In meinem Büro hängt direkt neben dem Schreibtisch der Spruch aus Hebräer 13,7:
„Erinnert euch an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben. Seht auf ihr Leben und haltet euch an ihr Beispiel…“.
Darunter befinden sich einige Bilder von Menschen, die mich im Glauben geprägt und beeinflusst haben. Einen Platz ganz oben hat dabei der englische Literaturprofessor C.S. Lewis, Autor vieler Bücher apologetischer Natur sowie Büchern, die dem Genre „Fantasy“ zuzuordnen sind.
Lewis wurde am 29. November 1898 in Belfast geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Er zeigte schon früh ein hohes Maß an Intelligenz und die Neigung zur Literatur.
Schwere Kindheitserlebnisse, die ihn lange verfolgten, waren die Krebserkrankung und der darauffolgende Tod seiner Mutter sowie der Tod seines Onkels und seines Großvaters. Innerhalb weniger Monate hatte er drei Menschen verloren, die ihm sehr nahestanden. Mit seinem strengen Vater kam er weniger gut zurecht, dafür aber umso besser mit seinem Bruder Warren.
Im ersten Weltkrieg kämpfte er an der Front in Frankreich, wurde verwundet und 1918 aus der Armee entlassen. Ein Jahr später nahm er seine vom Krieg unterbrochenen Studien in Oxford wieder auf und studierte Literatur, Philosophie und antike Geschichte. Ab 1923 war er Lehrer für Philosophie und englische Sprache am ehrwürdigen Magdalen College in Oxford.
Beeinflusst durch seine Lebenserfahrung bis zu diesem Zeitpunkt, war Lewis überzeugter Atheist. Das änderte sich, als er sich in Oxford mit seinen Kollegen J.R.R. Tolkien und Hugo Dyson anfreundete. Vor allem Tolkien brachte ihn dazu, sich im September 1931 für den Glauben an Christus zu entscheiden, Lewis selbst sagt von sich, er wäre „… in jener Nacht der wohl widerwilligste und zögerlichste Bekehrte in ganz England..“ gewesen. Lewis gehörte den Inklings (dt: Tintenkleckser) an, einem Literarischen Zirkel, der sich regelmäßig in einem Pub in Oxford traf, um sich eigen verfasste Werke gegenseitig vorzulesen. Im Kreis dieses Literaturzirkels entstanden u.a. Werke wie Tolkiens „Herr der Ringe“ oder die „Chroniken von Narnia“ von C.S. Lewis. In späteren Jahren übte er verschiedene Lehrtätigkeiten aus, erhielt Ehrendoktowürden in Theologie und Literatur und hatte zuletzt einen Lehrstuhl für Literatur des Mittelalters und der Renaissance in Cambridge inne.
Erwähnenswert wäre auch noch seine Heirat mit der Amerikanerin Helen Joy Davidman, zunächst nur mit der Absicht, ihr eine Aufenthaltsgenehmigung in England zu gewähren, wuchs allmählich Liebe daraus (die Geschichte wurde in dem Film „Shadowlands“ verarbeitet). Ihr Krebstod im Jahr 1960 trieb ihn zu einem seiner besten Werke, dem Buch „Über die Trauer“. Lewis selbst starb am 22. November 1963 in seinem Haus in Oxford.
Das erste Buch, das ich von C.S. Lewis las, waren die „Dienstanweisungen für einen Unterteufel“ (englischer Originaltitel: The Screwtape Letters). Es folgte sein aus meiner Sicht wichtigstes Werk mit dem (leider etwas unglücklich übersetzten) deutschen Titel: „Pardon, ich bin Christ“ (engl. Originaltitel: „Mere Christianity“, das heißt etwa so viel wie „Christentum schlechthin“). Nach und nach kamen Bücher wie „Die große Scheidung“ (ein hervorragendes Buch zum Thema „Hölle“), Gott auf der Anklagebank, Was man Liebe nennt und noch ein paar andere. Und natürlich irgendwann auch die Chroniken von Narnia (habe ich in Englisch – alle sieben Bände innerhalb von 4 Tagen durchgelesen…).
Was mich an C.S. Lewis immer wieder begeistert, ist sein Scharfsinn, seine bestechende Logik, und vor allem sein Intellekt, ebenso wie seine Fantasie. Vier Eigenschaften, die ich bei Christen durchaus häufiger mal vermisse. Und das Lewis nie einen bestimmten konfessionellen Standpunkt vertreten hat, sondern sich immer auf das konzentrierte, was den Glauben an Christus in seinem Kern ausmacht, auch das hat mich immer wieder beeindruckt.
Als ich anfing, die Bücher von C.S. Lewis zu lesen, da war das für mich, wie wenn jemand in einem stickigen Raum ein Fenster öffnet. (Er wird ja nicht umsonst der „Apostel der Skeptiker“ genannt…). Und ich habe durch sie angefangen, Gott jenseits meiner eigenen, damals etwas engstirnigen, konfessionellen Prägung zu suchen. Und ich kann gar nicht beschreiben, wie gut mir das getan hat. Sein Ehrenplatz unter meinen „Lehrern“ ist mehr als verdient…
Verfasst von curioustraveller
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