Wer mag noch Oliven?
April 5, 2008 von curioustraveller
Mein werter Kollege Christof Lenzen, dessen Blog ich regelmäßig lese, hat vor kurzem sein literarisches Erstlingswerk beim Brockhaus-Verlag veröffentlicht. “Glauben genießen” - ich habs noch nicht gelesen, aber das Titelbild lädt mich zumindest zum Genießen ein. Ich liebe mediterranes Essen, kommt bei mir nach indischen Gerichten direkt auf dem zweiten Platz (und ist auch viel einfacher zu kochen .. finde ich!).
Ist ein Buch, das vom Glauben als Genuß schreibt, überhaupt nötig? Auf jeden Fall! Ich habe in meiner Christenlaufbahn schon zu viele Vertreter der Zunft kennengelernt, für die das Christenleben ein einziger Durchmarsch durchs “irdische Jammertal” war, und die daraus die Konsequenz zogen, sich völlig von der Welt zurückzuziehen. In dem Buch - davon gehe ich nach den ersten Berichten aus, die ich von Leuten habe, die es gelesen haben - geht es darum, Gottes gute Gaben dankbar zu genießen, sich zu freuen an dem, was er geschaffen hat. Nicht darum, die Sau rauszulassen, sondern darum, Freude und Zufriedenheit in Gottes Gegenwart zu finden. Das Bild vom Essen kommt dabei nicht ungefähr: Zu Jesu Zeiten bedeutete gemeinsames Essen mehr als nur gleichzeitige Nahrungsaufnahme: Der, mit dem man sich an den Tisch setzte, der genoß das Vertrauen des anderen (man aß oft von einem einzigen Teller bzw. einer Schale - das konnte man eben nur mit Vertrauen dem anderen gegenüber). Das war ein sich-verbinden mit dem anderen.
Genau das hat die Pharisäer so auf die Palme gebracht, wenn Jesus mit den Zöllnern aß. Er snackte nicht nur für den kleinen Hunger zwischendurch, sondern er machte diesen von der Gesellschaft gemiedenen Menschen klar, dass Gott bereit ist, sich mit ihnen an einen Tisch zu setzen.
Ich bin ja mal gespannt auf das Buch!