Handgemachte Musik

Posted Juni 30, 2009 by curioustraveller
Categories: Angehört, Geklaut, Musik

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Auf Credo ut intelligam aufgegabelt: Musik für lange Autofahrten auf der Autobahn bei Sonnenschein (unter anderem). Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich weiß nicht mal, wer Seasick Steve überhaupt ist, aber da fährt selbst einem ausgeprägten Tanzmuffel wie mir das Zucken in die Beinmuskulatur… :-) Was für eine Alternative zur Mucke aus der Klonfabrik, die z.Zt. größtenteils im Radio rauf- und runterspielt…

Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen…

Posted Juni 28, 2009 by curioustraveller
Categories: Angesehen, Glaube

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Werde Anfang September eine Predigt zum Text aus Hiob 1,21 halten. Fand in dem Zusammenhang das folgende Video absolut klasse, habe es auch versucht als MPG-Datei zu erhalten. Das geht leider nicht, da die Rechte der Musik nicht erworben wurden, und das dauert lange… Wie auch immer; einbetten darf ich es, und das mache ich hier:

Geistlich navigieren, Teil 3: Kurskorrektur

Posted Juni 24, 2009 by curioustraveller
Categories: Glaube, Technik & Co.

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kompassTja, über die Art und Weise der Kursbestimmung habe ich eigentlich im letzten Post zu dem Thema so viel geschrieben, dass es da nicht mehr viel zu sagen gibt. Nur auf einen Aspekt möchte ich noch hinweisen. Wenn wir zur See gefahren sind, dann unterschieden wir gewöhnlich zwischen “KdW” und “FdW” einerseits und “KüG” und “FüG” andererseits. Das sind die Abkürzugen für “Kurs/Fahrt durchs Wasser” und “Kurs/Fahrt über Grund”. Das ist heute, im Zeitalter von GPS, nur noch bedingt relevant. In früheren Zeiten konnte das spürbare Auswirkungen haben.

Wenn ein Schiff aufgrund von tagelanger Bewölkung oder Sturm nicht in der Lage war, astronomische Navigation durchzuführen, dann blieb ihm nichts anderes übrig, als Geschwindigkeit und Ruderlage zu dokumentieren und auf der Karte zu vermerken, wo das Schiff denn dann rein theoretisch stehen müsste. Diese imaginäre Position stimmte aber so gut wie nie, da sie dem Versatz durch Strömung und Wind nicht Rechnung trug. Das waren also “Kurs und Fahrt durchs Wasser”.

War nach einigen Tagen wieder richtige Positionsbestimmung möglich, dann ermittelte man den tatsächlichen Eigenstandort und von dort aus den Kurs, den man nehmen musste, um wieder auf den richtigen Generalkurs zu gelangen.

sextantDas, ins Geistliche übertragen, liefert Vorlagen für eine ganze Menge Gedanken. Zum einen, dass zu dem Generalkurs (aufs Reich Gottes hin) eine ganze Menge “Kurse durchs Wasser” gehören können: Jeder von uns ist anderen Einflüssen ausgesetzt, ist mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und vermutlich auch auf ganz unterschiedlichen Lebensschiffen unterwegs. Da ist es eine Illusion, zu glauben, alle könnten exakt denselben Kurs halten. Wichtig ist, dass man den Generalkurs, den Kurs, der zum Reich Gottes als Ziel führt, nicht aus den Augen verliert.

Ein anderer wichtiger Gedanke ist der der Kurskorrektur: Wenn ich merke, dass ich in schwerem Wetter abgedriftet bin, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als einen Kurs festzulegen, der mich wieder auf den richtigen Kurs zurückbringt. Sonst stehe ich irgendwann mitten auf dem offenen Meer und habe keine Ahnung mehr, wie ich denn noch zum Ziel kommen soll.

Das ist im geistlichen Leben keine einfache Übung: Zu erkennen, wenn ich auf dem Holzweg bin und mich zurückzubegeben. Da gehört Demut dazu – wie das Wort schon nahelegt, es enthält den Begriff “Mut”: Der Mut, sich korrigieren zu lassen und nicht verbissen auf dem Holzweg zu bleiben. Sich im besten Sinne “zurechtweisen” zu lassen. Nur wer sich seiner eigenen Unvollkommenheit bewusst ist, seinem Bedürfnis nach Korrektur, und der Tatsache, dass es Zeiten im Leben gibt, in denen man das Steuer nicht mehr in der Hand hat, dem wird es gelingen, in und nach den Stürmen des Lebens immer wieder den “Generalkurs”, den richtigen Weg zu finden

“Herr, zeige mir den richtigen Weg, damit ich in Treue zu dir mein Leben führe! Lass es meine einzige Sorge sein, dich zu ehren und dir zu gehorchen!” (Psalm 86,11)

Evangelikaliban?

Posted Juni 24, 2009 by curioustraveller
Categories: Aktuelles, Gemeinde, Gesellschaft, Glaube, Nachrichten

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Ich nehme mir so einmal die Woche Zeit, mich in Vilbel in ein Café zu trollen, um dort die größeren Nachrichtenmagazine und Zeitungen durchzuforsten. Das ist bei einer Tasse Milchkaffee schön entspannt und vor allem wesentlich billiger, als wenn ich die Zeitschriften abonnieren würde.

Heute morgen also bei einer Tasse Kaffee die Lektüre des aktuellen SPIEGEL. Auf S. 28 der aktuellen Ausgabe findet sich ein Artikel unter der Überschrift “In Gottes Namen”, ein Text über Rita S. und Anita G., die beiden Bibelschülerinnen der Bibelschule Brake, die vergangene Woche im Jemen von extremistischen Muslimen ermordet wurden. Sie waren Mitarbeiterinnen in einem kleinen Krankenhaus in der jemenitischen Provinz Saada, ein Krankenhaus, das von einer niederländischen (so viel ich weiß, christlichen) Hilfsorganisation betrieben wird.

Was mich ärgert, ist der Unterton des Artikels. Der lässt sich in einem Satz etwa so zusammenfassen: “Die fanatischen Bibel-Fundis sind selbst schuld“. Und, nach dem Motto “Wo das Aas liegt, sammeln sich die Geier”, springt auch Eduard Trenkel, der Sektenbeauftragte der Evangelischen Landeskirche in Kurhessen-Waldeck, den SPIEGEL-Autoren zur Seite: Die Wirkung evangelikaler Missionare in ärmeren Ländern, vor allem denen zwischen dem 10. und 40. nördlichen Breitengrad, sei “verheerend”. In der Tat: Als ich 2 Jahre im Ausland war, konnte ich mich mit eigenen Augen von der “verheerenden” Wirkung der Missionare überzeugen: Krankenhäuser, Schulen, Kinderhorte, Agrar-Projekte, Berufsausbildung, bis hin zum Transportwesen – all das waren “verheerende” Beiträge evangelikaler Missionare zum Leben der Bevölkerung vor Ort (und oft waren die Strukturen, die von den Missionen geschaffen worden waren, die einzigen, die im Land überhaupt einwandfrei funktionierten). Möchte gar nicht wissen, wie viele einheimische Jemeniten in diesem Krankenhaus schon “verheert” worden sind.

Joachim Schmidt, Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, legt noch nach: “Viele Missionare hätten ein klares dualistisches Weltbild – für sie teilt sich die Welt in Licht und dunkel”, beklagt er. Ich empfehle ihm dahingehend mal die Lektüre der Evangelien im Neuen Testament.

Würden tatsächlich (wie es in dem Artikel implizit nahegelegt wird) alle evangelikalen Missionare von ihren Einsatzorten abgezogen werden, dann hätte das in einigen Ländern der dritten Welt spürbare negative Folgen. Aber die sind nun mal aus einem Bürosessel in Kassel schwer abzuschätzen.

Nach einigen einleitenden Sätzen holen die SPIEGEL-Autoren den Knüppel aus dem Sack und verklickern den Lesern mal, wie die evangelikale Szene so drauf ist: “Es ist, in Gottes Namen, ein Milieu, dessen Tonfall sich bisweilen nur in Nuancen – Achtung, jetzt kommt’s – von dem fanatischer Muslime unterscheidet.”

Wow! Irgendwie muss ich die Aufrufe zum Töten Andersgläubiger verpasst haben (muss allerdings gestehen, dass ich die letzten Ausgaben von Idea Spektrum auch nicht mehr gelesen habe…). Und, ehrlich gesagt, sind mir auf evangelikalen Kongressen auch noch nicht so viele verschleierte Frauen begegnet. Und, wo wir schon beim Thema Frauen sind: Die meisten, die ich kenne, sind berufstätig, dürfen ohne männliche Begleitung aus dem Haus gehen, wann sie wollen, sich mit Männern unterhalten und Auto fahren. Und, wenn ich das mal so sagen darf, ich habe noch nie erlebt, das fanatische Muslime ein Krankenhaus für Christen gebaut hätten…

Bin ich da zu idealistisch, oder gibt es einen Unterschied zwischen einem Hass auf alles, was anders glaubt, und der Liebe zu den Menschen – die für Christen eben auch beinhaltet, von ihrem Glauben zu erzählen und auf der Grundlage ihres Glaubens zu handeln, ohne dass der Gesprächspartner zu irgendwas gezwungen wird? In den christlichen Hilfswerken, die ich erlebt habe, wurden Menschen ohne Ansehen der sozialen Klasse oder der Religion behandelt.

Eigentlich lohnt es sich nicht, sich über den SPIEGEL zu ärgern. Der ist nun mal keine kirchen- oder glaubensfreundliche Zeitschrift und dieser spezifische Artikel strotzt nur so von Ignoranz und Arroganz gegenüber angeblich geistig minderbemittelten Bibelfundis. Aber mich drängt es, für die Leute zu beten, die auf dem Missionsfeld ihren Mann bzw. ihre Frau stehen, nicht mit dem Holzhammer, sondern mit Werkzeugen, Fahrzeugen, Büchern, medizinischen Instrumenten und ähnlichem – und die sich in ihrem Dienst ganz in Gottes Hand begeben!

Gnade ist unfair!

Posted Juni 20, 2009 by curioustraveller
Categories: Angesehen, Glaube, Jesus

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Enjoy!

Geistlich navigieren, Teil 2: Festlegen des Ziels

Posted Juni 19, 2009 by curioustraveller
Categories: Glaube

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Unbenannt-1 Kopie

 Wo wir gerade bei Beispielen aus der Seefahrt sind, hier zum Thema “Ziel” (oder “Vision”, für die Rick-Warren-Leser…) ein bekannter Ausspruch von Antoine de Saint-Exupéry:

Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um das Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, die Arbeit einzuteilen und Aufgaben zu vergeben, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem endlosen, weiten Meer…” (aus: Der kleine Prinz)

Bei dem Thema “Zielbestimmung” geht es um die Frage: “Wo will ich denn überhaupt hin?” Das ist bei den meisten Schiffen keine Frage, die man nach Gutdünken entscheiden kann, die Ziele sind vorgegeben und die Kurse sind so zu legen, dass so wenig Zeit wie möglich draufgeht. Gerade z.B. bei Tankern und Containerschiffen ist das so. Zeit ist Geld.

Wenn es um das Ziel meines Lebens geht, dann ist es erst mal wichtig, zu fragen: Was könnte ich nennen, wenn ich nach dem Ziel meines Lebens gefragt werde? Wofür lohnt es sich zu leben, was will ich in meinem Leben erreichen und warum?

Warum ist das wichtig? Weil das Ziel, das wir festlegen, den Kurs unseres Lebens bestimmt. Weil das Ziel, das wir im Leben haben, die Antwort auf die Frage gibt, ob wir nur orientierungslos durchs Leben stoffwechseln oder unser Leben einen Antrieb hat. Weil es lebensgefährlich sein kann, sich ohne ein festes Ziel (und, oft damit verbunden, ohne ausreichend nautische Kenntnisse) aufs offene Meer zu wagen…

Und nicht zuletzt, weil ein großes Lebensziel uns hilft, Rückschläge, Herausforderungen und Bewährungsproben unseres Lebens zu meistern und nicht daran zu verzagen. In unserer Gemeinde denken wir gerade gemeinsam über Fragen nach wie “Was ist unser Auftrag in dieser Stadt? Was können wir der Stadt geben? Wo sind unsere Potenziale? Welche Vision möchten wir als Gemeinde entwickeln?”

Dazu habe ich auf einem unserer Gemeindeforen über Nehemia gepredigt (nachzulesen hier). Der muss, zugegebenermaßen gerne für managementorientiertes Leiten als Paradebeispiel herhalten: Er hatte eine Vision für die zerstörte Stadt Jerusalem, er hatte Motivation, fähige Mitarbeiter, Begeisterung, die andere mitgerissen hat und großes Organisationstalent. Was er aber auch hatte – und das kam nicht aus ihm selbst, sondern das hatte er von Gott erhalten: Ein Bild davon, wie aus diesem Haufen von Ruinen eine prächtige Stadt entstehen kann. Und er kam nicht nach Jerusalem, um Schutt wegzuräumen, sondern um eine Stadt zu bauen.

Ein Gedanke, der mich schon länger beschäftigt: Ich sehe oft nur meine eigene Persönlichkeit. Manchmal sehe ich vor allem die Defizite, die Herausforderungen, die Grenzen meiner Kraft. Aber Gott sieht weiter: Er sieht den Menschen in mir, der ich nach seinem Willen sein kann. Und – mal abseits aller frommen “Ich-lebe-ständig-im-Sieg”-Literatur: Er will uns immer mehr in dieses Bild verwandeln. Uns immer mehr vom Ziel der Gemeinschaft mit ihm her denken und handeln lassen.

kompassDabei ist auch zu berücksichtigen, dass ein Kurs zu einem bestimmten Ziel selten schnurgerade verläuft. Das kann viele Gründe haben: 1992 zum Beispiel waren wir mit der Fregatte, auf der ich “diente”, in Norwegen und liefen den Hafen von Haugesund an. Der liegt etwas versteckt in einem Fjord. Hätten wir da von der Nordsee aus einen geraden Kurs geschlagen, dann wären wir ziemlich bald auf Grund gelaufen. Wir mussten also der Wasserstraße folgen, die sich zum Erreichen des Ziels anbot. Weitere Gründe für Ausweichkurse konnten schlechtes Wetter sein, starker Seegang, hoher Verkehr (Kollisionsvermeidung) u.ä. Eigentlich war das ziemlich selten, dass man einen direkten Kurs steuern konnte, ohne zumindest nachzubessern.

Der grundlegende Kurs kann einige Kursänderungen und Ausweichkurse erforderlich machen – von denen es natürlich wichtig ist, immer wieder auf den richtigen zurückzukommen, um das Ziel nicht zu verpassen. Dazu war es wichtig, das Ziel im Blick zu behalten…

“Ich vergesse, was dahinten ist und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus…” (Philipper 3,13+14)

Nicht lächeln!

Posted Juni 6, 2009 by curioustraveller
Categories: Aktuelles, Alltägliches, Gesellschaft, Technik & Co.

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Ich war gestern in einem Fotogeschäft, um mir Passbilder für den neuen Personalausweis machen zu lassen (mein alter läuft gerade ab). Nach Überprüfung der Frisur und des Sitzes des Hemdes setzte ich mich hin, schnitt ein paar Grimassen, um die Gesichtsmuskeln zu lockern und wartete auf das Kommando des Fotografen. Der fragte erst einmal:

 ”Wofür sind denn diese Passbilder?”

“Na, für’n Perso”, war meine etwas irritierte Antwort.

“Also nicht für den Reisepass?” hakte er nach, “da dürfen sie nämlich nicht lächeln!”

“Hä?”

“Echt nicht! Auf einem Passfoto für den Reisepass sollten sie ein möglichst neutrales Gesicht machen, damit das einfacher biometrisch erfassbar ist”.

Da vergeht einem glatt das Lachen…

Bilder aus Spiekeroog

Posted Juni 6, 2009 by curioustraveller
Categories: Nicht kategorisiert

So, nach mehreren misslungenen Versuchen, irgendwie Bilder im brauchbaren Format hochzuladen, probieren wir’s jetzt mal mit der Galeriefunktion. Vielleicht klappt’s ja dieses Mal!

Wenn es klappt, dann schau dir die Bilder an, lehn dich zurück und sei einen Moment ganz ruhig – wenn Du genau hinhörst, wirst Du das Meer rauschen und die Möwen schreien hören… :-)

Geistlich navigieren, Teil 1: Bestimmung des Eigenstandortes

Posted Juni 6, 2009 by curioustraveller
Categories: Gemeinde, Glaube

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nr 6Ich bin in meinem Leben 5 Jahre lang zur See gefahren, 3 Jahre davon auf einem Kriegsschiff der Bundesmarine (hatte mich für 4 Jahre verpflichtet). Eines der Fächer, in denen ich im ersten Jahr ausgebildet wurde, war das Fach “Taktische Navigation”. Da ging es darum, in einem Einsatz möglichst schnell an den erforderlichen Ort zu gelangen; in einer Formation von Schiffen den anderen möglichst nicht über den Haufen zu fahren und auch beim dicksten Nebel in der Lage zu sein, in den Heimathafen einzulaufen.

Was man ganz am Anfang lernt, das ABC sozusagen, ist die Bestimmung eines Kurses. Ein Kurs ist, wenn keine Umwege und multiplen Kursänderungen vorgesehen sind, eine Linie, also eine Verbindung zwischen zwei Punkten. Und wenn ich einen Kurs bestimmen will, dann brauche ich diese Punkte: Den Eigenstandort und das Ziel.

Das gilt nicht nur für nautische Navigation, sondern auch für den Kurs des Lebens, sei es für mich selbst oder auch für eine Gemeinde. Wenn ich kein Ziel für mein Leben habe, nichts, wofür es sich lohnt, jeden Morgen aufzustehen, zu leben und zu arbeiten, dann dümple ich einfach nur so in den Wellen des Alltags herum und frage mich irgendwann: “Wozu das alles?”. Wenn ich nicht weiß, wo ich selbst stehe (oder – auch das kommt vor – es gar nicht wissen will), dann kann es passieren, dass ich ein noch so nobles Ziel nicht erreiche oder auch daran vorbeischieße, weil ich nicht in der Lage war, den richtigen Kurs zu bestimmen.

Selbstreflexion ist etwas, was uns ungemein hilft, im Leben die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Klar, es sollte nicht in Nabelbeschau ausarten, nicht zum endlosen Kreisen um sich selbst führen. Nur zur Standortbestimmung. Wo stehe ich und wo will ich hin?

Ich erlebe immer wieder Zeiten, in denen ich merke, dass Gott etwas mir mir vorhat. Dass er mich dazu ruft, ausgelatschte Pfade zu verlassen, die mich nur im Kreis führen, dass er mich davor bewahren will, dass meine Beziehung zu ihm zur öden Routine wird, die halt irgendwie zum Leben dazugehört. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite ist die, dass ich zwar weiß, dass eben das gut für mich wäre, mich darauf einzulassen, dass ich aber nur schwer mich darauf einlassen kann, Sicherheiten aufzugeben. Oder ein Leben, in dem ich mich eingerichtet habe. Was für ein Zwiespalt: Eigentlich nervt mich die vorhersagbare bürgerliche “Frömmigkeit”, auf der anderen Seite finde ich sie so bequem, dass ich sie nicht aufgeben will, um mit Gott mehr zu erleben. Mist, sowas. Muss wohl so eine Art Geist/Fleisch-Konflikt sein, wie ihn Paulus in Galater 5,17 beschreibt, wenn auch noch nicht auf der Ebene konkreter Handlungen.

Mir kommt immer wieder ein Gedicht (oder Gebet) in den Sinn, das mir vor zwei Jahren eine Bekannte geschickt hat, und das ich “zufälligerweise” während meiner Auszeit in Spiekeroog erhalten habe, auch so eine Gelegenheit zur Eigenstandort-Bestimmung. Es ist ehrlich; es hilft mir, ehrlich vor Gott und mir selbst zu sein und öffnet mir so neu die Tür, die Gnade und Fürsorge Gottes zu erfahren.

Ich hab viel zu lang dicke Masken getragen,
Rollen gespielt, auf Schein gelebt,
viel zu lang den Leerlauf ertragen,
den Schlüssel zum Leben im Sand versteckt.
Gefragt was gefällt,
nicht getan was zählt:
Herr, erbarme dich!

Ich hab viel zu oft die Herzwand verriegelt,
Runden gedreht in der Egobahn,
viel zu oft Seelenrisse gebügelt,
die Haut gerettet so gut ich kann.
Den Weg verstellt,
nicht getan was zählt:
Christus, erbarme dich!

Ich hab viel zu sehr dem Diesseits gehuldigt,
Lichter der Welt ins Herz gehängt,
viel zu sehr mich bestens entschuldigt,
dich und dein Wort ins Abseits gedrängt.
Gesucht was nicht hält,
nicht getan was zählt:
Herr, erbarme dich!

Das mag sich beim ersten Mal nicht aufbauend anhören – und trotzdem tut es gut. Mir zumindest. Denn ich weiß, dass Gott mich nicht wegwirft oder anklagt, sondern dass er mir hilft, von hier aus Ziele zu finden – aber das besprechen wir ein andermal…

Gott beruft nicht immer die Fähigen …

Posted Juni 2, 2009 by curioustraveller
Categories: Gemeinde, Glaube

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… aber er befähigt immer die Berufenen! Dieser Satz, den ich schon zu Anfang meines Glaubenswegs zigmal gehört habe, hat sich mir tief eingeprägt. Sabina schreibt auf ihrem Blog diesen Artikel zum Thema “Berufung”, und es geht um eine Berufung, die mein Sein ändert, nicht nur mein Handeln. (Das Handeln ist Folge des Seins…).

Vor einiger Zeit trafen sich die FeG-Pastoren des Rhein-Main-Gebiets (die treffen sich in regelmäßigen Abständen) hier in Bad Vilbel. Ich hielt die eingehende Kurzandacht (ist immer das “Privileg” des Gastgebers) über die Berufung von Mose.

Ich fand diese Geschichte schon immer faszinierend. Mose, der Ex-Adelige, der Midianiter mit Migrationshintergrund und krimineller Vergangenheit, der in der Fremde eine Heimat und eine Familie gefunden hat, wird von Gott gerufen. Gott hat ihn auserwählt für die gewaltige Aufgabe, das Volk Israel aus der ägyptischen Verbannung zu führen.

Mose will aber nicht. Und er fängt an zu verhandeln: “Wer bist du überhaupt? Wen soll ich bei den Leuten vorstellen” oder “Sie werden mir nicht glauben”. Oder “Ich bin aber kein guter Rhetoriker, was soll der Pharao denken, wenn da einer schüchtern vor ihm rumstammelt?” Und so weiter und so fort, bist er endlich das sagt, was er schon die ganze Zeit sagen wollte: “Herr, such dir besser einen anderen”. Die Verhandlerei geht so lange, bis Gott der Kragen platzt und er “basta!”-mäßig Mose an seine Aufgaben schickt.

Mose sah in seiner Aufgabe vor allem Schwierigkeiten: Die Tatsache, dass er aus Ägypten wegen Mordes verbannt worden war; die Ungewissheit, wer ihn denn da überhaupt schickt; seine fehlende rhetorische Überzeugungskunst bis hin zu der Erkenntnis, dass der Pharao auf die Bitte, mal eben so mit mehreren hunderttausenden von Sklaven die Fliege zu machen, wohl nicht mit einem freundlichen “Na klar!” antworten würde. Ein ganzer Berg von Schwierigkeiten, Unwägbarkeiten und Herausforderungen.

Gott sieht das anders: Er sieht in Mose den Mann, den er aus ihm machen kann und möchte. Er sieht den Anführer des Volkes Israel; den Mann, der mutig genug ist, sich mit dem mächtigsten Mann der Welt in der damaligen Zeit anzulegen. Und den Propheten, von dem es später mal heißen wird, dass nie wieder einer wie er in Israel aufgestanden sei (5. Mose 34,10). Das alles kann aus diesem resignierten Ziegenhirten werden.

In der Wahl der Führungspersönlichkeiten für sein Volk hat Gott in der Tat schon häufiger seltsame Entscheidungen getroffen. Gut, da waren Leute dabei wie z.B. Nehemia, der als Mundschenk des persischen Königs viel an Organisations- und Managementtalent mitbrachte, um die zerstörte Stadt Jerusalem wieder aufzubauen (und der deshalb bei den modernen Leiterkongressen auch immer wieder als Beispiel herhalten muss…). Aber eben auch z.B. einen Simson, der seine Hormone nicht unter Kontrolle hatte. Einen schmächtigen Hirtenjungen names David, der später zum größten König Israels werden sollte (und auch da Momente des Scheiterns erlebte…). Einen Petrus, der in den Evangelien vor allem durch ein schnelles und manchmal unbedachtes Mundwerk auffällt. (Überhaupt war der Jüngerkreis Jesu ein interessantes Anschauungsmodell fürs Thema “Berufung”: Fischer, betrügerische Steuereintreiber, ein Ex-Terrorist… ganz schön bunte Truppe).

Ich denke häufiger mal darüber nach, weil ich in letzter Zeit mich immer mehr frage, ob die Management- und Macher-Orientierung in unseren Leiterschaftsseminaren so richtig ist. Sicher, sie hat schon viele Gemeinden dazu animiert, ihr Potenzial zu entdecken und aus dem Dornröschenschlaf zu erwachen. Sie hat aber auch für einige Gemeindekrisen gesorgt, die sich am Ringen um Einfluss und Bestimmung entzündet haben – da man eben Leuten, die zum Machtmenschen neigen, den roten Teppich ausgeworfen hat. Sie konzentriert sich häufig auf das, was wir tun können und sollen und müssen – und etwas wenig darauf, dass es ja eigentlich Gott selbst ist, der tun will… Ist zumindest mein persönlicher Eindruck; ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, sollte es anders sein…

Ein guter Manager ist noch lange kein geistlicher Leiter. Genausowenig wie ein guter Rhetoriker deswegen schon ein vollmächtiger Prediger ist. Talent ist hilfreich, gar keine Frage, und, auch klar, eine grundlegende Fähigkeit sollte da sein – aber hey, es ist Gott der schenkt, der begabt, der einen an Aufgaben wachsen lässt. Das wünsche ich mir: Den Blick auf das, was Gott aus unseren Gemeinden machen kann und nicht nur auf das, was wir tun können/sollen/müssen.