Der Gottesdienst in den Zeiten der Schweinegrippe

November 13, 2009

Habe gestern die Absage einer Veranstaltung aus einer Gemeinde erhalten, die in einem von Schweinegrippe betroffenen Gebiet liegt. Und muss mir gestehen: Ich habe mir noch gar keine Gedanken darüber gemacht, wie ich hier verfahren würde, was Treffen und Veranstaltungen der Gemeinde anbelangen würde. Vor allem das Abendmahl birgt im Falle eines Falles (wenn auch geringe) Ansteckungsgefahr.

Meine katholischen Geschwister sind da einen Schritt weiter, wie scipio bemerkt:

hostienspenderDa gibt es ein kleines Gerät zum Spenden der Hostie, mittels dessen Berührung zwischen Geber und Empfänger vermieden wird. Und niemand außer mir selbst muss das Brot mit den Fingern anfassen. Ebenso der „Rapid-Fill“ (Schnellbefüllungs)-einzelkelch-Behälter.

Gut, wir in der Gemeinde verwenden auch Einzelkelche. Und ich muss gestehen, dass ich mich nur sehr schwer an die Dinger gewöhnen kann (hatte Jesus nicht gesagt, wir sollen alle aus dem einen Kelch trinken?). Irgendwie sieht das immer so aus, als würde die Gemeinde sich kollektiv einen Kurzen genehmigen. Naja.

Was ist sonst zu beachten? Vielleicht sollte man sich mit Händeschütteln zurückhalten, nichts sagen, was zu viele Zischlaute enthält (Gefahr der Tröpfcheninfektion) und die Stühle im Gottesdienst etwas weiter auseinander stellen?

saftspenderMir scheint dieses ganze Schweinegrippe-Getue etwas hysterisch zu sein. Vielleicht bin ich da zu uninformiert und zu unbedarft, aber könnte es nicht auch sein, dass das Ganze etwas aufgeblasen wird, um einigen Pharmafirmen Aufträge zu bescheren? Die verdienen nämlich ganz gut an der Sache.

Einstweilen feiern wir hier weiter Gottesdienst und harren der Dinge, die da kommen werden…


Ich bin Terrorist!

August 26, 2009

oder: „Pass auf, kleine Hand, was tu tust…“.

Ist das nur die übliche Panikmache, oder sollte man mittlerweile tatsächlich mit dem, was man von sich gibt, vorsichtig sein?


Evangelikaliban?

Juni 24, 2009

Ich nehme mir so einmal die Woche Zeit, mich in Vilbel in ein Café zu trollen, um dort die größeren Nachrichtenmagazine und Zeitungen durchzuforsten. Das ist bei einer Tasse Milchkaffee schön entspannt und vor allem wesentlich billiger, als wenn ich die Zeitschriften abonnieren würde.

Heute morgen also bei einer Tasse Kaffee die Lektüre des aktuellen SPIEGEL. Auf S. 28 der aktuellen Ausgabe findet sich ein Artikel unter der Überschrift „In Gottes Namen“, ein Text über Rita S. und Anita G., die beiden Bibelschülerinnen der Bibelschule Brake, die vergangene Woche im Jemen von extremistischen Muslimen ermordet wurden. Sie waren Mitarbeiterinnen in einem kleinen Krankenhaus in der jemenitischen Provinz Saada, ein Krankenhaus, das von einer niederländischen (so viel ich weiß, christlichen) Hilfsorganisation betrieben wird.

Was mich ärgert, ist der Unterton des Artikels. Der lässt sich in einem Satz etwa so zusammenfassen: „Die fanatischen Bibel-Fundis sind selbst schuld„. Und, nach dem Motto „Wo das Aas liegt, sammeln sich die Geier“, springt auch Eduard Trenkel, der Sektenbeauftragte der Evangelischen Landeskirche in Kurhessen-Waldeck, den SPIEGEL-Autoren zur Seite: Die Wirkung evangelikaler Missionare in ärmeren Ländern, vor allem denen zwischen dem 10. und 40. nördlichen Breitengrad, sei „verheerend“. In der Tat: Als ich 2 Jahre im Ausland war, konnte ich mich mit eigenen Augen von der „verheerenden“ Wirkung der Missionare überzeugen: Krankenhäuser, Schulen, Kinderhorte, Agrar-Projekte, Berufsausbildung, bis hin zum Transportwesen – all das waren „verheerende“ Beiträge evangelikaler Missionare zum Leben der Bevölkerung vor Ort (und oft waren die Strukturen, die von den Missionen geschaffen worden waren, die einzigen, die im Land überhaupt einwandfrei funktionierten). Möchte gar nicht wissen, wie viele einheimische Jemeniten in diesem Krankenhaus schon „verheert“ worden sind.

Joachim Schmidt, Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, legt noch nach: „Viele Missionare hätten ein klares dualistisches Weltbild – für sie teilt sich die Welt in Licht und dunkel“, beklagt er. Ich empfehle ihm dahingehend mal die Lektüre der Evangelien im Neuen Testament.

Würden tatsächlich (wie es in dem Artikel implizit nahegelegt wird) alle evangelikalen Missionare von ihren Einsatzorten abgezogen werden, dann hätte das in einigen Ländern der dritten Welt spürbare negative Folgen. Aber die sind nun mal aus einem Bürosessel in Kassel schwer abzuschätzen.

Nach einigen einleitenden Sätzen holen die SPIEGEL-Autoren den Knüppel aus dem Sack und verklickern den Lesern mal, wie die evangelikale Szene so drauf ist: „Es ist, in Gottes Namen, ein Milieu, dessen Tonfall sich bisweilen nur in Nuancen – Achtung, jetzt kommt’s – von dem fanatischer Muslime unterscheidet.“

Wow! Irgendwie muss ich die Aufrufe zum Töten Andersgläubiger verpasst haben (muss allerdings gestehen, dass ich die letzten Ausgaben von Idea Spektrum auch nicht mehr gelesen habe…). Und, ehrlich gesagt, sind mir auf evangelikalen Kongressen auch noch nicht so viele verschleierte Frauen begegnet. Und, wo wir schon beim Thema Frauen sind: Die meisten, die ich kenne, sind berufstätig, dürfen ohne männliche Begleitung aus dem Haus gehen, wann sie wollen, sich mit Männern unterhalten und Auto fahren. Und, wenn ich das mal so sagen darf, ich habe noch nie erlebt, das fanatische Muslime ein Krankenhaus für Christen gebaut hätten…

Bin ich da zu idealistisch, oder gibt es einen Unterschied zwischen einem Hass auf alles, was anders glaubt, und der Liebe zu den Menschen – die für Christen eben auch beinhaltet, von ihrem Glauben zu erzählen und auf der Grundlage ihres Glaubens zu handeln, ohne dass der Gesprächspartner zu irgendwas gezwungen wird? In den christlichen Hilfswerken, die ich erlebt habe, wurden Menschen ohne Ansehen der sozialen Klasse oder der Religion behandelt.

Eigentlich lohnt es sich nicht, sich über den SPIEGEL zu ärgern. Der ist nun mal keine kirchen- oder glaubensfreundliche Zeitschrift und dieser spezifische Artikel strotzt nur so von Ignoranz und Arroganz gegenüber angeblich geistig minderbemittelten Bibelfundis. Aber mich drängt es, für die Leute zu beten, die auf dem Missionsfeld ihren Mann bzw. ihre Frau stehen, nicht mit dem Holzhammer, sondern mit Werkzeugen, Fahrzeugen, Büchern, medizinischen Instrumenten und ähnlichem – und die sich in ihrem Dienst ganz in Gottes Hand begeben!


Nicht lächeln!

Juni 6, 2009

Ich war gestern in einem Fotogeschäft, um mir Passbilder für den neuen Personalausweis machen zu lassen (mein alter läuft gerade ab). Nach Überprüfung der Frisur und des Sitzes des Hemdes setzte ich mich hin, schnitt ein paar Grimassen, um die Gesichtsmuskeln zu lockern und wartete auf das Kommando des Fotografen. Der fragte erst einmal:

 “Wofür sind denn diese Passbilder?“

„Na, für’n Perso“, war meine etwas irritierte Antwort.

„Also nicht für den Reisepass?“ hakte er nach, „da dürfen sie nämlich nicht lächeln!“

„Hä?“

„Echt nicht! Auf einem Passfoto für den Reisepass sollten sie ein möglichst neutrales Gesicht machen, damit das einfacher biometrisch erfassbar ist“.

Da vergeht einem glatt das Lachen…


Mein Kind ist anders…

April 30, 2009

minHeute muss ich mal die Entdeckung weitergeben, dass mein Kind irgendwie anders ist. In diesem Fall geht es um meine Älteste. Dass sie anders ist, ist mir im Kindergarten schon aufgefallen. Hier die Symptome:

- Sie hat zwei Geschwister. Alle drei Kinder sind vom selben Vater.

- Ihr Vater ist mit ihrer Mutter verheiratet

- Und das – für beide – in erster Ehe

- und das schon länger als 7 Jahre

Eine Exotin in der Umgebung hier. Müssen wir uns Gedanken machen??

… nur eine Momentaufnahme …


Gottlos glücklich?

März 12, 2009
atheist_bus_usa12
Was bedeutet denn „goodness“ in diesem Zusammenhang??
  

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die atheistische Buskampagne von Großbritannien aus in anderen europäischen Ländern landet. Spanien war schon an der Reihe, jetzt kommt die Kampagne auch nach Deutschland wie SPIEGEL online hier berichtet. Die Aktion „Buskampagne“ sammelt zur Zeit Spenden zur Kostendeckung.

Z. Zt. ist man dabei, einen passenden Slogan zu finden. So stehen Headlines zur Verfügung wie: „Gottlos glücklich“ oder „Gott ist eine Behauptung“ oder „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott.“ Gefolgt von Unterschriften wie „Werte sind menschlich – auf uns kommt es an“. Oder „Menschenrechte sind real – auf uns kommt es an“, oder: „Ein erfülltes Leben braucht keinen Glauben“. Und so weiter.

Nun, wir leben in einem säkularen Staat, in dem jeder frei seine Meinung zum Ausdruck bringen darf, egal welchem religiösen Bekenntnis er folgt (und Atheismus ist ja schließlich auch nichts anderes …). Von dem Recht machen wir als Kirchen/Freikirchen ja auch Gebrauch. Insofern folgt die Kampagne demokratischen Gepflogenheiten.

Nur: Die Sprüche darf man hinterfragen (auch das ist mein gutes Recht…). Wenn ich lese „Werte sind menschlich – auf uns kommt es an“, dann frage ich mich schon: Welche Werte denn? Und wenn es keinen Gott (und damit keinen absoluten moralischen Maßstab) gibt, wer sagt mir dann, welcher Wert gut ist und welcher nicht? In den Führungsetagen einiger Banken gilt es als Wert, sich die Taschen vollzustopfen, ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Auswirkungen – die Folgen baden wir gerade aus. Worüber definieren sich „Werte“? Über gesellschaftlichen Konsens? Mit dem Argument wäre ich gerade im Hinblick auf die Geschichte unseres Landes, etwas vorsichtig: Vor 70 Jahren war es weitgehend gesellschaftlicher Konsens, dass Juden Untermenschen sind. Und diese Haltung betraf – vermutlich – die Mehrheit der Deutschen. War sie deshalb richtig? Wer sagt mir, wann ein Wert „gut“ oder „schlecht“ ist? Kann ich “gut“ oder „schlecht“ als Maßstab in einer säkularen Welt überhaupt anwenden? Das konnte mir noch kein Atheist zufriedenstellend beantworten, um ehrlich zu sein.

Dasselbe gilt für den Begriff „Menschenrechte“. Worauf gründen die sich, wer kann sie in Anspruch nehmen und wer gibt uns das Recht zu denken, dass das, was in der westlichen Welt als „Menschenrecht“ definiert wird, für die ganze Welt zu gelten habe?

Entweder ich verstehe das zugrundeliegende Weltbild nicht oder es klaffen tatsächlich einige größere logische Lücken darin…


Das Herz eines Dieners

März 11, 2009

»Ihr wisst: Die Herrscher der Völker, ihre Großen, unterdrücken ihre Leute und lassen sie ihre Macht spüren. Bei euch muss es anders sein! Wer von euch groß sein will, soll euer Diener sein, und wer der Erste sein will, soll allen anderen Sklavendienste leisten. Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für alle Menschen hinzugeben.«

Markus 10,42-45

Uuaah, kein einfacher Text. Finde ich. Jesus sagt diese Worte zu seinen Jüngern, nachdem zwei von ihnen gerade (aus ihrer Sicht erfolglos) versucht hatten, sich im Reich Gottes die Logenplätze zu sichern. Und Jesus macht ihnen klar, dass sie das biblische Prinzip von Größe nicht verstanden hatten: Wer im Reich Gottes groß sein will, der muss zum Diener werden. Der Weg nach oben führt erst mal nach unten. Und wen der Begriff „Sklavendienste“ stört: Das steht tatsächlich da – wer der erste sein will, der sei den anderen ein „doulos„, ein Knecht oder Sklave.

Ich beschäftige mich im Augenblick mit Texten dieser Art, weil in unserer Predigtreihe am kommenden Sonntag das Thema „Dienen“ auf der Tagesordnung bzw. dem Predigtplan steht. Und vieles von dem, was in diesen Texten steht, piekst mich. Weil es meiner menschlichen Natur zuwiderläuft. Wenn ich diene, dann hoffe ich schon irgendwo auf Anerkennung, bei aller Bescheidenheit. Oder?

In dem Buch „Leben mit Vision“ schreibt Rick Warren übers Thema „Dienen“ (natürlich nicht ohne den bei diesem Thema obligatorischen Hinweis auf einen Gabentest…). Ein interessantes Kapitel ist überschrieben mit: „Wie echte Diener leben“. Dann zählt er auf:

- Echte Diener stellen sich selbst zur Verfügung. Sie planen nicht Gott in ihr Leben ein, sondern sind bereit, ihr Leben in Gottes Plan einfügen zu lassen. Das heißt ja nicht, dass man ohne vernünftige Planung in den Tag bzw. das Jahr hineinleben sollte, vor allem nicht, wenn man Familie hat – aber das das Ohr für das Reden Gottes, gerade auch für das herausfordernde Reden, offen sein sollte.

- Echte Diener achten aufmerksam auf die Bedürfnisse anderer Menschen. Bedürfnisse, wohlgemerkt, nicht unbedingt Befindlichkeiten! Auf die Bedürfnisse anderer achten heißt, Ausschau nach Gelegenheit zum Dienen halten. Und das Gute tun, wann, wo und wie auch immer, frei nach John Wesley.

- Echte Diener machen das Beste aus dem, was sie haben. Auch, wenn es unvollkommen aussehen mag; ein halbwegs guter Dienst ist immer noch besser als die beste Absicht. Man muss nicht „gut genug“ oder „heilig genug“ sein, um dienen zu können, Gott kann jeden gebrauchen.

- Echte Diener erledigen jede Aufgabe mit der gleichen Hingabe. Das dürfte von allen Punkten mit am schwersten zu verdauen sein. Es gibt Dienste, die ich gerne ausführe. Predigen z.B. macht mir Spaß (wenn ich Freiraum habe, mich ordentlich vorzubereiten). Oder Gastfreundschaft, auch wenn das eher die Domäne meiner Frau ist. Aber es gibt eben auch Dienste, die mich Überwindung kosten. Vor einigen Jahren, auf dem Missionsschiff „Doulos“ hatte ich bisweilen als Feuerwehrmann die Aufgabe, neu eingezogene Metallwände brandsicher zu isolieren – mit Steinwolle. Ekelhaft juckend, vor allem, wenn man schwitzt. Das hat mich fast zum Wahnsinn getrieben. Hilfreich war für mich ein Satz, den mir meine damalige Hauskreisleiterin gerade für solche Situationen mitgegeben hat: „Keine Arbeit ist zu niedrig, zu nervig oder zu schmutzig, als dass sie nicht Gottesdienst sein könnte“. Das hat es schon mal viel leichter gemacht.

- Echte Diener erfüllen ihren Dienst zuverlässig *öööhhh* DAS ist ein Bereich, wo bei mir noch Wachstumspotenzial da ist – weniger bei der Zuverlässigkeit in den einzelnen Diensten, mehr beim Thema „Zeitmanagement und Zeitplanung“ insgesamt…

- Echte Diener bewahren Zurückhaltung. Oder sagen wir mal: Sie tun alles zu Gottes Ehre. Das birgt natürlich die Herausforderung, nicht beleidigt zu sein, wenn man bei Lob nicht berücksichtigt wird. Oder auch Arbeiten zu erledigen, die von der Allgemeinheit nicht wahrgenommen werden. Und das mit fröhlicher Einstellung.

Das alles sind Aspekte des Themas „Dienen“, die wir in unserer individualistischen Zeit wieder neu einüben sollten. Denn ich erlebe häufig eher die „Dienstleister-Mentalität“, die sagt: So, jetzt bin ich hier in der Gemeinde, ich bin der Kunde, bitte erfüllt meine Bedürfnisse, macht die Gottesdienste ja nicht zu lang, spielt nur die Musik, die mir gefällt und tretet mir möglichst mit der Predigt nicht auf die Füße.“ Und auf das Thema „Dienen“ angesprochen kommt nicht selten die Standardantwort: „Keine Zeit“, auch wenn’s gefälliger formuliert wird.

Nicht missverstehen: Ich kenne auch Menschen, die erst einmal Schutz, Trost und Geborgenheit finden müssen. Und das in der Gemeinde auch finden sollen. Es gibt „Streiter Christi“, die nicht an die Front, sondern ins Lazarett gehören. Aber eben auch eine stattliche Anzahl von Menschen, die sich in der Rolle des unbeteiligten Kommentators gefallen.

Ich rede hier ja auch nicht vom Thema „Mitarbeit in der Gemeinde“ – sondern davon, mit den Augen Jesu andere wahrzunehmen. Trotzdem: Dienen ist ein natürlicher Bestandteil eines lebendigen Glaubens an Jesus – oder sollte es zumindest sein…

… lasst nicht nach in der Liebe zueinander! Denn die Liebe macht viele Sünden wieder gut. Nehmt einander gastfreundlich auf, ohne zu murren. Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat – jeder und jede mit der eigenen, besonderen Gabe! Dann seid ihr gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes. Wenn jemand die Gabe der Rede hat, soll Gott durch ihn zu Wort kommen. Wenn jemand die Gabe der helfenden Tat hat, soll er aus der Kraft handeln, die Gott ihm verleiht. Alles, was ihr tut, soll durch Jesus Christus zur Ehre Gottes geschehen. Ihm gehört die Herrlichkeit und die Macht für alle Ewigkeit! Amen.

1. Petrus 4,8-11


Palästinensischer Waffenstillstand

März 6, 2009

Bei Dirk gefunden: Die netzeitung berichtet über seit Tagen anhaltenden Beschuss Süd-Israels durch palästinensische Extremisten (sprich: Hamas-Aktivisten). Israel antwortet duch erneute Bombenangriffe.

Ich habe mich immer mit Posts zum Thema „Naher Osten“ zurückgehalten, aber irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass zumindest die Hamas (die, bei ehrlicher Beobachtung in den allermeisten Fällen der Auslöser der Gewalt war) nicht die Bohne an einer Zwei-Staaten-Lösung interessiert zu sein scheint … Wozu auch? Woran sie wirklich interessiert ist, lässt sich durchaus nachlesen: http://www.mideastweb.org/hamas.htm (Texte in Englisch).

Klar, der Nahostkonflikt ist ein hochkomplexes Thema. Auch klar: Auch wenn ich ein Freund Israels bin und auch die Rolle des jüdischen Volkes in Gottes Geschichte mit dieser Welt sehe, muss ich nicht zwingend mit jedem Aspekt israelischer Tagespolitik einverstanden sein. Und: Klar, auch Israel hat in der Vergangenheit Fehler gemacht (Im Unterschied zu seinen Gegnern übrigens mit der Fähigkeit, diese einzusehen…). Trotzdem ärgern mich die Statements von ein paar journalistischen Sesselpupsern, die „von weit weg“ den Konflikt betrachten und meinen, ein hochkomplexes Thema mit ein paar billigen Standardantworten zu belegen ( nach dem Motto „ja, da muss  man halt deeskalieren…“).

Standardantworten dieser Art haben natürlich den Vorteil, dass man in völliger Kenntnis ihrer Nutzlosigkeit, wie Henryk M. Broder schreibt, sich befriedigt zurücklehnen und zwischen zwei Margaritas (oder Milchkaffees) das tolle Gefühl genießen kann, sich mal ganz doll für den Weltfrieden engagiert zu haben…

Ich bete für Frieden im Nahen Osten (und zwar für Israelis und Palästinenser) - aber manchmal auch für gesunden Menschenverstand bei Leuten, die sich zu dem Thema äußern…


Typisch deutsch!?

Januar 10, 2009

Mal wieder off-topic und inspiriert durch ein sogenanntes „susipo“ (Super-Sinnlos-Post) bei wegbegleiter: Dort trat der Begriff „typischer Deutscher“ auf. Dem Begriff bin ich schon ein paar mal begegnet und wundere mich immer: Wer ist damit gemeint? Bin ich am Ende ein „typischer Deutscher“? Und was ist eigentlich für uns Deutsche typisch?

Was ich festgestellt habe, ist, dass es sehr wohl regionale Unterschiede im allgemeinen Charakter gibt. (Neeiin, ich meine nicht Lederhosen und Prinz-Heinrich-Mützen…). Dass z.B. Schwaben fleißig, pünktlich, arbeitsam und ordentlich sind, mag als Klischee gelten, aber fast alle Schwaben, die ich kenne, sind tatsächlich so. Und dass die Badener eher etwas laissez-faire sind und gutes Essen lieben, das sehe ich (leider), wenn ich an meiner eigenen Silhouette runterschaue. Aber, um nochmal zur Frage zurückzukommen: Was macht einen typischen Deutschen aus? Kein tiefgehendes geistliches Thema, aber eins, das ich interessant finde…


Ich bin ein Verfassungsfeind…

Dezember 29, 2008

q-rage-evangelikale-kopie1… zumindest teilweise. Hab ich erst vor einigen Tagen aus dem Schülermagazin „Q-Rage“ erfahren  (Die Zeitung des größten Schülernetzwerkes in Deutschland). Das Magazin wird von der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt.

In der letzten Ausgabe fand sich auf S.11 der Artikel „Die evangelikalen Missionare“. Da wurde u.a. über die Vorgänge rund ums Christival berichtet. In dem Da wird zum Beispiel von der jungen Christin Leonie berichtet, die sehr schnell „allergisch“ reagiere, wenn sich jemand kritisch über den christlichen Glauben äußere. Und deshalb fast ausschließlich Zeit mit Leuten aus ihrer Gemeinde verbringe. Oder von Bischof Huber, der auf dem Christival „eine Messe zelebrierte“ (dass er die Konfession gewechselt hat, wusste ich noch gar nicht…). Und der Anti-Christival Demonstrant Tobias wird interviewt, der den 20.000 Teilnehmern bescheinigt, dass sie ihr Gehirn ausschalten müssten, um da mitmachen zu können. Und der der Ansicht ist, dass die Christen, bei aller persönlichen Glaubensfreiheit, alle anderen mit ihrem Glauben in Ruhe lassen sollten. (Und deshalb ist er extra mit einigen Kumpels nach Bremen gefahren - um dort von den Christen in Ruhe gelassen zu werden). Einige weitere interessanten Formulierungen tauchten in dem Artikel auf, z.B.:

In Deutschland hat ihr Einfluss (gemeint sind die Evangelikalen Christen) zwar noch nicht solche Ausmaße, aber evangelikale Gemeinden erfreuen sich besonders unter Jugendlichen immer größerer Beliebtheit. Mitverantwortlich sind dafür sicherlich der große Stellenwert von Spaß, Musik und Gemeinschaftsgefühl bei Gottesdiensten und Aktivitäten. Die erzkonservativen, zum Teil verfassungsfeindlichen Ideologien werden da fast nebenbei vermittelt.

Aha. Christen, die es mit ihrem Glauben etwas ernster nehmen, sind, wenigstens zum Teil, verfassungsfeindlich. Mein Problem ist: Ich weiß nicht, wo mein Glaube der Verfassung unseres Landes widerspricht. Kann mich da jemand aufklären??

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich mit diesem Posting nicht die Bundeszentrale für politische Bildung „bashen“ will. Die hat sich nach Erscheinen und nach schriftlichen Protesten eindeutig von dem Artikel distanziert. Und ich muss nicht noch mal Dinge aufwärmen, die schon mal gesagt worden sind.

Interessant fand ich die Reaktion auf die Reaktion zu dem Artikel: Nach entsprechenden schriftlichen Protesten vom Vorsitzenden der Evangelischen Allianz und anderen assoziierten Werken war in den Medien von „Kreuzzug“ und vom „Sturmlauf“ die Rede. Ich beobachtete daraufhin täglich die Nachrichten; bei der Rhethorik war es zu erwarten, dass einige Evangelikale mit Bombengürteln und Maschinenpistolen in Berlin rumlaufen und den Autoren des Artikels nach dem Leben trachten würden … oder?? … das, habe ich den Eindruck, war zumindest das Bild, das vermittelt werden sollte…

Die beiden Autoren des Artikels haben es sich einfach gemacht: Sie haben einen Artikel über angeblich gefährliche und verfassungsfeindliche Menschen geschrieben, von denen sie genau wissen, dass sie sich über das verbale Maß hinaus nicht wehren. Sie nehmen eine Gruppe aufs Korn, die in den Medien schon oft genug in die Mühlen geraten ist und finden daher fruchtbaren Boden. Und für den weiteren journalistischen Weg kann es ja hilfreich sein, wenn man sich einfach mal ein bisschen von Kreuzrittern verfolgt wähnen darf…

Zum Schluss: Im selben Heft war von einer Konvertitin die Rede, einer Deutschen, die zum Islam übertrat. In diesem Artikel war (seltsamerweise) die Rede davon, wie sehr einem der (islamische) Glaube mit seinen einfachen, festen Regeln halt gibt und das Leben ordnet. Vielleicht ist es ja nicht richtig, aber ich frage mich schon, welche Reaktionen ein Artikel wie der oben erwähnte hervorgerufen hätte, wäre er über Muslime geschrieben worden…