Ausgekurt

Februar 20, 2009

Hier melde ich mich wieder von der Kur in Lindenfels zurück – nach über zwei Wochen Blog-Abstinenz. Wollte zwar auch in der Kur was schreiben, bin aber aus Zeitgründen und technischen Gründen nicht dazu gekommen. sn850177Mittlerweile sind seit Anfang Februar 5 weitere Kilos weg, und es geht weiter. Nach dem einen Jahr mit dem „Rückfall“ in alte Ernährungsmuster im zweiten Halbjahr gehe ich realistischer an Themen wie Selbstmotivation und Durchaltevermögen ran.

Eine weitere gute Nachricht: Alle Blutwerte wie Zucker, Cholesterin etc… sind im Normbereich, außer der Harnsäure. Die versuche ich gerade, mittels Ernährung in den Griff zu bekommen (Duch Verzicht auf jede verarbeitete Form von Fleisch, z.B. in Wurst o.ä. und durch Verzicht auf Fleisch von Jungtieren, z.B. Kalb- oder Lammfleisch). Am Besten wäre wohl der zeitweilige generelle Verzicht auf Fleisch, aber wirklich nötig ist das nicht; Geflügel kann ich mir weiter gönnen (mit Ausnahme von Gans und Ente … das macht den Besuch im China-Restaurant etwas trauriger…).

sportWir haben viel Sport gemacht: Aquafitness, Gerätetraining, Nordic Walking, Ergometer/Crosstrainer, Muskelaufbautraining mit dem Theraband, Fatburnertraining etc… Ein Sportprogramm, das sich so zuhause natürlich nicht fortführen lässt. Aber das mal wieder Lust auf Bewegung gemacht hat.

Und gesunder Ernährung war angesagt: Nicht abschrecken lassen von den Bildern, es gab durchaus auch Fleisch. Wir sind recht gut verpflegt worden – nur eben kalorienarm.

Alles in allem eine schöne Zeit, auch mit denen aus meiner Teraphiegruppe, die es bis hierher geschafft hatten (Bedingung für die Teilnahme waren Verlust von 10% des ursprünglichen Ausgangsgewichts). Und in einem Jahr wird noch einmal ein einwöchiger Aufenthalt zur Nachsorge fällig, bin mal gespannt, wo ich da stehen werde.

Also, wieder frisch ans Werk: Auf mich wartet hier gerade ein stressiges Wochenende. Und dann gibt es auch mal wieder geistliche und gesellschaftliche Themen, die darauf warten, in diesem Blog verwurstet zu werden. Bis die Tage also…


Ich geh’ mal Reset machen…

Februar 3, 2009

eleonoren1Morgen geht es los: Die zweite Stufe meiner Kur in der Eleonoren-Klinik in Lindenfels/Odenwald steht an. Ein zweiwöchiger Aufenthalt dieses Mal. Freue mich schon drauf, auch wenn in der Zeit ein strammes Programm angesagt ist (gerade im Bereich Sport…). Aber die Klinik liegt mitten im Wald und ist Ausgangspunkt einiger herrlicher Wanderwege, auf die man sich allein, mit seinen eigenen Gedanken und mit Gebet begeben kann. Herrlich, um mal wieder zu sich zu kommen … einen innerlichen „Reset“ durchzuführen (PC-Benutzer wissen doch, was ein Reset ist, oder … für alle Mac-User: Das muss ein PC-Benutzer machen, wenn sich die Kiste mal wieder aufgehängt hat…)

Ich hoffe, wieder Elan für die Gewichtsreduktion zu bekommen; neue Motivation. Täte mir sehr gut. Ich melde mich hier nicht ab; dort gibt es einen Internetzugang und ich schätze mal ich werde in meinen Gedanken freier und kreativer sein als hier im Alltagsklein…


Absolut sichere Methode zur Gewichtsreduktion

Januar 21, 2009

In meiner Kur im vorletzten Jahr haben wir in meiner Gruppe die unschlagbare und todsichere Methode, sein Gewicht zu reduzieren, gefunden. Die Vorteile dieser Methode liegen klar auf der Hand:

- Jeder kann sie anwenden

- Sie führt, richtig angewandt in den allermeisten Fällen schon nach kurzer Zeit zu sichtbaren Erfolgen

- sie sorgt nicht nur für langfristige Gewichtsabnahme, sondern auch dafür, dass man das erreichte Gewicht dauerhaft hält

- sie beschert körperliche Fitness

- man vermeidet damit den gefürchteten JoJo-Effekt

- sie besiegt den Heisshunger auf Schokolade und ähnliche Süßigkeiten.

Und der Name dieser Methode ist (tusch!):

DISZIPLIN! (Haaalt, nicht wegklicken…)

Was die meisten 3-10 Tage, Ananas-, Kartoffel-, Low-Carb-, Atkins- und sonstige Diäten in den meisten Fällen langfristig unwirksam macht, ist die Grundhaltung, die ihnen zutage liegt: So viel wie möglich mit möglichst wenig Aufwand in möglichst kurzer Zeit zu erreichen. Und vor allem in den meisten Fällen die Unwilligkeit, die Ernährung langfristig umzustellen.

Ich bin mit Disziplin sehr gut gefahren. Disziplin, was die Portionsgrößen beim Essen anbelangte, die Auswahl der Lebensmittel, die Zwischenmahlzeiten und auch den Sport. Allerdings ist mir viel von dieser Disziplin im 2. Halbjahr 2008 verloren gegangen… In diesem Post hatte ich angekündigt, dass ich noch weitere 7 kg schaffen wollte … hab ich auch geschafft – allerdings in die andere Richtung. :-(

Trotzdem war die Gewichtsabnahme insgesamt (immerhin noch 10 kg – von ursprünglich 16…) noch ausreichend, um im Langzeit-Abnehm-Programm der Eleonorenklinik in Lindenfels/Odenwald zur „Stabilisierungswoche“ zugelassen zu werden. Habe heute die Bestätigung erhalten und kann am 04. Februar für 2 Wochen in Kur gehen. Yeah!

Ich hoffe, dass ich wieder neuen Schub und Motivation erhalte, voll ins Programm einsteigen zu können. Wäre zu schade um alles, was ich schon geschafft habe.


Mein persönliches mobiles Haustier

Juli 1, 2008

Gestern hat sich meine Langzeit-Abspeck-Kur-Gruppe (die wundervolle ADP 73-Gruppe) zum „Halbjahrestreffen“ in der Eleonoren-Klinik in Lindenfels-Winterkasten getroffen. Rein vom Inhalt des organisierten Gruppengesprächs hätten wir’s uns auch schenken können, aber allein, sich gegenseitig mal wieder zu sehen und miteinander zu reden, nach dem Befinden zu erkundigen, einander zu motivieren, war echt gut.

Bei der Gelegenheit hatte eine junge Frau aus der Gruppe für jeden eine CD mit den Bildern von der Kur im letzten November sowie einem Lied von den Prinzen und Annett Louisan, das unser persönliches mobiles Haustier besingt. Fand den Text klasse:

Er hat ein Halsband aus Schokolade, aber keine Leine
er hat ein ziemlich dickes Fell und kurze Beine
er geht niemals Gassi, er schläft wo er frisst, dort scheißt er auf alles, was anstrengend ist,
die Sonne lacht ihm aus dem Schlund, er wuchert mit jedem Pfund
mein innerer Schweinehund

Er schiebt vor jeden guten Vorsatz all sein Wachen,
er wedelt mit dem Schwanz nur für Willensschwache,
er knurrt, bellt und beißt, beschützt sein Revier
nimmt Platz auf dem Sofa, für Chips und das Bier,
er fiel auch nicht auf dem Mund,
er ist jeden Fall kerngesund
mein innerer Schweinehund

Er geht niemals Gassi, er schläft wo er frisst, dort scheißt er auf alles, was anstrengend ist,
die Sonne lacht ihm aus dem Schlund, er wuchert mit jedem Pfund
mein innerer Schweinehund

Tja, mit dem Vieh habe ich schon mehr als einmal Bekanntschaft gemacht, besonders in der Zeit, in der ich meine Ernährung umgestellt und den Sport intensivert habe. Gestern habe ich zumindest von der Leiterin des Programms gehört, dass ich ja „gut dabei“ wäre. Immerhin eine Motivation, weiterzumachen. Als offizielles Ziel wird (von meiner Seite aus) für November 2008 das Gewicht von 88 kg angegeben – dann wäre ich nach den Maßstäben des BMI (Body-Mass-Index) nicht mehr „fettleibig“ sondern „übergewichtig“. Das wären von jetzt an noch 7 kg, ein nettes Pensum für ein halbes Jahr, wenn man dabei nicht hungern will.

Es gibt viel zu tun – Packen wir’s (oder besser ich’s) an.


Eine kleine Ermutigung im Fitness-Studio

Juni 11, 2008

Gestern war ich im Fitness-Studio, um mir einen neuen Trainingsplan geben zu lassen. Ich hatte von ein paar Tagen schon mal geschrieben, dass ich mit dem schleppenden bzw. nicht stattfindenden Fortschritt beim Abnehmen unzufrieden bin. Gestern gab’s in der Hinsicht mal wenigstens eine kleine psychische Streicheleinheit: Mein Körperfettanteil ist von 32,3 (im letzten Sommer) auf 26,7% gesunken, was für einen guten Trainingserfolg spricht. Das ist natürlich immer noch viel zu viel, aber trotzdem ein Erfolg.

Auch bei den Belastungstests habe ich gut abgeschnitten: Bei den Situps brach die Trainerin nach 35 ab, obwohl ich noch mehr hätte machen können, an der Beinpresse schaffte ich 196 kg und auch der Belastungstest am Fahrradergometer war echt gut. Das Resultat: Für meinen körperlichen Zustand (Übergewicht etc…) bin ich „überdurchschnittlich fit“. Das motiviert doch wieder! Also, weiter geht’s!


Es geht irgendwie nicht weiter…

Juni 6, 2008

Das bezieht sich dieses mal nicht auf den geistlichen Bereich, sondern auf meine Abnehmerei. Die Waage pendelt so impertinent zwischen 95 und 97 Kilo und will sich einfach nicht mehr nach unten bewegen. Nun gut, ich habe es ernährungstechnisch in den letzten Tagen (oder sagen wir mal Wochen) nicht mehr so genau genommen … da war schon mal ein süßes Teilchen vom Bäcker dabei – oder eine Brezel mit Butter – und auf Milch im Kaffee kann ich nun mal nicht verzichten.

Ich habe zwar schon viel abgenommen (Startgewicht vor der Kur waren 112,8 kg, letzten Sommer hatte ich noch 117 … das habe ich mich damals gar nicht getraut, meiner Frau zu beichten…), man sieht es auch, wenn ich mal die Klamotten anziehe, die ich im letzten Sommer noch getragen habe, da ist mittlerweile massiv Platz drin. Aber es muss wieder weiter nach unten gehen.

Ich mache nach wie vor viel Sport; Nordic Walking und, wenn es sich einrichten lässt, 3 mal die Woche Fitnessstudio. Das tut mir gut, und ich merke, wie mir was fehlt, wenn ich nicht dazu komme.

Ende Juni wird ein Treffen meiner „Kur-Abnehm-Gruppe“ in der Eleonoren-Klinik in Lindenfels stattfinden. Bin ja mal gespannt, wie viele Kilos da schon gepurzelt sind. Und das ist auf jeden Fall eine Motivation, bis dahin noch mal so 3-4 Kilos wegzukriegen…


Echt im Geschmack …

April 10, 2008

In Anlehnung an die letzten beiden Posts musste ich an eine Folge von „Die Kochprofis“ denken, die ich vor ein paar Monaten mal gesehen hatte. Das Format der Sendung dreht sich um 3-4 Spitzenköche, die gemeinsam ein schlecht gehendes oder aufbesserungswürdiges Restaurant suchen, um in 3 Tagen den Laden betriebswirtschaftlich, arbeitsökonomisch und natürlich kulinarisch auf Vordermann zu bringen. In besagter Folge schwitzten unsere 3 in der Küche und zauberten ein Menü, das die Besucher des betreffenden Restaurants so noch nicht gesehen, geschweige denn gegessen hatten. Die Rückmeldungen waren natürlich überwältigend gut – bis auf 3 Freunde aus einer Männer-WG, die allesamt zurückmeldeten, die Speisen wären zu lasch gewürzt, man würde kaum was schmecken. Dem Koch Martin Baudrexel, der noch vom Stress in der Küche ziemlich unter Strom stand, platzte der Kragen, er ging raus und unterhielt sich mal mit den dreien, um herauszufinden, was denn da los war. Was war an dem Geschmack der drei Männer anders?

Die Lösung ließ sich in einem Wort zusammenfassen: Mononatriumglutamat, das Natriumsalz der Glutaminsäure (E 620). Ein Geschmacksverstärker, der bereits in allerkleinsten Mengen Wirkung zeigt, und hauptsächlich verwendet wird, um Fertiggerichten, die im Laufe der industriellen Fertigung ihren Geschmack verloren haben, denselben wieder zurückzugeben. Und der hat nicht nur Wirkung auf das jeweilige Gericht, sondern auch auf den Konsumenten – wenn ich mal Wikipedia zitieren darf: „Die regelmäßige Verwendung von Natriumglutamat kann unter anderem dazu führen, dass der natürliche Geschmack von Produkten – vor allem derer ohne Geschmacksverstärker – als fade empfunden wird.“ Und das ist nur eine Wirkung. (Das war übrigens die Lösung des Problems: In der Männer-WG regierte die Mikrowelle, die jeweils Fertigfutter aufwärmte…)

Mononatriumglutamat (und, auch in Fertiggerichten, vor allem Zucker in verschiedenen Formen) bewirken in aller Regel, dass man von dem Gericht mehr isst, als eigentlich nötig wäre. Neben verschiedenen Risiken wie der Möglichkeit von Leberschäden oder der Krebsgefahr (alle nicht eindeutig bewiesen), besteht die Möglichkeit der Gewichtszunahme. Richtig ist auf jeden Fall, dass Menschen, die häufiger Fertigprodukte essen, in der Regel eher zu Übergewicht neigen. In der Kurklinik, in der ich letzten November war, hat man uns eindringlich vor der Verwendung von Fertigprodukten („Convenience Food“) gewarnt und uns nahegelegt, so oft es geht, frische Zutaten zu verwenden; sich Zeit zu nehmen zum Kochen. Zeit, die uns angeblich so oft fehlt im Alltag, wobei ich immer wieder merke, dass Zeit haben auch was mit sich-Zeit-nehmen zu tun hat.

Ich habe das Glück, dass meine Frau, die ja – wie gesagt – im Augenblick ihr Arbeitsfeld zuhause hat, nur in seltensten Fällen Fertigprodukte verwendet. (Ich übrigens auch nicht, wenn ich koche – was z.Zt. leider nur selten vorkommt). Da wird noch alles richtig von Hand gemacht, nicht einfach nur eine Tüte ausgeleert. Sie hat das ohne Zweifel in ihrer Familie gelernt und auch in Frankreich, wo sie studiert hat: Dort lässt man sich eine Menge Zeit zum Kochen (und zum Essen), und ein Franzose gibt schon mal bis zur Hälfte seines Monatsgehalts für die Verpflegung aus. (Dafür ist z.B. das Auto nicht so ein Heiligtum wie hierzulande…)

Macht natürlich mehr Aufwand, schmeckt allerdings auch besser – und ist nicht so heftig belastet wie das Fertigzeugs. Ist gesünder. Für Fertigprodukte gilt im Allgemeinen der schöne Spruch: „A moment on the lips, a lifetime on the hips“.

Im Glauben geht es mir ganz ähnlich („convenience faith“ anstatt von „convenience food“): Da fällt es mir auch leichter, auf das Trittbrett eines vorbeifahrenden bzw. -ziehenden Trends zu springen, anstatt meine eigene Beziehung zu Gott zu pflegen und zu leben. Das muss sich nicht gegenseitig ausschließen, ich weiß, aber ich habe mir schon oft von diesem oder jenem Programm oder Trend Hilfe und Wachstum im Glauben versprochen, manchmal hat’s auch geholfen. Aber meine Beziehung zu Gott vertiefen, wachsen lassen, mich selbst im Spiegel von Gottes Willen zu sehen – das ist eine Sache zwischen Gott und mir. Natürlich, nicht künstlich. So, wie ich bin. Und Wachstum im Glauben, mehr Nähe zu Gott, das fängt da an, wo ich mir klar werde, dass ich vor Gott mit leeren Händen dastehe und ihm diese hinstrecke. Und dass es für die Reife im Glauben nun mal keine Abkürzungen, Instant-Lösungen oder Patentrezepte gibt…


Ich will übergewichtig werden

April 5, 2008

Heute morgen ein unglaublich motivierendes Erlebnis auf der Waage. Musste mich glatt 2 mal draufstellen, weil ich’s nicht glauben wollte. Das Display zeigte ein Gewicht von 94,8 kg an. Das ist für meine Körpergröße (172 cm) immer noch viel, aber viel weniger als zum Beginn der Kur im letzten November (damals waren es noch 112,8) und noch weniger als im letzten Sommer (da war ich bei knapp 117 angelangt und gewann die Einsicht, ich müsste mal dringend was tun, weil keine Hose mehr passte…). Wenn ich den Berechnungszeitraum auf letzten Sommer ausdehne, dann sind wir bei einer Gewichtsabnahme von insgesamt etwa 22 Kilo seit Juli 2007. Nicht schlecht für ein schlappes Dreivierteljahr, oder?

Werde mich direkt nachher mit gesteigerter Motivation ins Fitnesstudio begeben. Habe gestern erfahren, dass ich laut BMI bei einem Gewicht von unter 88 Kilo nicht mehr „fettleibig“ (Adipositas Grad 1) sondern nur noch „übergewichtig“ wäre. Das ist also mein nächstes Etappenziel – „übergewichtig“ zu werden.

Werde bei Gelegenheit mal ein paar „Vorher-Nacher-Bilder“ posten.


Vom Segen der (körperlichen und geistlichen) Bewegung

März 11, 2008

In ein paar Minuten werde ich vom Schreibtisch aufstehen, meine Tasche schnappen und ins Fitnessstudio (schreibt man doch nach den neuen Regeln mit 3 „s“, oder??) gehen, um mich in der Mittagspause meinem Training zu widmen.

Das und Nordic Walking (jaja, ich gebe es zu…) sind so die Sportarten, die ich im Augenblick und im Zuge meiner Gewichtsabnahme betreibe, um zur Bewegung zu kommen. Vom täglichen Fahrradfahren mal abgesehen. In der Kur, in der ich mich letzten November befand, fiel mir das leicht (da war man in einer Gruppe mit überwiegend hochmotivierten Gleichgesinnten), seit ich wieder zuhause bin, wird es zunehmend schwieriger, zum einen die Disziplin aufzubringen, zum anderen, die Zeit, die der Sport erfordert, mit meinem Tagesablauf unter einen Hut zu kriegen.

Trotzdem merke ich, dass ich viel mehr Puste habe als noch vor einem halben Jahr, mit dem Fahrrad Steigungen packe, von denen ich vor eben diesem halben Jahr nicht mal zu träumen gewagt hätte und über den größten Teil des Tages auch geistig wacher und präsenter bin (wenn die Kinder nachts durchgeschlafen haben zumindest…). Bewegung trainiert nicht nur die Muskeln, sondern bringt den ganzen Kreislauf in Schwung.

OK, das ist nichts Neues. Was ich aber in der letzten Zeit bemerke, ist, dass für den geistlichen Bereich ähnliche Regeln gelten. Wer sich nicht trainiert, rostet ein. Konkret: Wer sich nicht ins Gespräch mit anderen begibt, keine Zeit mehr findet, Bücher (oder zur Not Zeitschriftenartikel) zu lesen, sich eine ruhige Stunde zu nehmen um nachdenken zu können, der rostet geistig (und geistlich!) ein. Ich merke das immer daran, dass meine Predigten anfangen, sich thematisch im Kreis zu drehen und sich Aussagen manchmal von Sonntag zu Sonntag wiederholen.

Klar, es ist nicht einfach, sich in einem vollen Tagesablauf Zeit zu nehmen. Aber wenn ich das trotzdem schaffe, macht es sich bezahlt, in meiner eigenen Gottesbeziehung und auch in der Art und Weise, wie ich zu anderen von Gott rede. Der Ratschlag, auf genügend Bewegung zu achten, gilt also nicht nur für den physischen Bereich…