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Mir fehlen die Worte. Die richtigen Worte zumindest.

Via Alipius ein Artikel, der über christliche Helfer berichtet, die den Flutopfern in Pakistan zur Seite stehen wollten und dafür von den Taliban ermordet wurden.

Da weiß ich überhaupt nicht mehr, was ich dazu noch sagen soll. Wie krank muss man sein, um Fluthelfer zu töten, nur weil sie das falsche Buch lesen und dem (aus Taliban-Sicht) falschen Glauben zu folgen? Wie innerlich kaputt ist jemand, der Menschen umbringt, die anderen Menschen in Not helfen wollen, aus welchen Motiven auch immer?

Und wo bleibt eigentlich der empörte Aufschrei deutscher Gutmenschen, die sich ansonsten so vehement einsetzen für Permissivität und Antizionismus Frieden und Gerechtigkeit? Geht das allen am Allerwertesten vorbei, weil die Opfer Christen waren, so nach dem Motto “Selber schuld?”

Meine Gedanken sind auf jeden Fall bei den Familien der Opfer – wie auch bei den Flutopfern, denen die Betreffenden ja aus Liebe helfen wollen (Joh. 15,13). Und bei den Taliban, für die ich bitten will, dass Gott auch sie mit seiner Liebe erreicht und ihnen die Augen für ihr Handeln öffnet.

Die “bad guys” sind allerdings nicht nur die Taliban – es wird aus Pakistan ferner berichtet (Quelle: Open Doors), dass Christen bei der Verteilung der Hilfsgüter massiv benachteiligt werden, viele gehen leer aus. Christen, die vor den Fluten in Moscheen geflüchtet sind, werden massiv bedrängt, zum Islam zu konvertieren.

Man stelle sich mal den Aufschrei in der islamischen Welt vor, wenn ähnliches bei uns unter umgekehrten Vorzeichen stattfinden würde.

Ich bin vollkommen dagegen, die Hilfe einzustellen. Im Gegenteil. Und jeder, der sich um Christi Willen und aus Liebe zu den Menschen in Lebensgefahr begibt, um diesen Menschen in Not zu helfen, hat meine tiefste Hochachtung und mein Gebet. Aber ich finde, man muss auf diese Vorgänge hinweisen, um mal zu merken, mit was für Leuten man es da vor Ort zu tun hat.


What the ****??

Am 11. September 2010 will eine Gemeinde in den USA, in Florida, einen “Koran-verbrennen-tag” durchführen.

*ironie on* Joh, das wird ganz sicher den Eifer islamistischer Terroristen bremsen. Es wird gewiss christlichen Missions- und Hilfsprojekten in islamischen Ländern das Leben einfacher machen und auch den Christen in diesen Ländern ein einfacheres und unkomplizierteres Leben bescheren! *ironie off*

Schwachköpfe!!


Evangelikaliban?

Ich nehme mir so einmal die Woche Zeit, mich in Vilbel in ein Café zu trollen, um dort die größeren Nachrichtenmagazine und Zeitungen durchzuforsten. Das ist bei einer Tasse Milchkaffee schön entspannt und vor allem wesentlich billiger, als wenn ich die Zeitschriften abonnieren würde.

Heute morgen also bei einer Tasse Kaffee die Lektüre des aktuellen SPIEGEL. Auf S. 28 der aktuellen Ausgabe findet sich ein Artikel unter der Überschrift “In Gottes Namen”, ein Text über Rita S. und Anita G., die beiden Bibelschülerinnen der Bibelschule Brake, die vergangene Woche im Jemen von extremistischen Muslimen ermordet wurden. Sie waren Mitarbeiterinnen in einem kleinen Krankenhaus in der jemenitischen Provinz Saada, ein Krankenhaus, das von einer niederländischen (so viel ich weiß, christlichen) Hilfsorganisation betrieben wird.

Was mich ärgert, ist der Unterton des Artikels. Der lässt sich in einem Satz etwa so zusammenfassen: “Die fanatischen Bibel-Fundis sind selbst schuld“. Und, nach dem Motto “Wo das Aas liegt, sammeln sich die Geier”, springt auch Eduard Trenkel, der Sektenbeauftragte der Evangelischen Landeskirche in Kurhessen-Waldeck, den SPIEGEL-Autoren zur Seite: Die Wirkung evangelikaler Missionare in ärmeren Ländern, vor allem denen zwischen dem 10. und 40. nördlichen Breitengrad, sei “verheerend”. In der Tat: Als ich 2 Jahre im Ausland war, konnte ich mich mit eigenen Augen von der “verheerenden” Wirkung der Missionare überzeugen: Krankenhäuser, Schulen, Kinderhorte, Agrar-Projekte, Berufsausbildung, bis hin zum Transportwesen – all das waren “verheerende” Beiträge evangelikaler Missionare zum Leben der Bevölkerung vor Ort (und oft waren die Strukturen, die von den Missionen geschaffen worden waren, die einzigen, die im Land überhaupt einwandfrei funktionierten). Möchte gar nicht wissen, wie viele einheimische Jemeniten in diesem Krankenhaus schon “verheert” worden sind.

Joachim Schmidt, Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, legt noch nach: “Viele Missionare hätten ein klares dualistisches Weltbild – für sie teilt sich die Welt in Licht und dunkel”, beklagt er. Ich empfehle ihm dahingehend mal die Lektüre der Evangelien im Neuen Testament.

Würden tatsächlich (wie es in dem Artikel implizit nahegelegt wird) alle evangelikalen Missionare von ihren Einsatzorten abgezogen werden, dann hätte das in einigen Ländern der dritten Welt spürbare negative Folgen. Aber die sind nun mal aus einem Bürosessel in Kassel schwer abzuschätzen.

Nach einigen einleitenden Sätzen holen die SPIEGEL-Autoren den Knüppel aus dem Sack und verklickern den Lesern mal, wie die evangelikale Szene so drauf ist: “Es ist, in Gottes Namen, ein Milieu, dessen Tonfall sich bisweilen nur in Nuancen – Achtung, jetzt kommt’s – von dem fanatischer Muslime unterscheidet.”

Wow! Irgendwie muss ich die Aufrufe zum Töten Andersgläubiger verpasst haben (muss allerdings gestehen, dass ich die letzten Ausgaben von Idea Spektrum auch nicht mehr gelesen habe…). Und, ehrlich gesagt, sind mir auf evangelikalen Kongressen auch noch nicht so viele verschleierte Frauen begegnet. Und, wo wir schon beim Thema Frauen sind: Die meisten, die ich kenne, sind berufstätig, dürfen ohne männliche Begleitung aus dem Haus gehen, wann sie wollen, sich mit Männern unterhalten und Auto fahren. Und, wenn ich das mal so sagen darf, ich habe noch nie erlebt, das fanatische Muslime ein Krankenhaus für Christen gebaut hätten…

Bin ich da zu idealistisch, oder gibt es einen Unterschied zwischen einem Hass auf alles, was anders glaubt, und der Liebe zu den Menschen – die für Christen eben auch beinhaltet, von ihrem Glauben zu erzählen und auf der Grundlage ihres Glaubens zu handeln, ohne dass der Gesprächspartner zu irgendwas gezwungen wird? In den christlichen Hilfswerken, die ich erlebt habe, wurden Menschen ohne Ansehen der sozialen Klasse oder der Religion behandelt.

Eigentlich lohnt es sich nicht, sich über den SPIEGEL zu ärgern. Der ist nun mal keine kirchen- oder glaubensfreundliche Zeitschrift und dieser spezifische Artikel strotzt nur so von Ignoranz und Arroganz gegenüber angeblich geistig minderbemittelten Bibelfundis. Aber mich drängt es, für die Leute zu beten, die auf dem Missionsfeld ihren Mann bzw. ihre Frau stehen, nicht mit dem Holzhammer, sondern mit Werkzeugen, Fahrzeugen, Büchern, medizinischen Instrumenten und ähnlichem – und die sich in ihrem Dienst ganz in Gottes Hand begeben!


Zum Thema “verfolgte Christen” – sehr guter Artikel…

Bei WELT online ist zum Thema “verfolge Christen” und zur Arbeit des Hilfswerkes “Open Doors” dieser lesenswerte Artikel erschienen…

Hab ich auf dem Blog von Azuriana entdeckt. Schönen Dank!


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