Manchmal ist mehr drin, als man glaubt

Mitte Februar scheint es zwar etwas unpassend zu sein, auf das letzte Jahr zurückzublicken, aber vorher hat es sich einfach nicht ergeben. Wir waren viel beschäftigt mit Umzug, Einrichten, Eingewöhnen (wobei für die handwerklichen Tätigkeiten mindestens 80% des Lobes an meine Frau gehen muss …), Kinder in KiTa und Schule anmelden, Menschen aus der Gemeinde hier kennenlernen und und und … Zur Zeit sind wir gesundheitlich etwas angeschlagen: Fast alle kämpfen mit Erkältung (verständlich, da sich Nordsibirien gerade mal temporär vom Klima her nach Mitteleuropa verlagert hat …) und ich hatte eine hartnäckige Bronchitis, die ich einfach nicht los wurde. Nach einem Besuch beim Pulmologen stellte sich dann heraus, dass ich Asthma habe – was ich vorher noch gar nicht wusste. (Nach einer Cortisonspritze war alles wieder “auf normal”). Der Kommentar von allerorten: “Da seid ihr ja genau in die richtige Gegend gezogen”. In der Tat – viele Leute, die zur Kur hierher kommen, kommen mit Atemwegsbeschwerden.

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“Euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn darum bittet”. (Matth. 6,8). Das haben wir im vergangenen Jahr mehr als einmal erlebt. Wie wir überhaupt hierher gekommen sind, wie wir unseren Hauskauf finanziell gestemmt bekamen und wie alles, was dafür nötig war, fristgerecht vorhanden war und das aus eigenen Mitteln, bis hin zur Kindergarten- und Schulsituation der Kinder und auch die berufliche Situation meiner Frau. Das Jahr 2011 war ziemlich ereignisreich (bis hin in die heutige Zeit) und es ist uns ein paar mal passiert, dass wir irgendwann abends am Tisch oder auf dem Sofa saßen, uns unterhielten, und nur fassungslos staunen konnten, wie Gott alles ineinandergefügt hat. Wie sich Wege ebneten, noch bevor wir überhaupt auf die Idee kamen, sie zu gehen und wie Dinge für uns bereit standen, an die wir noch gar nicht gedacht hatten. Natürlich ist es auch eine große Hilfe, freundliche und fähige Handwerker in der Gemeinde zu haben, die sich mit großem Engagement beim Renovieren mit eingebracht haben.

Eine Lehrstunde in Sachen “Vertrauen”. Und in der Erkenntnis, dass Gott dort begabt und ausrüstet, wohin er beruft. Das ist geistlich schon mal ein gutes Startkapital für die Zeit hier in Norden – und eine Ermutigung und Ermahnung, im Gebet treu zu bleiben bzw. es immer mehr zu werden, im Hören auf Gott und im Gespräch mit ihm. Denn oft ist mehr drin, als man selber glaubt …

 


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