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Des Apologeten Abendgebet

Als Gemeinde stecken wir gerade in der Anfangsphase eines Jüngerschaftsprojektes, das uns bis Dezember beschäftigen wird und von dem ich sehr hoffe, dass es uns geistlich vorwärts bringen wird. Bei der Vorbereitung für die Themen (die immens Zeit beansprucht, aber Spaß macht) merke ich, dass es sich immer wieder lohnt, theologisch (im weitesten Sinne) tief zu buddeln. Das ist wichtig – manchmal ist es auch wichtig, sich theologisch auseinanderzusetzen und Meinungen zu unterschiedlichen Standpunkten auszutauschen.

Was ich aber nicht ab kann, ist pseudotheologische Klugscheißerei, bei der es nur darum geht, einen Gesprächspartner niederzumachen. Und in dem Muster kann man echt schnell landen: Man ist nicht mehr bemüht, die Wahrheit zu finden oder von anderen zu lernen, sondern nur noch Sieger im verbalen Ring zu bleiben. Einer, der das richtig gut konnte, war C.S. Lewis. Er empfand das als eine Schwäche und deshalb fasste er sein Gebet in einem Gedicht zusammen:

From all my lame defeats and oh! much more
From all the victories that I seemed to score;
From cleverness shot forth on Thy behalf
At which, while angels weep, the audience laugh;
From all my proofs of Thy divinity
Thou, who wouldst give no sign, deliver me.

Thoughts are but coins. Let me not trust instead
Of Thee their thin-worn image of my head.
From all me thoughts, even from my thoughts of Thee
O thou fair Silence, fall, and set me free.
Lord of the narrow gate and the needle’s eye,
Take me from all my trumpery lest I die.

C.S. Lewis, “the apologist’s evening prayer”


Ohne Liebe

Mal wieder geklaut, aber trotzdem gut:

Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich.
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos.
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Wahrheit ohne Liebe macht kritiksüchtig.
Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll.
Klugheit ohne Liebe macht gerissen.
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch.
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch.
Macht ohne Liebe macht gewalttätig.
Ehre ohne Liebe macht hochmütig.
Besitz ohne Liebe macht geizig.
Glaube ohne Liebe macht fanatisch.

Ein Leben ohne Liebe macht krank!

“Auch wenn alles einmal aufhört – Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei werden immer bleiben; doch am höchsten steht die Liebe.” – 1. Korinther 13,13


Gott ist da!

Wenn alle besonderen Erlebnisse

so weit weg sind,

dass ich mich frage:

„Habe ich sie überhaupt erlebt?“

dann blicke ich mich um

und sehe Dich, Jesus

und sonst nichts.


Wenn alle großen Veranstaltungen

längst zu Ende sind,

dass ich mich frage:

„haben sie überhaupt stattgefunden?“

dann blicke ich mich um

und sehe Dich, Jesus,

und sonst nichts.


Wenn alle christlichen Freunde

längst abgereist sind,

dass ich mich frage:

„Waren sie jemals bei mir?“

dann blicke ich mich um

und sehe Dich, Jesus,

und sonst nichts.


Wenn alle bewegenden Eindrücke

längst vorüber sind,

dass ich mich frage:

„Hat mich das alles je berührt?“

dann blicke ich mich um

und sehe Dich, Jesus,

und sonst nichts.

.

Eine Meditation zu Markus 9,8 von Hermann Traub


Im Bücherregal aufgegabelt…

Es lohnt sich immer mal wieder, sein Bücherregal durchzuforsten. Vor kurzem fiel mir dabei das Buch “Ansichten aus Wolkenkuckucksheim” (engl. Originaltitel: “View from a bouncy castle”) von Adrian Plass in die Hände, einem von mir sehr geschätzten Autor. In dem Buch gibt es ein Kaptiel über das Thema “Kritik”, in dem sich wiederum ein schönes Gedicht von George Target befindet, das ich hier einfach mal so zitiere. Schließt sich weitestgehend an das “Wächter-auf-den-Zinnen-Posting” an.

Sie rauchen nicht
     aber sie atmen auch nicht
     in tiefen Zügen die frische Luft ein,
sie trinken keinen Wein,
     aber sie finden auch keinen Geschmack
     an Limonade;
sie fluchen nicht,
     aber sie rühmen auch nicht in gewaltigen Worten,
     weder Gedicht noch Gebet;
sie treiben kein Glücksspiel,
     aber sie setzen auch nicht
     ihr ganzes Vermögen auf Gott.
Sie mustern Mädchen und Frauen nicht
mit lüsternen Augen,
     aber sie sind auch niemals außer Atem vor Liebe und Lachen,
     sie spielen niemals ausgelassen unter der Sonne des Hochsommers.
Es ist alles recht bleich und verwachsen;
der große Fürst liegt im Gefängnis.

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