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Nee, oder?

Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich: Da will mich jemand verarschen. Aber das Ding gibt es bei amazon.com wirklich zu kaufen:

 

 

 

What the f***??

Nach dem Fundstück werde ich nach alipius’ vorbild die Kategorie “Whiskey-Tango-Foxtrot?” einführen.


Das richtige Outfit, Teil V: Der Schild

Kommen wir zu einem Ausrüstungsgegenstand, der für einen römischen Legionär im Kampf – neben der eigenen Waffe – von größter Wichtigkeit war: Dem Schild. Schilde gab es in vielerlei Form; rund, oval, rechteckig, eine gerade Platte, halb gebogen, mit Metall eingefasst, aus Flechtwerk, Holz oder mehreren Materialien (z.B. Holz mit Bronzeüberzug o.ä.). Im Bild zu sehen ist der Standard-Langschild eines römischen Fußsoldaten. (Wobei die Standardformen über die Jahrhunderte hinweg variierten).

Ein Schild konnte durchaus auch als Waffe eingesetzt werden: Man konnte einen Gegner damit entweder zurück oder zu Boden drücken, kleine Rundschilde konnten auch als Hiebwaffe eingesetzt werden. Hauptaufgabe des Schildes war natürlich der Schutz der vitalen Körperregionen: Rumpf, Oberschenkel, Oberarme – sowie das Abwehren von vom Gegner geführten Hieben. Die Verwendung des Schildes als Waffe wurde von den Römern perfektioniert: Auf Kommando war eine Einheit in der Lage, eine so genannte testudo zu bilden, eine Schildkröte. Das war dann ein durch Schilde geschützter Block von Soldaten, dem weder Steine noch Pfeile etwas anhaben konnten, und die auf diese Art und Weise unbeschädigt auf Nahkampfdistanz an den Feind herankommen konnten.

Auch bei der geistlichen Waffenrüstung aus Epheser 6 hat der Schild eine wichtige Funktion:

Vor allem haltet das Vertrauen auf Gott als Schild vor euch, mit dem ihr alle Brandpfeile des Satans abfangen könnt. (Epheser 6,16; Gute Nachricht)

Irritierend finde ich an dem Vers zunächst einmal, das von Brandpfeilen die Rede ist. Kaum ein vernünftiger Heerführer würde Brandpfeile gegen Infanterie einsetzen lassen (Bei “Gladiator” war’s wohl einfach nur deshalb, weil’s spektakulär aussah…): sie sind wegen des zusätzlichen Gewichtes zu ungenau und haben eine kürzere Reichweite.

Aber hier in dem Bild hat es seinen Sinn: Die Brandpfeile sind Geschosse, die neben dem Schmerz beim Auftreffen des Pfeils noch weitere Wirkung haben: Sie setzen in Brand, worauf sie treffen. Mit anderen Worten: der Teufel (der hier ja laut Paulus die Pfeile abschießt) setzt auf einen fortschreitenden Effekt, er will nicht einfach so mal weh tun. Angefangen vom “Sollte Gott wirklich gesagt haben?…” am Anfang bis zum Säen von Zweifel, Angst, Hass, Neid, Eifersucht, Geiz u.ä. in unserem Leben. Das sind ja nie statische Eigenschaften, sondern sie machen was mit uns. Sie zeigen Wirkung – sie setzen uns in Brand.

Auslöschen können wir diese Geschosse mit dem “Schild des Glaubens” (Luther): Damit, dass wir unser ganzes Vertrauen auf Jesus setzen – in jeder Lebenslage. Das ist oft leichter gesagt als getan, der eine oder andere Pfeil trifft trotzdem und haut uns vielleicht auch mal um (ich habe mittlerweile viele Christen getroffen, die, um bei dem Bild zu bleiben, nicht an die Front, sondern ins Lazarett gehören), aber wir können verhindern, dass er uns in Brand setzt und verbrennt. Und wenn wir nicht mehr in der Lage sind, den Schild hoch zu halten; dieses Vertrauen aufzubringen, dann gibt es vielleicht andere, die uns mittragen können.

Da, finde ich, lässt sich das Bild der “Schildkröte” schön auf die Gemeinde (oder Gemeinschaft oder Kirche oder was auch immer, auf die Gemeinschaft von Christen halt) übertragen: Da, wo ich nicht mehr kämpfen kann, können andere die Schilde über mich halten. So ein Block von Schilden ist schwerer anzugreifen und es ist schwerer, einen Einzelnen zu treffen. Und nicht zuletzt ist es Jesus selbst, dem ich vertraue, der verhindert, dass mich diese brennenden Pfeile erledigen.

Er breitet seine Flügel über dich, ganz nahe bei ihm bist du geborgen. Wie Schild und Schutzwall deckt dich seine Treue. (Psalm 91,4)


Das richtige Outfit, Teil IV: Die Schuhe

Ein weiterer wichtiger Ausrüstungsgegenstand der römischen Armee waren die Soldatenstiefel, die caligae. Wenn ich über römische Rüstungen schreibe, habe ich hier im Rhein-Main-Gebiet den Vorteil, dass ich nicht weit weg von der Saalburg wohne, einem rekonstruierten und wieder aufgebauten Kastell, das zum Limes gehörte. Darin sind u.a. Nachbildungen der Ausrüstung römischer Legionäre zu bewundern.

Eines der Ausstellungsstücke, die meine Aufmerksamkeit auf sich zogen, waren eben diese Schuhe, die ein römischer Soldat trug. Die Besonderheit an diesen Schuhen war, dass jeder von ihnen aus einem einzigen Stück Leder gearbeitet war, da war nichts geschnitten und angenäht. Das verlieh den Schuhen eine ungewöhnliche Stabilität. Das zweite beachtenswerte ist die genagelte Sohle – im Bild gut zu sehen. Die hatten einen ähnlichen Effekt wie die Stollen beim Fußballstiefel: sie sorgten für guten und sicheren Halt auf weichem und nassem Untergrund. Im Kampf konnte so etwas lebensrettend sein bzw. den entscheidenden vorteil verschaffen gegenüber einem Gegner, der (meistens) barfuß war. Ferner war der Zweck des Schuhwerks – natürlich – das Fortkommen des Soldaten, die volle Beweglichkeit in jeder Art von Gelände, auch bei ungünstigen Verhältnissen.

In Paulus’ Bild von der Waffenrüstung haben auch die Schuhe ihren Platz: “Bekleidet euch an den Füßen mit der Bereitschaft, die Gute Nachricht vom Frieden mit Gott zu verkünden.” (Gal. 6,15). Eigentlich logisch: Da, wo es ums Fortkommen oder Vorwärtskommen geht, verortet Paulus die Bereitschaft, Gottes Gute Nachricht weiterzusagen. Neben den kämpferischen Elementen der Rüstung geht es hier darum, einen Auftrag zu erfüllen – an ganz verschiedenen Orten und unter verschiedenen Umständen. Nicht jeder hört das Evangelium von Jesus gerne, und, auch wenn es uns als Christen in Deutschland auch, was die evangelistischen Möglichkeiten angeht, eigentlich gut geht, so sieht es in anderen Orten der Welt ganz anders aus. Und wir wissen ja auch nicht, wie lange wir diese Freiheit noch haben werden.

Noch ein kurzes Wort zum Thema “Verkündigung”: Die geschieht sicherlich in vielen Fällen auf verbalem Weg, aber nicht immer. Oft verkündigen Taten (unser Leben) lauter als Worte: Die Menschen mögen an dem zweifeln, was du sagst, aber sie werden vermutlich eher glauben, was du lebst. Insofern sind die Schuhe ein wichtiger Teil der Rüstung: Sie wirken mit allen anderen Ausrüstungsteilen zusammen.


Die Macht der Worte

megaphonWorte können in der zwischenmenschlichen Kommunikation gewaltige Auswirkungen haben. Es ist ja nicht nur einfach Information, die weitertransportiert wird, sondern das verknüpft sich mit dem Charakter, der Persönlichkeit, der Erfahrungswelt, der persönlichen Beziehung des Hörers zum Sprecher. Und umgekehrt.

Man kann einen Satz, der für sich genommen einfach nur eine Information ist,  ja schon allein auf verschiedenen Ebenen wahrnehmen. Nehmen wir mal an, ein Ehemann sagt zu seiner Frau: “Schatz, das Bier ist alle”. (Das Standard-Chauvi-Beispiel, ich weiß…). Hört die Frau auf der Appell-Ebene, dann versteht sie: “Hol’ mir ein neues!”. Hört sie auf der Beziehungsebene, dann versteht sie: “Hast du gerade nix zu tun?”. Hört sie hingegen auf der Ebene der Sachbotschaft, dann nimmt sie nur die Nachricht “Mein Glas ist leer” wahr. Oder, eine andere Möglichkeit, die Ebene der Selbstoffenbarung. Das hieße, dass der Mann sagt: “Ich hab’ Durst”.

Bei einem Zeitmanagement-Seminar Anfang des Jahres wurde uns gesagt, dass Frauen im Allgemeinen eher auf dem Beziehungsohr und dem Appellohr hören, die Männer eher auf dem Sachohr und dem Ohr der Selbstoffenbarung. Das mag pauschalisierend sein, für mich war es neu, da ich die entsprechende Literatur bis dato noch nicht gelesen hatte.

Es gibt also immer mehrere Seiten einer Nachricht. Einfache Worte können, je nachdem, von wem, zu wem, in welcher Betonung und in welchem Zusammenhang sie gesprochen werden, wesentlich mehr bewirken, als ihr bloßer Wortlaut das vermuten lässt.

Ganz deutlich wird das bei Gerüchten, die in die Welt gesetzt werden. Die bestehen in der Regel aus einem kleinen Teil richtiger Infos, einem größeren Teil Spekulation, einem gewaltigen Teil hochspekulativer Verbindung der Infos zur Persönlichkeit und dem Charakter des Menschen, über den geredet wird und Zukunftsaussichten. In Gemeinden wird diese Art der Kommunikation nicht selten dazu gebraucht, eine bestimmte Person zu diskreditieren, zu isolieren, fertigzumachen.

Das gab es wohl schon zu Paulus’ Zeiten. Im 4. Kapitel des Epheserbriefs schreibt er folgendes:

Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. (Epheser 4,29)

Was ist “faules Geschwätz” in dem Zusammenhang? Das gr. Wort sapros ließe sich mit “faul, modrig, hässlich oder unnütz” übersetzen. Worte also, die Wirkung haben. Wenn ich im Herbst aus meinem Schrebergarten Äpfel geerntet habe und beim Pflücken oder Einlegen in die Kiste nicht aufgepasst habe, gab es Druckstellen. Die fingen irgendwann an, zu faulen – und wenn man die faulen Äpfel nicht schnell genug aus der Kiste nahm, waren irgendwann alle faul.

flüstern“Faules Geschwätz” ist also Gerede, das Wirkung zeigt. Nicht einfach nur Worte, die gesprochen, gehört und wieder vergessen werden, sondern Worte, die beim Hörer ein bestimmtes Bild erzeugen – sei es ein Bild von der Gemeinde, ein Bild einer bestimmten Situation oder – am häufigsten – ein Bild einer anderen Person. “Faules Geschwätz” wird nicht offen vorgetragen, sondern nimmt seinen Weg hinter dem Rücken der Betroffenen. Und es kann verheerende Auswirkungen haben, Vertrauen nachhaltig beschädigen und auch eine Atmosphäre der Offenheit, der Geborgenheit und der gegenseitigen Annahme verhindern. Wer will schon anderen gegenüber offen sein, wenn er sich nicht sicher sein kann, dass das, was er sagt, irgendwann als Waffe gegen ihn verwendet wird?

Was bringt uns dazu, über andere herzuziehen? Wo liegt der Reiz darin, sich hinter dem Rücken von anderen über sie zu echauffieren oder sich über sie lustig zu machen? Bei mir selbst ist es vermutlich der Wunsch, gegenüber dem, der da in der Kritik steht, gut dazustehen. Indem ich – tatsächliche oder nur vermutetet – Fehler anderer breit trete, rücke ich mich selbst in ein besseres Licht. Oder, auch das gibt es: Ich will den anderen schädigen, ihn in der Gemeinschaft ausgrenzen und dafür sorgen, dass das, was er sagt, nicht ernst genommen wird. Das ist “faules Geschwätz”.

An Stelle desselben sollen wir lt. Paulus reden, was “gut ist, was erbaut und was notwendig ist” (eigentlich die genau gegensätzlichen Eigenschaften zu den möglichen Wortbedeutungen von sapros. Aber wie mache ich das? Vielleicht, in dem ich mir jeden Tag bewusst mache, was in meinem eigenen Leben nicht in Ordnung ist – nicht, um mich selbst runterzumachen, sondern um mir die Gnade Gottes groß zu machen – für mich und andere.

Deshalb ist es wichtig, auf “Worthygiene” zu achten. Das wird sicherlich nicht immer gelingen, weil selbst bei den besten Absichten der andere noch was falsch verstehen kann – aber ich kann zumindest von meiner persönlichen Einstellung her darauf achten, dass ich Gutes sage, was erbaut und was notwendig ist.


Was mache ich hier eigentlich?

So, die Chagall-Woche ist vorbei (schloss mit einem schönen Gottesdienst vor knapp 400 Besuchern ab und mit Gedanken zum Thema “Passion” bei Marc Chagall) und ich bin platt. Habe mir den gestrigen Tag noch als freien Tag gegönnt und habe mit der Ältesten einen “Papa-Tochter-Tag” gemacht.

Gestern abend war Sitzung des Ältestenkreises und da hat mich der Gemeindealltag wieder. Wir befinden uns als Gemeinde in einem Prozess, in dem wir uns überlegen und auch vor Gott erfragen, was unser Platz als Gemeinde in dieser Stadt ist – und was unser Auftrag. Und wo unsere Potenziale liegen. Was dabei am Ende rauskommen wird, weiß ich selbst noch nicht so genau, aber es ist spannend, diesen Weg mitzugehen.

Ein Gedanke, der mich in der letzten Zeit immer wieder bewegt, ist der nach meinem persönlichen Verhältnis zu meinem Dienst. Ich bin mit vielen Ansprüchen konfrontiert, wie ein Pastor zu sein hat, was er drauf zu haben hat, wieviel Zeit er für die Gemeinde zu verwenden hat und zu welchen Tageszeigen / Wochentagen und so weiter. Um kein falsches Bild zu vermitteln, muss ich auch dazu sagen, dass die meisten Menschen in der Gemeinde uns sehr liebevoll begegnen und Ewartungen als Bitten und im freundlichen Tonfall äußern. Natürlich gibt es auch andere (zeitweise laute) Stimmen; aber das ist wohl in den allermeisten Gemeinden so. Und viele dieser Erwartungen sind ja nicht aus der Luft gegriffen, die Gemeinde hat ja nun mal einen Theologen für die vollzeitliche Aufgabe des Gemeindehirten engagiert, was natürlich bestimmte Aufgabenbereiche beinhaltet.

Was mich persönlich daran bewegt, ist die Frage: Wie soll ich denn als Pastor sein? Evangelistischer? Seelsorgerlicher? Ökumenischer? Organisierter? Aktiver? Die Liste mit Vorschlägen ließe sich noch beliebig verlängern. Mich hat das schon oft zu der Frage geführt, ob ich dem allem gewachsen bin, und ich kenne Zeiten der Verzagtheit, der schlaflosen Nächte und des grüblerischen Selbstmitleids. Und Zeiten, in denen ich den Eindruck hatte, das alles wächst mir über den Kopf.

Auch in den letzten Wochen machte ich mir einen Kopf darüber, wie ich den Ansprüchen einzelner aus der Gemeinde begegnen soll – inwiewieit sie berechtigt sind, wie ich mit unfreundlichem und verurteilendem Tonfall bei Kritik umgehe, wie ich es schaffe, andere im Glauben vorwärts zu bringen und und und… und was ich dafür konkret ändern bzw. tun muss. Gestern abend dann wieder mal so eine schlaflose Stunde, in der Gott einiges zu sagen hatte: Mit dem Hinweis auf Psalm 45 lag ich um 0.00 Uhr hellwach im Bett, stand auf, schlug in der Lutherbibel den Psalm auf und mein Blick fiel spontan auf den 5. Vers. Da steht:

Zieh einher für die Wahrheit, in Sanftmut und Gerechtigkeit, so wird deine rechte Hand Wunder vollbringen.

Ich muss dazu sagen, dass ich wirklich nicht jemand bin, der einfach die Bibel aufschlägt, den Finger auf einen Vers legt und denselben einfach mal so auf sich anwendet. Und ich sass gestern auch eine Weile da und war am Grübeln, ob das nicht nur ein Hirngespinst war, oder ob es Gott ist, der da zu mir spricht. Aber es passte einfach zu gut zu all dem, was mich in der letzen Zeit bewegt. Und es brachte mir eine unbeschreibliche Ruhe (und einen guten Schlaf…).

Richtig ist: Geh den Weg in Wahrheit, ohne auf Menschen herabzublicken und indem du dich um das kümmerst, was sie wirklich brauchen. Das muss vor allen externen Ansprüchen stehen: Sich auf das Wort Gottes zu gründen und von dort seine Identität und seinen Wert zu beziehen – und von daher sortiert sich der Dienst. Eigentlich weiß man so was ja schon als Dienstanfänger, aber es ist immer wieder gut, daran erinnert zu werden…

Ich glaube, es ist für mich dran, am Thema “Menschenfurcht” und deren Minderung in meinem Leben nachzudenken … und darüber, wer ich durch Gottes Gnade bin…


Fenster zur Bibel – Werke von Marc Chagall

plakat-chagallwoche1Vielleicht eine kurze Erklärung, warum ich im Augenblick nicht so viel blogge, wie ich es gerne tun würde: Wir stecken mitten in den letzten Vorbereitungen zur ökumenischen Chagall-Ausstellung, die vom nächsten Sonntag an in Bad Vilbel stattfinden wird. Beteiligt sind dabei die Evangelische Kirche des Stadtteils Dortelweil, das katholische Seelsorgegebiet St. Marien und wir als Freie evangelische Gemeinde.

Durchgeführt wird die Woche von Heiner Eberhardt, Mitarbeiter der “Klostermühle” in Obernhof an der Lahn, die gehört zur Missionsgemeinschaft der Fackelträger.

70 Exponate des jüdischen Malers werden ausgestellt und könnten betrachtet werden, dazu wird es eine größere Anzahl von Führungen geben, Vorträge zu bestimmten Themen, die in Chagalls Bildern immer wieder auftauchen (z.B. “Schöpfung”, “Exodus”, “Engel” usw…). 2 Konzerte sind eingeplant (jüdische Lieder und Klezmer-Musik), ein Phantomimeabend, 2 Workshops mit dem Titel “von der Bibel zum Bild” usw…

Ihr seht: Es wird ordentlich was los sein.

 

Marc Chagall wurde 1887 bei Witebsk (heute in Weißrussland) geboren. Nach einer turbulenten Schulzeit (das Leben war damals auch in Russland für Juden nicht leicht…) in St. Petersburg und dem Kennenlernen seiner späteren Frau, Bella Rosenfeld, zog er 1910 mit einem Stipendium in der Tasche nach Paris und eröffnete dort in der Nähe der Gare Montparnasse sein erstes eigenes Atelier. 1912 zog er in ein größeres Atelier um, was ihm die Anfertigung größerer Bildformate erlaubte.

1914 besuchte er, nach einer Ausstellung in Berlin, seine Heimat Russland. Während dieses Besuches brach der erste Weltkrieg aus; die Grenzen wurden geschlossen und er musste in Witebsk, seiner Geburtsstadt bleiben. Dort heiratete er 1915 seine Frau Bella. 1916 wurde ihr erstes Kind geboren.

Chagall unterstützte die Revolution in Russland und eröffnete 1919 als “Kommissar für schöne Künste” eine Kunstschule in Witebsk. Nach grundlegenden Differenzen mit einigen Mitstreitern und einem kurzfristigen Umzug nach Moskau (wo die Familie in Armut leben musste) zog Chagall 1922 zunächst nach Berlin, ein Jahr später wieder nach Paris.

1931 reiste Chagall nach Palästina, um sich inspirativ mit den Landschaften des biblischen Landes vertraut zu machen. von 1931 bis 1939 und von 1952 bis 1956 arbeitete er intensiv an Bildern mit Motiven aus der Bibel.

In Deutschland wurden Chagalls Werke in den späten dreißigern als “entartete Kunst” klassifiziert und eingezogen. Chagall selbst musste nach der Besetzung Frankreichs um sein Leben und das seiner Familie fürchten. 1941 entging er nur knapp einer Auslieferung an die Deutschen. Im selben Jahr wanderte er mit seiner Familie in die USA aus, von wo aus er 1948 wieder nach Paris zurückkehrte.

Nach einem bewegten und schöpferischen leben starb Marc Chagall 1985 in Saint-Paul-de-Vence.

Ein zentrales Anliegen von Chagall war die jüdisch-christliche Verständigung, was ihn dazu bewegte, für nicht weniger als 7 Kirchen (darunter die Kirche St. Stephan in Mainz) Kirchenfenster anzufertigen. Die Kirchenfenster in Mainz waren ein besonderes Projekt, denn Mainz war im Mittelalter Ausgangspunkt mehrerer heftiger Judenpogrome. Die Fenster von St. Stephan sollten dagegen ein Zeichen dauerhafter jüdisch-christlicher Verbundenheit setzen.

Bekannt sind von Marc Chagall allen, die schon Israel bereist haben, vor allem die 12 Fenster der Synagoge des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem, von denen jedes jeweils einen Stamm Israels darstellt.

So viel zu Marc Chagall (in Kurzform). Ich bin auf jeden Fall gespannt – auf die Ausstellung und die Resonanz darauf.


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