Bei Maria Magdalena aufgegabelt. Zu geil, um es nicht zu bloggen.

Bei Maria Magdalena aufgegabelt. Zu geil, um es nicht zu bloggen.

Ihr habt’s gemerkt: Windows 7 ist mittlerweile erhältlich und löst Windows Vista ab. Und Microsoft versichert, dass diese Windows-Version keines der Probleme ihrer Vorgängerversionen haben wird… irgendwie ein Dejá Vu …
Ich muss gestehen, dass ich auch einen PC (Vista) habe. Und dass ich gerne einen Mac hätte (habe als Ex-Grafiker schon mit Macs gearbeitet und weiß, wie viel leistungsfähiger sie sind…), dass mich der Kostenfaktor aber immer abgeschreckt hat. Es geht nicht nur um den Anschaffungspreis, sondern auch um den Preis für die ganze Software, die ich erneuern müsste … gerade im Bereich Grafik könnte das teuer werden (Wobei, wenn ichs recht bedenke, auch die Anschaffung von Vista teuer war … mehr als die Hälfte der Treiber für Peripheriegeräte funzte nicht und musste upgedatet werden … und den Drucker konnte ich mir gleich neu kaufen…)
Also: Ein Mac wird vorerst noch Zukunftsmusik bei mir bleiben. So lange schaue ich mir die Mac-Ads an und amüsiere mich…
Derzeit sind einige interessante Posts zum Thema Gemeindezucht im Umlauf, sehr zu empfehlen sind die Artikel von Dirk und vom Wegbegleiter Christof. Sehr empfehlenswert zu lesen, und da muss ich inhaltlich eigentlich nichts hinzufügen.
Mich beschäftigt das Thema auch immer wieder. Zum einen stört mich das Wort „Gemeindezucht“, weil es eben nicht darum geht, jemanden zu züchtigen (schon klar, das Wort wurde vor 50 Jahren noch ganz anders verstanden…), sondern jemanden zurück auf den richtigen Weg zu bringen, im positiven Sinne zurecht zu weisen. Deshalb ziehe ich das Wort „Gemeindekorrektur“ vor. Ist allerdings noch kein etablierter Begriff im Gemeindesprech.
Wie gesagt, bei Gemeindekorrektur geht es in erster Linie darum, jemanden, der in Sünde gefallen ist, wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Durch ein Gespräch unter vier Augen, durch ein Gespräch mit mehreren, durch Gespräche mit der Leitung der Gemeinde, durch viel Gebet und wie auch immer geartete Unterstützung (die aber nicht die Sünde unterstützen soll…). Am Ende der Kette steht irgendwann der Ausschluss aus der Gemeinde, der Entzug der Gemeinschaft.
Zur Zeit der ersten Christen hatte das harte Folgen: Wen auch immer das traf, der stand „draußen“. In geistlicher Dunkelheit. Der nahm nicht mehr an den Zusammenkünften der Gemeinde teil, war vom Abendmahl und überhaupt von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Das war hart, gerade nachdem man Jesus im Rahmen der Gemeinde erlebt hatte. Der Ausschluss aus der Gemeinde wurde quasi als letztes Mittel der Seelsorge verstanden, um durch den Entzug der Gemeinschaft deutlich zu machen, was der Betreffende im Begriff war, aufs Spiel zu setzen.
2000 Jahre später sieht das etwas anders aus: Kommt es tatsächlich zum Ausschluss aus der Gemeinde, zuckt der Betreffende häufig mit den Schultern und geht halt in die nächste Gemeinde (Auswahl gibt es, zumindest in den Städten, ja genug). Der seelsorgerliche Effekt ist eher begrenzt, und man landet dann doch beim „Rausschmiss“. Was in den Gesprächen auch zu folgendem „Friss-oder-stirb“-Argument führt: „Entweder die Gemeinde akzeptiert, wie ich lebe, oder ich mach mich vom Acker…“
Klar, ein Ziel der Gemeindekorrektur, soweit sie bis zum Ausschluss aus der Gemeinde geht, ist ja auch, Schaden von der Gemeinde abzuwenden, der durch geduldetes Verhalten entsteht, das dem Wort Gottes offensichtlich widerspricht.
Trotzdem: Ich würde mir doch wünschen, dass wir den „Sünder“ irgendwie mental und geistlich erreichen und zum Umdenken bewegen können. Das ist auch schon geschehen, aber es ist – leider – die Ausnahme …

Eingangsportal der Synagoge in Strasbourg/Fr.
Tja, von wegen häufiger bloggen … ich sollte mit solchen Versprechen vorsichtig sein. Meine Frau und ich sind gerade mitten in den Nachwirkungen des Umzugs, das Haus ist noch nicht ganz fertig eingerichtet und so peu á peu geht es vorwärts. Am Montag wird unser neuer Kaminofen angeliefert, was den Winter zu einer noch schöneren Jahreszeit machen dürfte. Trotzdem kämpfe ich mich auf geistlicher Ebene gerade durch eine Zeit von Verzagtheit und Selbstzweifel.
Und da blieb ich heute morgen bei der Vorbereitung auf die nächste Predigt am Predigttext für nächsten Sonntag hängen. Das sind Worte an Serubbabel, den Sohn Scheltaliels, dem Statthalter von Juda. Der lebte zur Zeit der sog. „Jerusalemer Restauration“, der Rückkehr der Israeliten aus dem Exil in Babylonien. Eine Mammutaufgabe. Und an den geht das Wort des Propheten Sacharja:
Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth (Sacharja 4,6)
Ein wunderbarer und ein tröstlicher Satz. Es kommt nicht auf meine Kraft an – wenn das so wäre, wäre ziemlich schnell Sense. Es kommt darauf an, wer ich in Gottes Augen bin. Und darauf, dass Gottes Geist das tun kann, was mir unmöglich scheint.
Ohne das weiter exegetisch ausbohren zu wollen – es ist einfach ein schöner und mutmachender Vers.
(btw: Links oben das Eingangsportal der Synagoge in Strasbourg/Frankreich, auf dem eben dieser Vers geschrieben ist – in Erinnerung an die Frage, wie sich die jüdische Gemeinde in Frankreich nach dem Holocaust wieder zusammenfinden und etablieren sollte…)
Am letzten Sonntag 3:0 gegen Mönchengladbach. Hatte schon befürchtet, dass die Freiburger zuhause gar nicht mehr gewinnen können. Die 3 Punkte sind hochwillkommen und haben dem SC Freiburg einen kleinen Abstand zum Tabellenende verschafft.
War am Wochenende zur Diensteinführung eines Freundes als FeG-Pastor hier im Rhein-Main-Gebiet. Die Predigt beim Festgottesdienst hielt Burkhard Theis, Bundessekretär der Region Mitte-West (ok, das ist ein FeG-Insider…). Der hat eine sehr anschauliche Art, zu predigen. An eine Aussage kann ich mich besonders erinnern – gerade im Bezug auf die Zeit (oder den Mangel derselben), die mir oft in vollen Wochen zur Predigtvorbereitung übrig bleibt:
Es gab einmal einen Bischof, der sagte seiner Kirche: „Ich brauche 3 Tage Zeit, um meine Predigten vorzubereiten“. Das ist in unserer Zeit schwer vorstellbar. Aber von Bischof Eusebius von Cäsarea redet man heute noch, während ziemlich viele Hektiker schnell in Vergessenheit gerieten…“
Ich kann mich für die historische Korrektheit der Aussage über Eusebius nicht verbürgen. Aber der Kerngedanke der Aussage ist trotzdem gut und treffend.
Wo wir gerade beim Thema Ökumene waren: Ich begrüße in der Blogroll Tiberius und Scipio, deren Blogs ich schon seit langem verfolge. Beide sind katholisch, und das gerne, aus tiefer Überzeugung und mit großer Freude. Auch wenn wir theologisch über viele Dinge anderer Ansicht sind, fand ich den Austausch immer sehr angenehm und respektvoll – eigentlich so, wie ich mir Ökumene wünsche. Herzlich willkommen!
Vor kurzem traf sich hier in Bad Vilbel noch einmal das Team der Chagall-Woche, um eine Nachbesprechung zu halten. Darin ging es u. a. um die Frage, was wir mit dem erwirtschafteten finanziellen Überschuss machen (ganz richtig: Es ist möglich, eine solche Veranstaltung zu machen und Überschuss zu erzielen – hat uns auch überwältigt…). Nach einigem Nachdenken war es unser einstimmiger Tenor, den der Klostermühle zukommen zu lassen. Das ist die Bibelschule, an der der Referent der Chagall-Woche, Heiner Eberhardt, tätig ist. Nun ist es so gekommen, dass die kath. Kirche hier in Bad Vilbel-Stadt (St. Marien in unserem Stadtteil ist nur eine Filialgemeinde, oder wie es so schön heißt „Seelsorgegebiet“) sich strikt gegen diese Spende an die Klostermühle aussprach und auch ankündigte, das kommende ökumenische Projekte ohne die Beteiligung der kath. Kirche stattfinden werden.
Grundsätzlich könnte ich das verstehen. Käme der Priester auf mich zu und würde den Rückzieher mit den Unterschieden im Kirchenverständnis oder im Eucharistieverständnis begründen oder mit der in protestantischen Kirchen fehlenden Verehrung von Maria oder der Ablehnung des Primates des Papstes, dann hätte ich das zwar bedauert, hätte die Entscheidung aber respektiert. Dass sich das jetzt am Thema „Geld“ aufhängt, finde ich sehr schade.
Ich bin kein Vollblutökumeniker, das muss ich gestehen. Schon allein der Gründungsgottesdienst der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen) gab mir doch einige Kröten zu schlucken (und das nicht nur von katholischer Seite…). Ich bin nicht jemand, der bereit ist, nur um des ökumenischen Zusammenseins willen zentrale Glaubensüberzeugungen oder meine geistliche Identität über Bord zu werfen. Und ich bin auch absolut nicht am Schmollen, weil der Papst meine Gemeinde nicht als vollwertige Kirche bezeichnet. (und, ich füge hinzu: Was theologische Unterschiede anbelangt – die gibt es von mir aus gesehen ebenso zu den ev. Landeskirchen…).
Um bei der katholischen Kirche zu bleiben: Es gibt vieles an dieser Kirche, was mich fasziniert. Gerade an ihren Mitgliedern, die ihren Glauben mit Freude und hingegeben leben. Ich schätze und achte ihren reichen Schatz an Tradition (auch wenn ich theologisch nicht alle Früchte dieser Tradition so teilen kann), und ich habe immer wieder sehr gute Gespräche mit katholischen Geschwistern. Das Lustige ist: die Gespräche sind umso besser, wenn wir unsere Unterschiede klar benennen, sie stehen lassen und uns trotzdem als Geschwister begegnen. Sie sind umso flacher, wenn mein Gegenüber von der „Wir-sind-doch-alle-eins“-Fraktion ist.
Hier in Bad Vilbel-Dortelweil haben wir einige gute Wege gefunden, ökumenisch in Erscheinung zu treten und dabei trotzdem unsere Identität zu bewahren. Die Chagall-Woche, die wir gemeinsam veranstaltet haben war nur ein Beispiel dafür (Im Eingangsbereich waren 3 Infotische aufgebaut, die jedem Besucher die Möglichkeit gaben, sich über die jeweiligen Gemeinden zu informieren…). Und das kam gut an bei den zunehmend entkirchlichten und infolgedessen entchristlichten Menschen hier in der Gegend. Ich bedauere es, dass die katholische Kirche aussteigt, auch wenn ich es akzeptieren muss.
„Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen; nackt werde ich wieder dahin fahren. Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gelobt!“ (Hiob 1,21)
Bin gerade dabei mich auf eine Predigt zu diesem Text aus dem Buch Hiob vorzubereiten (wie ich schon mal erwähnt hatte). Ich muss gestehen, dass ich diesem Buch bis jetzt immer ausgewichen bin, weil ich es für nicht einfach zu predigen halte, will man mit der Kernaussage ehrlich bleiben.
Das Buch enthält einige, sagen wir mal, Unverschämtheiten. Hiob, ein wohlhabender, gutsituierter Mann mit einer großen Familie, der zudem noch sehr gläubig und gottesfürchtig ist, gerät unversehens in unvorstellbares Leid – er verliert in kurzer Zeit fast seine ganze Familie und seinen gesamten Besitz. Und warum das Ganze: Weil Gott und der Satan eine Wette eingegangen sind: Kann ein Mensch auch dann an Gott festhalten, wenn er in Leid gerät, selbst dann, wenn er alles verliert, was ihm lieb und teuer ist? Allein die Vorstellung, dass Gott sich auf so was einlassen könnte, befremdet.
Nun weiß ich, dass man gerade im Buch Hiob, einem sehr alten Buch der Bibel (manche sagen sogar, es sei das älteste überhaupt), vorsichtig sein muss, Dinge wörtlich zu deuten. Das Buch stellt eine Frage, die so alt ist wie der Glaube an Gott selbst: Aus welchem Grund leiden Menschen in dieser Welt und welche Rolle spielt Gott dabei? Stellt das Leid der Menschen nicht die Existenz Gottes in Frage? Die so genannte Theodizee-Frage. Auf die Hiob so gar nicht eingeht; dass Gott existiert, steht bei Hiob nie außer Frage. Die Frage ist vielmehr: Wer ist schuld am Leid Hiobs?
Hiob wird von 3 Freunden besucht, die ihm nacheinander ihre Erklärungsmodelle auf die Frage präsentieren. Alle diese Erklärungen verorten die Schuld am Leid Hiobs mehr oder minder bei ihm selbst. Der erste sagt, dass Gott Hiob für irgendetwas zurechtweist und erzieht. Der zweite meint, Hiobs Kinder hätten sich an Gott versündigt und deshalb wäre die Strafe über sie gekommen. Der dritte sagt: „Ganz klar, es ist Hiobs Sünde selbst, die das Leid über ihn gebracht hat“. Das sind so die gängigen Erklärungsmodelle, auch die christlichen, bei Leid. Schließlich muss das ja irgendwie logisch schlüssig erklärbar sein.
Das Problem, das wir haben, ist, dass es in der Realität eben nicht immer schlüssig zu erklären ist. Was soll ich einem jungen Ehepaar aus unserer Gemeinde sagen, dessen Kind unmittelbar nach langem Kampf um die Lebensfähigkeit des Kindes einige Stunden nach der Geburt stirbt? „Gott will euch damit erziehen?“ oder „Vermutlich habt ihr irgendwo Sünde im Leben?“ oder „Hättet ihr nur genug Glauben, dann wäre das nicht passiert?“ Wenn ich einen dieser Sprüche ziehen würde, dann würde ich vermutlich ein paar aufs Maul bekommen (und das zu recht – das sind allesamt fiese seelsorgerliche Rohrkrepierer).
Mir blieb damals nur, fassungslos daneben zu stehen und zuzugeben, dass ich Gott in der Lage nicht verstehe. Und die Frage nach dem „Warum“ nicht erklären kann. Und hier kommt die zweite „Unverschämtheit“ des Buches Hiob: Als Hiob sich endlich durchringt, Gott zur Rede zu stellen und nach dem „Warum“ zu fragen, bekommt er auf die Frage gar keine Antwort. Stattdessen lässt Gott ihn anhand eindrücklicher Beispiele einen Einblick in die Schöpfermacht Gottes nehmen.
Alles schön und gut, aber wo betrifft mich das? Als unser erstes Kind im Mutterleib verstarb, da war es mir scheißegal, wie groß der Leviathan ist, wo das Meer aufhört und wie die Gämse wirft. Da war nur Trauer da, Leere. Und die Frage nach dem „Warum“, obwohl ich kognitiv wusste, dass es darauf mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Antwort geben wird.
Mittlerweile ist das schon ein paar Jahre her und ich kann es mit Abstand betrachten. Für mich ist ein Schlüsselvers im Buch Hiob die Aussage, die er trifft, nachdem er die Macht Gottes gesehen hat:
Ich kannte dich ja nur vom Hörensagen; jetzt aber hat mein Auge dich geschaut. (Hiob 42,5; Gute Nachricht)
Was macht das für einen Unterschied? Für mich einen großen. So lange ich davon ausgehe, dass es Gottes Aufgabe ist, mir das Leben in dieser Welt so angenehm und problemlos wie möglich zu machen (und das ist eine Haltung, die ich bis jetzt ausschließlich unter Christen in den westlichen Industriestaaten angetroffen habe…), bleibt mir nichts anderes übrig, als mit Gott zu hadern und ihn in die Wüste zu schicken, wenn er meine Erwartungen nicht erfüllt.
Wenn ich dagegen lerne, ihn besser zu verstehen, ihm tiefer zu vertrauen; wenn ich mir der Größe und Macht Gottes bewusst werde – dann habe ich immer noch nicht die Antwort auf alle Fragen, aber ich kenne den, der sie hat. Und ich weiß, dass ich die Antworten eines Tages bekommen werde – falls ich dann überhaupt noch zu fragen beabsichtige.
Ich habe gelernt, dass es in der Welt, in der wir leben, Leid gibt, für das es keine schlüssige Erklärung gibt und keine Antwort auf die Frage nach dem „Warum?“. Allerdings auch, dass Gott da ist und ich in der tiefsten Trauer und dem größten Schmerz nicht verzweifeln muss. Und das ist auf lange Sicht, für mich persönlich zumindest, mehr wert als die Antwort auf die philosophische Frage nach der Existenz von Leid.
Wie gehst Du mit leidvollen Situationen um, gerade im Bezug auf Gott? Würde mich mal interessieren…
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