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Da verabschiedet sich ein amerikanischer Traum…

Mal wieder off-topic, aber aktuell:

In unserem Stadtviertel fährt ein Hummer herum. Kein Schalentier, sondern ein protziger Geländewagen, mit dem der Besitzer nie im Leben ins Gelände fahren würde, allein schon aus Angst, ihn schmutzig zu machen. Immer, wenn ich an dem Teil vorbeilaufe, muss ich denken: “Es gibt einfach Leute, für die der Sprit noch viel zu billig ist…”

“SUV”, Sports Utility Vehicle, nennen die Amerikaner diese Autos. Und SUV’s verkörpern etwas vom amerikanischen Traum: Die Freiheit, sich auf jedwedem Gelände zu bewegen (auch wenn man’s im Ernstfall dann gar nicht macht…), die Freiheit, die 50 Meter bis zum nächsten Briefkasten auch noch mit dem Auto zu fahren und die Freiheit, Platz in der Karre zu haben. Bei ziemlich durstigen Motoren.

Das funktionierte – so lange der Sprit fast so billig wie Mineralwasser war. Doch jetzt hat der gestiegene globale Bedarf und die damit verglichene rückläufige Menge an verfügbarem Rohöl auch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten erreicht…

Auch überm Teich fängt man an, kleinere Brötchen zu backen…

Muss noch hinzufügen, dass ich weder selbst einen Suzuki fahre, noch für Suzuki werben will – fand nur den Film gut. Im Gelände war sowieso mein alter Peugeot 405 besser…


Nun also doch: Ein Citroën

Die Suche war schneller zu Ende, als ich erwartet hatte. Gestern vor einer Woche haben wir ein bisschen “Power-Shopping” gemacht (nicht viel, aber teuer) und uns unseren neuen Fahrbaren Untersatz erstanden. Einen Citroën C8, Bj. 2003, 34000 km. Die Farbe ist etwas gewöhnungsbedürftig (türkisblau – das Auto hier im Bild ist nur eine Modellabbildung, unserer sieht etwas anders aus), aber mit vielen netten Accessoires, die man zwar eigentlich nicht braucht, die aber das Leben im Auto etwas angenehmer machen. Da ist z.B. natürlich eine Klimaanlage, aber die ist ja nix besonderes mehr heutzutage. Lichtsensor (beim Durchfahren eines Tunnels schaltet sich von selbst das Abblendlicht an und anschließend wieder aus), Regensensor (bei Regen schaltet sich der Scheibenwischer selbsttätig ein), ein mit der Klimaanlage verbundenes Kühlfach für Getränke (wenn’s ums Thema Verpflegung geht, sind die Franzosen eben immer praktisch veranlagt…) und so weiter. Vom Aspekt der Familienkutsche freuen wir uns über 2 Schiebetüren, gut erreichbare und verstellbare Sitze, gefühlte hunderte von Ablagefächern, die Sonnenrollos, die bereits serienmäßig in die Autotüren mit eingebaut sind (bis jetzt hatten wir als Schattenspender immer Spucktücher ins Fenster geklemmt – sah echt assig aus!). Und ein Fahrgefühl wie im Raumschiff – naja, ein Vergleich mit unserem alten Peugeot 405 ist in der Hinsicht wohl nicht sehr aussagekräftig. Nach einigem Rumgezicke der Zulassungsstelle (ich hasse Behördengänge!) stand er dann gestern mit den neuen Nummernschildern da. Ich hoffe, dass er uns mal eine Weile mit Pannen und Reparaturen in Ruhe lässt. Ich habe zwar einige Bedenken hören müssen in dem Bereich, aber die Tests, die ich so im Internet von Eigentümern und Autogesellschaften lesen konnten, waren wesentlich positiver. Es existiere wohl kein Qualitätsunterschied zwischen dem Peugeot 807 und dem Citroën C8 – was vermutlich daran liegt, dass die beiden mit denselben Motoren von ein und derselben Firma (dem französischen PSA-Konzern) gebaut werden… Einstweilen freuen wir uns auf jeden Fall erst mal über das neue Auto!


Probegefahren: Der Renault Espace

Gestern also hatten wir die zweite Probefahrt, ebenfalls auf der Hanauer Landstraße in Frankfurt. Dieses Mal war der Renault Espace dran. Lustig war zunächst mal, dass die Verkäuferin, die meinen Probefahrttermin am Telefon entgegengenommen hatte, den Termin irgendwie versemmelt hatte und deshalb kein “Grand Espace” (der ist noch mal 30 cm länger als das Standardmodell) zur Verfügung stand. War ihr ziemlich peinlich, ich musste nur schmunzeln und (in meiner beruflichen Eigenschaft) denken: “Was für eine Genugtuung, dass so was auch anderen passieren kann…”. War ja nicht weiter schlimm, fürs Probefahren tut’s ja auch ein normales Modell.

Der erste Eindruck war ohne Frage gut: Erstklassige Rundumsicht und gute Abdeckung der “toten Winkel” durch Spiegel. Viel Raum für Fahrer und Beifahrer, viele Ablageflächen, Bedienelemente gut und sinnvoll angeordnet (fand ich zumindest). Ein durchzugstarker Dieselmotor, den man im Innenraum kaum hören konnte. Besonders witzig: Für das Auto braucht man keinen Schlüssel mehr, sondern eine elektronische Karte, etwa so groß wie eine Kreditkarte. Wenn man die bei sich trägt, schließt das Auto automatisch ab, sobald man sich entfernt und auf, sobald man sich nähert. Es gibt auch kein Zündschloss mehr, sondern einen Kartenslot, in den die Karte eingesteckt wird. Gestartet wird ebenfalls nicht mit Zündschlüssel, sondern mit “Start-Knopf”. Und eine Handbremse gibt es auch nicht (zumindest nicht den Hebel dafür), die arbeitet automatisch.

Wer jetzt wissen will, wozu der ganze elektronische Krempel gut sein soll, dem kann ich nur sagen: “Keine Ahnung”. Bis jetzt kam ich mit Zündschlüsseln ganz gut zurecht. Das System Espace soll halt diebstahlsicherer sein…

Die Fahrt selbst war sehr angenehm, er hat (für einen Van) eine schöne Straßenlage, nicht wie in früheren Modellen französischer Autos, wo man in jeder Kurve bei noch so sachter Geschwindigkeit befürchtete, gleich nach der Seite abzuheben. Der Espace hat ein straffes Fahrwerk, das auch Unebenheiten auf der Straße angenehm schluckt. Etwas ungewöhnlich ist die digtale Geschwindigkeitsanzeige, aber auch daran gewöhnt man sich.

Allerdings gibt es 3 Aspekte, von denen wir gar nicht begeistert waren. Zum einen, dass der Espace nicht über Schiebetüren verfügt. Auf Anfrage wurde mir erklärt, dass Renault das nicht machen will, weil sonst das “PKW-Flair” (???) verloren ginge. Seltsame Begründung. (Wer kauft sich einen Van, wenn er “PKW-Flair” haben will ???)

Ich merkte, dass es nicht einfach ist – wie gestern geschehen – , ein schlafendes Kleinkind aus dem montierten Kindersitz herauszuheben, ohne dass es aufwacht, weil man einfach nicht den Platz zum Manövrieren hat. Entsprechendes gilt natürlich auch für die Montage des Sitzes selbst. Das war beim Peugeot 807 aufgrund der vorhandenen Schiebetüren ein ganz entscheidender Pluspunkt.

Nächster Aspekt: Der Espace ist ein 7-Sitzer. Problem ist: sind alle 7 Sitze montiert, ist hinten wirklich gar kein Platz mehr, um noch so was wie Gepäck unterzubringen (das betrifft die Normal-Version, der Grand Espace ist, wie gesagt, 30 cm länger). Und wer in auf einem Sitz der hinteren Reihe Platz nehmen will, der sollte weder größer als 1,75 m sein (sonst wirds mit der Kopffreiheit eng…) noch übergewichtig oder ungelenkig – es ist von der Seitentür aus nicht sehr bequem, nach hinten einzusteigen, da sich der Sitz, an dem man vorbei muss, zwar nach vorne schieben, aber nicht hochklappen lässt. Schade. Intelligente Raumnutzung und der zur Verfügung stehende Raum an sich sind nun mal für eine Familienkutsche Kaufkriterien. Der dritte Aspekt wäre dann noch der stolze Preis, auch bei den gebrauchten Modellen.

Alles in allem nicht enttäuschend, aber etwas ernüchternd. Sieht so aus, als wäre doch im Augenblick der Peugeot 807 unser vorläufiger Favorit…


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