Mutter(konsum)tag
Mai 6, 2008 von curioustraveller
Am 11. Mai ist Muttertag. Steht in meinem großen Wand-Terminkalender. Heute wurde ich extra von der Discount-Einkaufskette PLUS erneut auf diesen Umstand aufmerksam gemacht. Interessant fand ich, was auf deren Website unter der entsprechenden Rubrik als Muttertagsgeschenke angeboten werden. Da finden sich u.a.:
- Ayurveda- oder Hot-Stone-Massagen (Ok, die kann man immer gebrauchen, nicht nur als Mutter…)
- Ein Golf-Set (falls Mami mal Zeit und Lust zum Golfspielen haben sollte…)
- Ein Crosstrainer
- Eine “Fitness-Stange” (falls jemand Lust auf Pole-Dancing haben sollte…)
- Eine Geige (für die musisch veranlagten)
- Künstlerstaffelei incl. Farben sowie Zeichenblock und Pastellkreide (wie gesagt, für sowas braucht man Zeit…)
- Beauty-Aromabedampfer mit Lupenleuchte (ist nach unzähligen bekackten Babywindeln sicher verständlich…)
Ich habe nichts gegen eine Aufmerksamkeit zum Muttertag. Noch weniger habe ich gegen grundsätzliche Aufmerksamkeit, Respekt und Dankbarkeit gegenüber Müttern. Meine Mutter hatte 3 Söhne, arbeitete im landwirtschaftlichen Familienbetrieb mit und führte den Haushalt. Und dafür bin ich ihr heute noch dankbar.
Nur: wenn ich mir obige Liste anschaue, dann frage ich mich schon: Stehen Mütter auf Geschenke dieser Art, nur um ein “Dankeschön” zu bekommen? Oder ist es vielmehr so, dass der Einzelhandel wieder mal versucht, einen Tag dieser Art zu “hijacken” und ihn in einen Anlass zur Umsatzsteigerung umzuwandeln?
Das muss jede Mutter sicherlich für sich selbst beantworten. Wenn ich das aus der Perspektive eines Vaters sagen darf: Mir ist ein lachendes, herumtollendes Kind, das Spaß hat und im Herzen weiß, dass es geliebt wird, allemal lieber als fette materielle Geschenke. (Ist natürlich eine hypothetische Aussage, denn Vatertag wird bei uns nicht gefeiert. Nicht nur, weil unser Bollerwagen kaputt ist, sondern grundsätzlich nicht). Ich finde es viel wichtiger, ein offenes Herz zu haben als einen offenes Portmonaie.