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Lecker fasten

Ich habe dieses Jahr keine besonderen Vorsätze für die Fastenzeit gefasst, zumal ich mich grundsätzlich im Augenblick schon einschränke. Verzicht auf Fleisch? Mache ich z.Zt. ohnehin, allerdings aus gesundheitlichen Gründen. Verzicht auf Alkohol? Den trinke ich so selten, dass “sieben Wochen ohne” nicht wirklich ein Verzicht gewesen wäre. Kaffee? Ok, auf den verzichte ich dieses Jahr nicht.

Gestern abend bin ich einer Einladung der lokalen ACK gefolgt (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen), wo öffentlich über das Thema “Taufe” gesprochen wurde, auch über die unterschiedlichen Verständnisse und die unterschiedliche Taufpraxis verschiedener christlicher Konfessionen.

Wir waren zu Gast in der syrisch-orthodoxen Gemeinde in Bad Vilbel. Da war ich zum ersten Mal und war sehr berührt von der Freundlichkeit und der Gastfreundschaft der Menschen dort. Hatte einige nette Unterhaltungen (und dabei, so nebenbei auch einige Details darüber erfahren, was es für diese Menschen hieß, als christliche Minderheit in einem islamischen Land zu leben…). Und die Teilnehmer und Gäste des Abends waren eingeladen, sich an einem Buffet zu bedienen, auf dem syrische und türkische “Fastenspeisen” standen. Fasten heißt hier: Keine tierischen Produkte wie Fleisch, Milch, Ei o.ä.

Ehrlich, ich musste mich zurückhalten, um nicht noch einen zweiten Nachschlag zu holen – hätte nie gedacht, dass Fasten so gut schmecken kann: Sesamkringel, Mandelkuchen mit Zitrone, Orange, Honig und Sesam, leckere Salate und eine Art Couscous. Wenn das Fastenspeisen sind, was essen orthodoxe Christen dann erst am Ostersonntag?


Wie das Land, so das …

ACHTUNG! Dieser Artikel enthält Werbung! Und das gerne!

Was gibt es bei diesen Temperaturen schöneres als ein gepflegtes kühles Bier am Abend? Da werde selbst ich zum Biertrinker, obwohl ich mich bei dem Getränk sonst eher zurückhalte. Aber wenn, dann bevorzuge ich eher herbere Biere, was mich unausweichlich zum friesischen Brauhaus Jever führt. Die haben 2002 ein schönes, süffiges Schwarzbier namens “Jever Dark” auf den Markt gebracht, was schnell zu einem meiner Lieblingsbiere avancierte.

Jever DarkMit Müh und Not und unter Einschaltung mehrerer Kontakte, die ihrerseits wiederum Kontakte zu Lebensmittelgroßmärkten hatten, gelang es mir vor 2 Jahren, einen Kasten davon hier im Rhein-Main-Gebiet zu ergattern (keine Chance in irgendeinem Getränkemarkt hier…). Leider hat Jever die Produktion des Bieres 2008 eingestellt, wie ich unlängst im Norden vor Ort erfahren habe (2 meiner Schwager wohnen in der Stadt…). Was ich sehr schade finde; vermutlich gab’s einfach doch nicht genug Abnehmer.

Von besagtem Kasten sind noch zwei Flaschen übrig – zwar schon jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums, aber das Bier ist immer noch gut. Jetzt überlege ich mir, ob ich die noch Schluck für Schluck genießen oder bei Ebay verticken soll…


Echt im Geschmack …

In Anlehnung an die letzten beiden Posts musste ich an eine Folge von “Die Kochprofis” denken, die ich vor ein paar Monaten mal gesehen hatte. Das Format der Sendung dreht sich um 3-4 Spitzenköche, die gemeinsam ein schlecht gehendes oder aufbesserungswürdiges Restaurant suchen, um in 3 Tagen den Laden betriebswirtschaftlich, arbeitsökonomisch und natürlich kulinarisch auf Vordermann zu bringen. In besagter Folge schwitzten unsere 3 in der Küche und zauberten ein Menü, das die Besucher des betreffenden Restaurants so noch nicht gesehen, geschweige denn gegessen hatten. Die Rückmeldungen waren natürlich überwältigend gut – bis auf 3 Freunde aus einer Männer-WG, die allesamt zurückmeldeten, die Speisen wären zu lasch gewürzt, man würde kaum was schmecken. Dem Koch Martin Baudrexel, der noch vom Stress in der Küche ziemlich unter Strom stand, platzte der Kragen, er ging raus und unterhielt sich mal mit den dreien, um herauszufinden, was denn da los war. Was war an dem Geschmack der drei Männer anders?

Die Lösung ließ sich in einem Wort zusammenfassen: Mononatriumglutamat, das Natriumsalz der Glutaminsäure (E 620). Ein Geschmacksverstärker, der bereits in allerkleinsten Mengen Wirkung zeigt, und hauptsächlich verwendet wird, um Fertiggerichten, die im Laufe der industriellen Fertigung ihren Geschmack verloren haben, denselben wieder zurückzugeben. Und der hat nicht nur Wirkung auf das jeweilige Gericht, sondern auch auf den Konsumenten – wenn ich mal Wikipedia zitieren darf: “Die regelmäßige Verwendung von Natriumglutamat kann unter anderem dazu führen, dass der natürliche Geschmack von Produkten – vor allem derer ohne Geschmacksverstärker – als fade empfunden wird.” Und das ist nur eine Wirkung. (Das war übrigens die Lösung des Problems: In der Männer-WG regierte die Mikrowelle, die jeweils Fertigfutter aufwärmte…)

Mononatriumglutamat (und, auch in Fertiggerichten, vor allem Zucker in verschiedenen Formen) bewirken in aller Regel, dass man von dem Gericht mehr isst, als eigentlich nötig wäre. Neben verschiedenen Risiken wie der Möglichkeit von Leberschäden oder der Krebsgefahr (alle nicht eindeutig bewiesen), besteht die Möglichkeit der Gewichtszunahme. Richtig ist auf jeden Fall, dass Menschen, die häufiger Fertigprodukte essen, in der Regel eher zu Übergewicht neigen. In der Kurklinik, in der ich letzten November war, hat man uns eindringlich vor der Verwendung von Fertigprodukten (“Convenience Food”) gewarnt und uns nahegelegt, so oft es geht, frische Zutaten zu verwenden; sich Zeit zu nehmen zum Kochen. Zeit, die uns angeblich so oft fehlt im Alltag, wobei ich immer wieder merke, dass Zeit haben auch was mit sich-Zeit-nehmen zu tun hat.

Ich habe das Glück, dass meine Frau, die ja – wie gesagt – im Augenblick ihr Arbeitsfeld zuhause hat, nur in seltensten Fällen Fertigprodukte verwendet. (Ich übrigens auch nicht, wenn ich koche – was z.Zt. leider nur selten vorkommt). Da wird noch alles richtig von Hand gemacht, nicht einfach nur eine Tüte ausgeleert. Sie hat das ohne Zweifel in ihrer Familie gelernt und auch in Frankreich, wo sie studiert hat: Dort lässt man sich eine Menge Zeit zum Kochen (und zum Essen), und ein Franzose gibt schon mal bis zur Hälfte seines Monatsgehalts für die Verpflegung aus. (Dafür ist z.B. das Auto nicht so ein Heiligtum wie hierzulande…)

Macht natürlich mehr Aufwand, schmeckt allerdings auch besser – und ist nicht so heftig belastet wie das Fertigzeugs. Ist gesünder. Für Fertigprodukte gilt im Allgemeinen der schöne Spruch: “A moment on the lips, a lifetime on the hips”.

Im Glauben geht es mir ganz ähnlich (“convenience faith” anstatt von “convenience food”): Da fällt es mir auch leichter, auf das Trittbrett eines vorbeifahrenden bzw. -ziehenden Trends zu springen, anstatt meine eigene Beziehung zu Gott zu pflegen und zu leben. Das muss sich nicht gegenseitig ausschließen, ich weiß, aber ich habe mir schon oft von diesem oder jenem Programm oder Trend Hilfe und Wachstum im Glauben versprochen, manchmal hat’s auch geholfen. Aber meine Beziehung zu Gott vertiefen, wachsen lassen, mich selbst im Spiegel von Gottes Willen zu sehen – das ist eine Sache zwischen Gott und mir. Natürlich, nicht künstlich. So, wie ich bin. Und Wachstum im Glauben, mehr Nähe zu Gott, das fängt da an, wo ich mir klar werde, dass ich vor Gott mit leeren Händen dastehe und ihm diese hinstrecke. Und dass es für die Reife im Glauben nun mal keine Abkürzungen, Instant-Lösungen oder Patentrezepte gibt…


Wer mag noch Oliven?

Mein werter Kollege Christof Lenzen, dessen Blog ich regelmäßig lese, hat vor kurzem sein literarisches Erstlingswerk beim Brockhaus-Verlag veröffentlicht. “Glauben genießen” – ich habs noch nicht gelesen, aber das Titelbild lädt mich zumindest zum Genießen ein. Ich liebe mediterranes Essen, kommt bei mir nach indischen Gerichten direkt auf dem zweiten Platz (und ist auch viel einfacher zu kochen .. finde ich!).

Ist ein Buch, das vom Glauben als Genuß schreibt, überhaupt nötig? Auf jeden Fall! Ich habe in meiner Christenlaufbahn schon zu viele Vertreter der Zunft kennengelernt, für die das Christenleben ein einziger Durchmarsch durchs “irdische Jammertal” war, und die daraus die Konsequenz zogen, sich völlig von der Welt zurückzuziehen. In dem Buch – davon gehe ich nach den ersten Berichten aus, die ich von Leuten habe, die es gelesen haben – geht es darum, Gottes gute Gaben dankbar zu genießen, sich zu freuen an dem, was er geschaffen hat. Nicht darum, die Sau rauszulassen, sondern darum, Freude und Zufriedenheit in Gottes Gegenwart zu finden. Das Bild vom Essen kommt dabei nicht ungefähr: Zu Jesu Zeiten bedeutete gemeinsames Essen mehr als nur gleichzeitige Nahrungsaufnahme: Der, mit dem man sich an den Tisch setzte, der genoß das Vertrauen des anderen (man aß oft von einem einzigen Teller bzw. einer Schale – das konnte man eben nur mit Vertrauen dem anderen gegenüber). Das war ein sich-verbinden mit dem anderen.

Genau das hat die Pharisäer so auf die Palme gebracht, wenn Jesus mit den Zöllnern aß. Er snackte nicht nur für den kleinen Hunger zwischendurch, sondern er machte diesen von der Gesellschaft gemiedenen Menschen klar, dass Gott bereit ist, sich mit ihnen an einen Tisch zu setzen.

Ich bin ja mal gespannt auf das Buch!


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