Der Winter kann kommen!

November 10, 2009

ofenWir haben vor zwei Wochen einen Kaminofen geliefert bekommen, den wir im Spätsommer bestellt hatten. Da das Haus, in dem wir jetzt wohnen, in den 60er Jahren erbaut wurde, ist der Hauskamin mit 3 Zügen nicht innen mit Schamottstein verkleidet. Das bedeutete, dass ich den Ofen selbst installieren konnte und dafür keinen teuren Ofensetzer anmarschieren lassen musste – und dass wir keinen Edelstahlkamin anbringen mussten. Das hätte uns zum einen vermutlich der Vermieter nicht gestattet, zum anderen sind die Dinger i.d.R. teurer als die Öfen selbst.

Gesagt, getan: Ein Loch in den Kamin gebohrt und gehauen, Anschlussstück rein, Lücken mit Mörtel gefüllt, vom Kaminfeger abgenommen. Feuer Frei! Seither brennt das Ding jeden Tag bei uns, man bekommt ruckzuck die Butze warm, und der Fernseher bleibt seltsamerweise häufiger aus. Der Ofen hat etwas unheimlich beruhigendes.

Nun ja, da wir auch noch einen schönen Korbschaukelstuhl haben, kann es meinetwegen draußen in Strömen schütten, ein noch so kalter Wind pfeifen oder alles hartgefrieren – einfach den Ofen anmachen, einen Tee oder guten Kaffee oder Glühwein zurechtmachen und sich mit einem guten Buch in den Schaukelstuhl niederlassen – das ist an Wohlfühlfaktor schwer zu überbieten… :-D


Heimsieg!

September 29, 2009

scf tor!Am letzten Sonntag 3:0 gegen Mönchengladbach. Hatte schon befürchtet, dass die Freiburger zuhause gar nicht mehr gewinnen können. Die 3 Punkte sind hochwillkommen und haben dem SC Freiburg einen kleinen Abstand zum Tabellenende verschafft.


Wat machen wir nu mit der Ökumene?

September 3, 2009

Vor kurzem traf sich hier in Bad Vilbel noch einmal das Team der Chagall-Woche, um eine Nachbesprechung zu halten. Darin ging es u. a. um die Frage, was wir mit dem erwirtschafteten finanziellen Überschuss machen (ganz richtig: Es ist möglich, eine solche Veranstaltung zu machen und Überschuss zu erzielen – hat uns auch überwältigt…). Nach einigem Nachdenken war es unser einstimmiger Tenor, den der Klostermühle zukommen zu lassen. Das ist die Bibelschule, an der der Referent der Chagall-Woche, Heiner Eberhardt, tätig ist. Nun ist es so gekommen, dass die kath. Kirche hier in Bad Vilbel-Stadt (St. Marien in unserem Stadtteil ist nur eine Filialgemeinde, oder wie es so schön heißt „Seelsorgegebiet“) sich strikt gegen diese Spende an die Klostermühle aussprach und auch ankündigte, das kommende ökumenische Projekte ohne die Beteiligung der kath. Kirche stattfinden werden.

Grundsätzlich könnte ich das verstehen. Käme der Priester auf mich zu und würde den Rückzieher mit den Unterschieden im Kirchenverständnis oder im Eucharistieverständnis begründen oder mit der in protestantischen Kirchen fehlenden Verehrung von Maria oder der Ablehnung des Primates des Papstes, dann hätte ich das zwar bedauert, hätte die Entscheidung aber respektiert. Dass sich das jetzt am Thema „Geld“ aufhängt, finde ich sehr schade.

Ich bin kein Vollblutökumeniker, das muss ich gestehen. Schon allein der Gründungsgottesdienst der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen) gab mir doch einige Kröten zu schlucken (und das nicht nur von katholischer Seite…). Ich bin nicht jemand, der bereit ist, nur um des ökumenischen Zusammenseins willen zentrale Glaubensüberzeugungen oder meine geistliche Identität über Bord zu werfen. Und ich bin auch absolut nicht am Schmollen, weil der Papst meine Gemeinde nicht als vollwertige Kirche bezeichnet. (und, ich füge hinzu: Was theologische Unterschiede anbelangt – die gibt es von mir aus gesehen ebenso zu den ev. Landeskirchen…).

Um bei der katholischen Kirche zu bleiben: Es gibt vieles an dieser Kirche, was mich fasziniert. Gerade an ihren Mitgliedern, die ihren Glauben mit Freude und hingegeben leben. Ich schätze und achte ihren reichen Schatz an Tradition (auch wenn ich theologisch nicht alle Früchte dieser Tradition so teilen kann), und ich habe immer wieder sehr gute Gespräche mit katholischen Geschwistern. Das Lustige ist: die Gespräche sind umso besser, wenn wir unsere Unterschiede klar benennen, sie stehen lassen und uns trotzdem als Geschwister begegnen. Sie sind umso flacher, wenn mein Gegenüber von der „Wir-sind-doch-alle-eins“-Fraktion ist.

Hier in Bad Vilbel-Dortelweil haben wir einige gute Wege gefunden, ökumenisch in Erscheinung zu treten und dabei trotzdem unsere Identität zu bewahren. Die Chagall-Woche, die wir gemeinsam veranstaltet haben war nur ein Beispiel dafür (Im Eingangsbereich waren 3 Infotische aufgebaut, die jedem Besucher die Möglichkeit gaben, sich über die jeweiligen Gemeinden zu informieren…). Und das kam gut an bei den zunehmend entkirchlichten und infolgedessen entchristlichten Menschen hier in der Gegend. Ich bedauere es, dass die katholische Kirche aussteigt, auch wenn ich es akzeptieren muss.


Ich bin Terrorist!

August 26, 2009

oder: „Pass auf, kleine Hand, was tu tust…“.

Ist das nur die übliche Panikmache, oder sollte man mittlerweile tatsächlich mit dem, was man von sich gibt, vorsichtig sein?


von hinnen nach dannen

August 12, 2009
NICHT unser Umzugsfahrzeug!

NICHT unser Umzugsfahrzeug!

Meine Postings beschränken sich im Augenblick vor allem deshalb überwiegend auf geklaute Gedichte, weil wir gerade doppelt am Umziehen und am Renovieren sind. Umgezogen bin ich zum einen mit dem Büro der Gemeinde, in einen kleineren Raum, der aber wesentlich ruhiger gelegen, wesentlich näher am Wohnort und vor allem mitten in dem Stadtteil ist, in dem sich der Großteil der Gemeinde befindet. Ich würde ja sagen „Näher am Menschen“, wenn das nicht schon als Wahlkampfslogan ausgelutscht worden wäre.

Heute wurde das Telefon von Büro alt nach Büro neu umgestellt. Und das Unheimliche war: Es hat auf Anhieb und ohne Fehler funktioniert! Da kann was nicht stimmen, oder?Auch das Internet funzt auf Anhieb.

Auch privat ziehen wir um: Aus einer doch ziemlich beengten Wohnsituation in ein kleines Haus im alten Stadtteil, voll unterkellert und mit Speicher oben drüber. Und das Beste – ein großer Garten zum chillen, toben mit den Kindern, zum Gemüse pflanzen, zum Äpfel ernten und zum Blumen bewundern. Meine Frau ist fleißig am Renovieren (ich konnte nicht, weil ich fast den ganzen Sommer über krank war – erst Weisheitszähne, dann Streptokokken, dann Knie-OP am Meniskus…). In vier Wochen soll der Umzug stattfinden, und allmählich erleben wir in der neuen Wohnung, bildlich gesehen, die ersten Schöpfungstage nach: Es kommt Ordnung ins Chaos.

Werde versuchen, mich mal wieder häufiger zu melden…


Evangelikaliban?

Juni 24, 2009

Ich nehme mir so einmal die Woche Zeit, mich in Vilbel in ein Café zu trollen, um dort die größeren Nachrichtenmagazine und Zeitungen durchzuforsten. Das ist bei einer Tasse Milchkaffee schön entspannt und vor allem wesentlich billiger, als wenn ich die Zeitschriften abonnieren würde.

Heute morgen also bei einer Tasse Kaffee die Lektüre des aktuellen SPIEGEL. Auf S. 28 der aktuellen Ausgabe findet sich ein Artikel unter der Überschrift „In Gottes Namen“, ein Text über Rita S. und Anita G., die beiden Bibelschülerinnen der Bibelschule Brake, die vergangene Woche im Jemen von extremistischen Muslimen ermordet wurden. Sie waren Mitarbeiterinnen in einem kleinen Krankenhaus in der jemenitischen Provinz Saada, ein Krankenhaus, das von einer niederländischen (so viel ich weiß, christlichen) Hilfsorganisation betrieben wird.

Was mich ärgert, ist der Unterton des Artikels. Der lässt sich in einem Satz etwa so zusammenfassen: „Die fanatischen Bibel-Fundis sind selbst schuld„. Und, nach dem Motto „Wo das Aas liegt, sammeln sich die Geier“, springt auch Eduard Trenkel, der Sektenbeauftragte der Evangelischen Landeskirche in Kurhessen-Waldeck, den SPIEGEL-Autoren zur Seite: Die Wirkung evangelikaler Missionare in ärmeren Ländern, vor allem denen zwischen dem 10. und 40. nördlichen Breitengrad, sei „verheerend“. In der Tat: Als ich 2 Jahre im Ausland war, konnte ich mich mit eigenen Augen von der „verheerenden“ Wirkung der Missionare überzeugen: Krankenhäuser, Schulen, Kinderhorte, Agrar-Projekte, Berufsausbildung, bis hin zum Transportwesen – all das waren „verheerende“ Beiträge evangelikaler Missionare zum Leben der Bevölkerung vor Ort (und oft waren die Strukturen, die von den Missionen geschaffen worden waren, die einzigen, die im Land überhaupt einwandfrei funktionierten). Möchte gar nicht wissen, wie viele einheimische Jemeniten in diesem Krankenhaus schon „verheert“ worden sind.

Joachim Schmidt, Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, legt noch nach: „Viele Missionare hätten ein klares dualistisches Weltbild – für sie teilt sich die Welt in Licht und dunkel“, beklagt er. Ich empfehle ihm dahingehend mal die Lektüre der Evangelien im Neuen Testament.

Würden tatsächlich (wie es in dem Artikel implizit nahegelegt wird) alle evangelikalen Missionare von ihren Einsatzorten abgezogen werden, dann hätte das in einigen Ländern der dritten Welt spürbare negative Folgen. Aber die sind nun mal aus einem Bürosessel in Kassel schwer abzuschätzen.

Nach einigen einleitenden Sätzen holen die SPIEGEL-Autoren den Knüppel aus dem Sack und verklickern den Lesern mal, wie die evangelikale Szene so drauf ist: „Es ist, in Gottes Namen, ein Milieu, dessen Tonfall sich bisweilen nur in Nuancen – Achtung, jetzt kommt’s – von dem fanatischer Muslime unterscheidet.“

Wow! Irgendwie muss ich die Aufrufe zum Töten Andersgläubiger verpasst haben (muss allerdings gestehen, dass ich die letzten Ausgaben von Idea Spektrum auch nicht mehr gelesen habe…). Und, ehrlich gesagt, sind mir auf evangelikalen Kongressen auch noch nicht so viele verschleierte Frauen begegnet. Und, wo wir schon beim Thema Frauen sind: Die meisten, die ich kenne, sind berufstätig, dürfen ohne männliche Begleitung aus dem Haus gehen, wann sie wollen, sich mit Männern unterhalten und Auto fahren. Und, wenn ich das mal so sagen darf, ich habe noch nie erlebt, das fanatische Muslime ein Krankenhaus für Christen gebaut hätten…

Bin ich da zu idealistisch, oder gibt es einen Unterschied zwischen einem Hass auf alles, was anders glaubt, und der Liebe zu den Menschen – die für Christen eben auch beinhaltet, von ihrem Glauben zu erzählen und auf der Grundlage ihres Glaubens zu handeln, ohne dass der Gesprächspartner zu irgendwas gezwungen wird? In den christlichen Hilfswerken, die ich erlebt habe, wurden Menschen ohne Ansehen der sozialen Klasse oder der Religion behandelt.

Eigentlich lohnt es sich nicht, sich über den SPIEGEL zu ärgern. Der ist nun mal keine kirchen- oder glaubensfreundliche Zeitschrift und dieser spezifische Artikel strotzt nur so von Ignoranz und Arroganz gegenüber angeblich geistig minderbemittelten Bibelfundis. Aber mich drängt es, für die Leute zu beten, die auf dem Missionsfeld ihren Mann bzw. ihre Frau stehen, nicht mit dem Holzhammer, sondern mit Werkzeugen, Fahrzeugen, Büchern, medizinischen Instrumenten und ähnlichem – und die sich in ihrem Dienst ganz in Gottes Hand begeben!


Nicht lächeln!

Juni 6, 2009

Ich war gestern in einem Fotogeschäft, um mir Passbilder für den neuen Personalausweis machen zu lassen (mein alter läuft gerade ab). Nach Überprüfung der Frisur und des Sitzes des Hemdes setzte ich mich hin, schnitt ein paar Grimassen, um die Gesichtsmuskeln zu lockern und wartete auf das Kommando des Fotografen. Der fragte erst einmal:

 “Wofür sind denn diese Passbilder?“

„Na, für’n Perso“, war meine etwas irritierte Antwort.

„Also nicht für den Reisepass?“ hakte er nach, „da dürfen sie nämlich nicht lächeln!“

„Hä?“

„Echt nicht! Auf einem Passfoto für den Reisepass sollten sie ein möglichst neutrales Gesicht machen, damit das einfacher biometrisch erfassbar ist“.

Da vergeht einem glatt das Lachen…


Weisheitszähne

Mai 25, 2009

Das Zahnweh, subjektiv genommen,

ist ohne Zweifel unwillkommen;

doch hat’s die gute Eigenschaft,

dass sich dabei die Lebenskraft,

die man nach außen oft verschwendet,

auf einen Punkt nach innen wendet

und hier energisch konzentriert.

Kaum wird der erste Stich verspürt,

kaum fühlt man das bekannte Bohren,

das Rucken, Zucken und Rumoren –

und aus ist’s mit der Weltgeschichte,

vergessen sind die Kursberichte,

die Steuern und das Einmaleins,

kurz, jede Form gewohnten Seins,

die sonst real erscheint und wichtig,

wird plötzlich wesenlos und nichtig.

Ja, selbst die alte Liebe rostet –

man weiß nicht, was die Butter kostet –

denn einzig in der engen Höhle,

des Backenzahnes weilt die Seele,

und unter Toben und Gesaus

reift der Entschluss: Er muss heraus!!

 Wilhelm Busch

 

 

Kriege heute nachmittag um 15.00 Uhr 4 Weisheitszähne auf einmal entfernt und muss unweigerlich an dieses Gedicht denken. Die OP hat noch einen positiven Nebeneffekt: Werde aller Voraussicht nach eine Woche krank geschrieben sein. Endlich mal wieder Zeit zum Bloggen, wenn ich grad keinen Kühlakku halte…

 

Bis denn!


Die Summe von Sofakissen

April 10, 2009

2324254Ist Jesus nun für unsere Sünden gestorben oder nicht?

Auf die diesbezüglichen Zweifel mancher liberalen evangelischen Theologen antwortet Prof. Peter Berger hier.

(Und ja, ich geb’s zu: Ab und zu lese ich idea spektrum).


Der Herr ist mein Hirte…

April 8, 2009

Irgendwie sind die Tage z.Zt. etwas anstrengend. Hängt sicherlich mit vielem zusammen, mit dem Frühlingswetter (was ich ja an sich begrüße, was mich aber irgendwie immer erst mal körperlich k.o. macht), mit den Medikamenten, die ich nehmen muss (da sind z.B. Entwässerungstabletten dabei, wenn man nicht mindestens 3 Liter am Tag trinkt, hat man nachmittags assige Kopfschmerzen) und auch mit der Tatsache, dass beide Mädels gerade so eine „Bock- und Grenzen-Austest-Phase“ haben. Gestern abend war ich deshalb nur noch fahrig und genervt und habe so einiges an Freundlichkeit gegenüber den Kids vermissen lassen (war, um ehrlich zu sein, froh, als sie im Bett waren – bin ich der einzige Papa, dem das so geht??? Habe schon ein schlechtes Gewissen…).

Abends zu Vorbereitung auf die Karfreitagsandacht noch ein bisschen im CD-Rack rumgekramt, im Bereich Klassik. Hat mich irgendwie dazu verleitet, auch aus anderen Musikgenres mal CDs zu hören, die ich schon lang nicht mehr gehört habe. Dabei fielen mir die Scheiben von Keith Green in die Hände. Der hat mich mein ganzes Christenleben lang begleitet und mit seinen Liedern immer wieder herausgefordert, aufgerichtet und ermutigt. Viele der Lieder sind sehr herausfordernd, zum Teil mit Texten, die wir beim ersten Mal hören als Zumutung empfinden. Aber es gibt ein Lied, (übrigens das erste, dass ich jemals von ihm gehört habe), das ich gestern abend wirklich brauchte, und das mich innerhalb von Minuten aus der Wüste meiner Gereiztheit wieder auf die grüne Wiese der Gelassenheit vor Gott brachte … The Lord is my Sheperd …