen. An eine Aussage kann ich mich besonders erinnern – gerade im Bezug auf die Zeit (oder den Mangel derselben), die mir oft in vollen Wochen zur Predigtvorbereitung übrig bleibt:

Es gab einmal einen Bischof, der sagte seiner Kirche: „Ich brauche 3 Tage Zeit, um meine Predigten vorzubereiten“. Das ist in unserer Zeit schwer vorstellbar. Aber von Bischof Eusebius von Cäsarea redet man heute noch, während ziemlich viele Hektiker schnell in Vergessenheit gerieten…“

Ich kann mich für die historische Korrektheit der Aussage über Eusebius nicht verbürgen. Aber der Kerngedanke der Aussage ist trotzdem gut und treffend.


Yes, we can!

September 8, 2009

Für alle, die sich schon immer mal gefragt haben, wie Barack Obama zu seinem Slogan kam:

(Bei 0.07 und weiteren…). Mittlerweile dürfte auch bei Barack die Frage „Can we fix it?“ zum Wortschatz dazu gekommen sein…