Geistlich Radfahren lernen
April 15, 2008 von curioustraveller
Ist schon verrückt, wie manchmal zwei Begebenheiten oder Gedanken, die uns widerfahren oder die uns durch den Kopf gehen, sich in demselbigen verknüpfen können. (Schwierig zu verstehen? OK, hier kommt die Erklärung): Am letzten Sonntag hatten wir in der Gemeinde eine Kindersegnung, bei der ein Elternpaar sich für Ihr Kind den Vers aus Psalm 91,11 ausgesucht hatte. Dort steht:
Gott hat seinen Engeln befohlen, dich zu beschützen, wohin du auch gehst. (Gute Nachricht)
Bei dem Vers muss ich immer an die Zeit denken, in der ich Radfahren gelernt habe - ja, daran kann ich mich noch in der Tat erinnern. Ich lernte aus dem Stand heraus - ohne Stützräder - und meine Mutter lief neben mir her, um zu verhindern, dass ich mir allzu oft den Straßenbelag aus der Nähe anschaute. Mir kam das in den Sinn, weil wir gerade dabei sind, für unsere Yasmin zum 4. Geburtstag ein Fahrrad anzuschaffen. Sie wird das, schätze ich mal, schnell lernen - sie ist auf dem Laufrad schon recht flott unterwegs - aber es wird mich die eine oder andere Schrecksekunde kosten, sie war schon mit dem Bobby-Car oft ziemlich riskant unterwegs (die Straße, in der wir wohnen , hat ein ansehnliches Gefälle…).
Gott hat seinen Engeln befohlen, uns zu behüten auf allen Wegen. Das heißt nicht, dass die Straße nie steil oder kurvig werden wird, oder dass wir uns nicht mal ordentlich hinlatzen können. Aber es heißt, dass immer jemand neben mir steht, der bereit ist, mich an der Hand wieder hochzuziehen, mir den Staub von den Klamotten zu klopfen und mich wieder aufs Fahrrad zu setzen. Und mich, wenns nötig sein sollte, zu verbinden. Und der mich so lehrt, auf dem Weg des Lebens zurecht zu kommen. Mag ein banaler Gedanke sein, aber ein ungemein trostreicher…