Probegefahren: Der Peugeot 807

Ok, das sind mal keine tiefschürfenden Gedanken. Aber trotzdem, etwas was mich bzw. uns in der nächsten Zeit beschäftigen wird. Unser fahrbarer Untersatz, ein knapp 15 Jahre alter Peugeot 405 Kombi, wird in den nächsten Monaten aufgrund des weiteren Familienzuwachses zu klein werden. Aus dem Grund schauen wir uns schon mal so allmählich nach einer Familienkutsche um, konkret nach einem 7-Sitzer. (Allein, um neben 5 Insassen noch so was wie Stauraum zu haben…). Im Laufe der kommenden 12 Monate wird sich also fahrzeugtechnisch bei uns was ändern.

Ein bißchen wehmütig stimmt uns das schon: Nicht nur weil unser 405 ein Schnäppchen war (vor 5 Jahren bei einem km-Stand von 87.000 ohne ein Fleckchen Rost und scheckheftgepflegt für sage und schreibe 3000 € gekauft…), sondern weil er auch – bis auf die üblichen Verschleißteile in der Altersklasse – tadellos und mit einem für Autos dieses Alters relativ niedrigen Verbrauch gefahren ist. Vor allem die Fahrt in unseren „Pastorengarten“ auf den Vilbeler Streuobstwiesen, die je nach Wetterlage zur halben Rallye mutieren kann (Schlaglöcher/Staub/Schlamm/Schafsch…. etc.) hat er locker und ohne zu murren weggesteckt. Aber, wie gesagt: Er wird ein bisschen zu eng, die Rückbank ist nicht geeignet für 3 Kindersitze nebeneinander; er kostet doch viel Steuer, weil er nicht der neuesten Schadstofffreiheitsklasse entspricht und und und… Also machen wir uns auf die Suche.

Wir werden uns ganz bestimmt keinen Neuwagen kaufen, zum einen, weil mir das zu teuer ist, zum anderen, weil ich mir nicht unter großem Aufwand einen Wagen kaufen will, der innerhalb kurzer Zeit die Hälfte seines Wertes verliert. Trotzdem werden wir mit einigen Modellen eine Probefahrt beim Händler durchführen, nur, um mal zu sehen, was das einzelne Modell so bietet, wie es sich einstellen lässt, wieviel Platz es hat usw…

Am letzten Montag war also der Peugeot 807 dran, der Van der (aus meiner Sicht) zuverlässigen französischen Autofirma (dass ich französische Autos bevorzuge, hatte ich schon gesagt?).

Der erste Eindruck war natürlich gut. Hört sich vielleicht bescheuert an, aber das erste, was mir positiv auffiel, war die Klimaanlage (hatte ich noch nie eine im Auto). Kommt bei knapp 30° im Schatten richtig gut. Fußraum-Temperatur für Beifahrer und Fahrer ließ sich in unserem Modell getrennt einstellen, ok, das ist eigentlich überflüssiger Luxus, aber trotzdem angenehm. Die Sitze waren auch sehr bequem (bei Peugeot üblich) und intelligent angeordnet. Der Motor (ein Turbodiesel mit immerhin 135 PS) zog so stark an, dass ich beim ersten Runterdrücken des Gaspedals völlig erschrocken bin. Schiebetüren zu beiden Seiten, die sich sehr leicht bedienen lassen, ein übersichtliches Armaturenbrett ohne allzuviel überflüssigen Schnickschnack. Dazu kam eine, wie bei Franzosen üblich, erstklassige Serienausstattung, wobei ich da hinzufügen muss, dass unser Probefahrt-Wagen nicht das Basismodell war. Was mich ein bisschen enttäuscht hat, war entgegen der ersten Wahrnehmung, der Platz. Wenn alle Sitze drin sind, wird es hinten doch etwas eng, um noch was unterzubringen, speziell, wenn man mit sperrigen Dingen wie z.B. Kinderwagen o.ä. unterwegs ist. Ein weiterer Minuspunkt ist die Tatsache, dass sich die Sitze der zweiten Reihe nicht drehen lassen, so, dass sich die Insassen im Fond anschauen können (ok, das ist kein Kaufkriterium, aber trotzdem eine gute Idee, vor allem für lange Fahrten). Und noch ein Minuspunkt: Einge wichtige Armaturen (wie z.B. die Knöpfe für Klimaanlage und Gebläse) sind etwas tief angeordnet, so, dass man für deren Bedienung kurz den Blick von der Straße nehmen muss. Abgesehen davon ist alles in allem der 807 aber schon so was wie unser Favorit.

Nächsten Montag folgt die nächste Fahrt  mit dem in unserer augenblicklichen Gunst schärfsten Konkurrenten des 807, dem Renault Espace. Bin ja mal gespannt, was es da zu berichten gibt. Den Citroen C8 hätte ich mir auch noch vorstellen können, aber ein Bekannter, der beim ADAC als „gelber Engel“ arbeitet, hat mir dringend geraten, die Finger davon zu lassen; das sei wohl eines der Modelle mit der höchsten Pannenhäufigkeit.

Ein schönes Gefühl, viel Zeit zum Abwägen, Nachdenken und Prüfen zu haben. Die werden wir uns auch nehmen und hoffen, dass im Laufe der Zeit mal ein gutes Gebrauchtwagenangebot unseren Weg kreuzt…

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