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Bitte langsam und deutlich sprechen

Warum die Technologie der Stimmenerkennung noch verbesserungswürdig ist:

Hilarious!


Linguistische Assimilation bei Kindern

Vor einigen Monaten hörte ich den einen oder anderen besorgniserregenden Satz bei meiner ältesten Tochter. Besorgniserregend im Hinblick auf die Aussprache:

“Ich hab meinen Trinkbescher vergessen…”

oder:

“Wo sind meine Spängelschen für die Haare?”

Hmmmm….

Mein nächster Dienstort wird irgendwann auf jeden Fall außerhalb von Hessen liegen…


Die Macht der Worte

megaphonWorte können in der zwischenmenschlichen Kommunikation gewaltige Auswirkungen haben. Es ist ja nicht nur einfach Information, die weitertransportiert wird, sondern das verknüpft sich mit dem Charakter, der Persönlichkeit, der Erfahrungswelt, der persönlichen Beziehung des Hörers zum Sprecher. Und umgekehrt.

Man kann einen Satz, der für sich genommen einfach nur eine Information ist,  ja schon allein auf verschiedenen Ebenen wahrnehmen. Nehmen wir mal an, ein Ehemann sagt zu seiner Frau: “Schatz, das Bier ist alle”. (Das Standard-Chauvi-Beispiel, ich weiß…). Hört die Frau auf der Appell-Ebene, dann versteht sie: “Hol’ mir ein neues!”. Hört sie auf der Beziehungsebene, dann versteht sie: “Hast du gerade nix zu tun?”. Hört sie hingegen auf der Ebene der Sachbotschaft, dann nimmt sie nur die Nachricht “Mein Glas ist leer” wahr. Oder, eine andere Möglichkeit, die Ebene der Selbstoffenbarung. Das hieße, dass der Mann sagt: “Ich hab’ Durst”.

Bei einem Zeitmanagement-Seminar Anfang des Jahres wurde uns gesagt, dass Frauen im Allgemeinen eher auf dem Beziehungsohr und dem Appellohr hören, die Männer eher auf dem Sachohr und dem Ohr der Selbstoffenbarung. Das mag pauschalisierend sein, für mich war es neu, da ich die entsprechende Literatur bis dato noch nicht gelesen hatte.

Es gibt also immer mehrere Seiten einer Nachricht. Einfache Worte können, je nachdem, von wem, zu wem, in welcher Betonung und in welchem Zusammenhang sie gesprochen werden, wesentlich mehr bewirken, als ihr bloßer Wortlaut das vermuten lässt.

Ganz deutlich wird das bei Gerüchten, die in die Welt gesetzt werden. Die bestehen in der Regel aus einem kleinen Teil richtiger Infos, einem größeren Teil Spekulation, einem gewaltigen Teil hochspekulativer Verbindung der Infos zur Persönlichkeit und dem Charakter des Menschen, über den geredet wird und Zukunftsaussichten. In Gemeinden wird diese Art der Kommunikation nicht selten dazu gebraucht, eine bestimmte Person zu diskreditieren, zu isolieren, fertigzumachen.

Das gab es wohl schon zu Paulus’ Zeiten. Im 4. Kapitel des Epheserbriefs schreibt er folgendes:

Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. (Epheser 4,29)

Was ist “faules Geschwätz” in dem Zusammenhang? Das gr. Wort sapros ließe sich mit “faul, modrig, hässlich oder unnütz” übersetzen. Worte also, die Wirkung haben. Wenn ich im Herbst aus meinem Schrebergarten Äpfel geerntet habe und beim Pflücken oder Einlegen in die Kiste nicht aufgepasst habe, gab es Druckstellen. Die fingen irgendwann an, zu faulen – und wenn man die faulen Äpfel nicht schnell genug aus der Kiste nahm, waren irgendwann alle faul.

flüstern“Faules Geschwätz” ist also Gerede, das Wirkung zeigt. Nicht einfach nur Worte, die gesprochen, gehört und wieder vergessen werden, sondern Worte, die beim Hörer ein bestimmtes Bild erzeugen – sei es ein Bild von der Gemeinde, ein Bild einer bestimmten Situation oder – am häufigsten – ein Bild einer anderen Person. “Faules Geschwätz” wird nicht offen vorgetragen, sondern nimmt seinen Weg hinter dem Rücken der Betroffenen. Und es kann verheerende Auswirkungen haben, Vertrauen nachhaltig beschädigen und auch eine Atmosphäre der Offenheit, der Geborgenheit und der gegenseitigen Annahme verhindern. Wer will schon anderen gegenüber offen sein, wenn er sich nicht sicher sein kann, dass das, was er sagt, irgendwann als Waffe gegen ihn verwendet wird?

Was bringt uns dazu, über andere herzuziehen? Wo liegt der Reiz darin, sich hinter dem Rücken von anderen über sie zu echauffieren oder sich über sie lustig zu machen? Bei mir selbst ist es vermutlich der Wunsch, gegenüber dem, der da in der Kritik steht, gut dazustehen. Indem ich – tatsächliche oder nur vermutetet – Fehler anderer breit trete, rücke ich mich selbst in ein besseres Licht. Oder, auch das gibt es: Ich will den anderen schädigen, ihn in der Gemeinschaft ausgrenzen und dafür sorgen, dass das, was er sagt, nicht ernst genommen wird. Das ist “faules Geschwätz”.

An Stelle desselben sollen wir lt. Paulus reden, was “gut ist, was erbaut und was notwendig ist” (eigentlich die genau gegensätzlichen Eigenschaften zu den möglichen Wortbedeutungen von sapros. Aber wie mache ich das? Vielleicht, in dem ich mir jeden Tag bewusst mache, was in meinem eigenen Leben nicht in Ordnung ist – nicht, um mich selbst runterzumachen, sondern um mir die Gnade Gottes groß zu machen – für mich und andere.

Deshalb ist es wichtig, auf “Worthygiene” zu achten. Das wird sicherlich nicht immer gelingen, weil selbst bei den besten Absichten der andere noch was falsch verstehen kann – aber ich kann zumindest von meiner persönlichen Einstellung her darauf achten, dass ich Gutes sage, was erbaut und was notwendig ist.


Warum man sein Englisch in Schuss halten sollte…

Einen hab’ ich noch (doooch, ich habe was zu tun … sehr viel sogar…); der muss noch sein:

… ohne Worte … :-D


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