Schlagwort-Archive: um uns rum passiert

Mein Kind ist anders…

minHeute muss ich mal die Entdeckung weitergeben, dass mein Kind irgendwie anders ist. In diesem Fall geht es um meine Älteste. Dass sie anders ist, ist mir im Kindergarten schon aufgefallen. Hier die Symptome:

- Sie hat zwei Geschwister. Alle drei Kinder sind vom selben Vater.

- Ihr Vater ist mit ihrer Mutter verheiratet

- Und das – für beide – in erster Ehe

- und das schon länger als 7 Jahre

Eine Exotin in der Umgebung hier. Müssen wir uns Gedanken machen??

… nur eine Momentaufnahme …


Blick in die Geschichte mit Dankbarkeit …

merrychristmas11Bei meinen Schwiegereltern habe ich vor kurzem das Buch “Merry Christmas” in die Hände bekommen und gelesen (Das Buch zum gleichnamigen Kinofilm mit Daniel Brühl, Diane Krüger und Benno Fürmann, den ich nicht gesehen habe). Das Buch erzählt von der Zeit des 1. Weltkrieges und beschreibt den sogenannten “Christmas truce” an den Weihnachtstagen des Jahres 1914. An mehreren Abschnitten der Front ruhte in diesen Tagen der Krieg und an einzelnen Orten kam es zu gemeinsamen Weihnachtsbegegnungen und -feiern der Kriegsgegner. Ich las das Buch, ohne mir bewusst zu sein, dass sich in diesem Jahr das Ende des 1. Weltkrieges zum 90sten Mal jährt.

In dem Buch wird drastisch die Hölle des Grabenkrieges im ersten Weltkrieg beschrieben. Wer heute noch die entsprechenden Orte in Ypern, Flandern oder auch in der Nähe der französischen Stadt Verdun besucht, sieht noch die Narben, die der Krieg in die Landschaft geschlagen hat. Und das war nur der Vorgeschmack; der Krieg, der über zwanzig Jahre später folgte, übertraf diesen noch an Grausamkeit.

Wenn ich in die Geschichte meiner eigenen Familie zurückblicke, dann fällt mir auf, dass es vor mir kaum eine Generation gab, die keinen Krieg erlebte. Meine Ururgroßeltern erlebten den Krieg von 1870/71 mit; mein Urgroßvater war Soldat im 1. Weltkrieg, mein Großvater im 2. Weltkrieg, und selbst mein Vater, Jahrgang 1940, konnte sich noch z.B. daran erinnern, dass die Kirchen der Dörfer von allierten Flugzeugen beschossen und zerstört wurden (was vor allem daran lag, dass die deutschen Truppen die Türme als Beobachtungsposten nutzten und damit die Kirchengebäude zum legitimen militärischen Ziel machten…).

Ich gehöre innerhalb meiner Familie zur ersten Generation, die aufgewachsen ist, ohne jemals Krieg erlebt zu haben. Ich zähle den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan mal nicht dazu, obwohl ich weiß, dass auch da Krieg geführt wird. Aber ein Krieg in der verheerenden Wirkung der Kriege, die in vergangenen Jahrhunderten hier geführt wurden, ist mir fremd.

Und dafür bin ich heute einfach mal dankbar. Ich weiß, dass auch in dem Land, in dem ich lebe, nicht alles Gold ist, was glänzt, dass wir vor beachtlichen sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen stehen und dass es viel zu verbessern gibt. Trotzdem – wenn ich in die Geschichte zurückblicke, dann bemerke ich, dass ein Zeitraum von über 60 kriegslosen Jahren in Europa eine Seltenheit war – wenn es ihn denn jemals vorher gegeben hat.

Ungeachtet aller Herausforderungen und Schwierigkeiten, vor denen wir in unserem Land stehen, danke ich Gott für die Tatsache, dass ich in Frieden leben darf. Dass ich (noch) meine Meinung frei äußern darf. Und dass ich auch um meines Glaubens willen nicht verfolgt oder in meiner Freiheit eingeschränkt werde. (Auch das ist in unserem Land ja noch nicht so lange her…). Ich möchte lernen, diesen Zustand als Geschenk aus Gottes Hand zu nehmen; nicht einfach nur als logische historische Entwicklung. Wenn ich das lerne, dann fällt es mir auch wieder leichter, mit Mut und Motivation innerhalb meiner Möglichkeiten dieses Land und unsere Gesellschaft mitzugestalten, die sicher nie perfekt sein wird, aber die ich an dem Platz, an dem ich stehe, durch konsequente Nachfolge Christi schon jetzt ein bisschen besser machen kann…


DVD-Empfehlung: “The Corporation”

Der Dokumentarfilm  „The Corporation“ war ein Weihnachtsgeschenk meines Schwagers Weihnachten 2006. Eine DVD, die immer wieder mal im DVD-Player landet. Sie beleuchtet verschiedene Merkmale von Großkonzernen: Ihre Entstehung, ihre Rechtsgrundlagen, ihre Zielsetzungen, ihr Umgang mit den Angestellten, ihr Verhältnis zur Umwelt, das Werbeverhalten und und und… Nicht gerade „Easy viewing“, es gibt ziemlich viel Info zu verdauen. Und es ist viel drin, was ich vorher noch gar nicht wusste.

So hat z.B. in den USA ein Konzern den Rechtsstatus einer Person. Allerdings einer Person, die kein moralisches Empfinden oder gar Gewissen kennt; sie ist per Gesetz (!) dazu verpflichtet, das Streben nach Profit über alles andere zu stellen. Und das hat Folgen, Folgen für den Konsumenten, für den Angestellten, den Lohnarbeiter, der die Produkte herstellt oder zusammenschraubt, für die Medien, das politische System… Der Film zeigt anhand von Fallbeispielen, wohin das führen kann.

Linke Propaganda? Manches mag vielleicht etwas zugespitzt sein, aber die Produzenten des Films können in ihren Fallbeispielen lückenlose Ketten von Fakten präsentieren. Und die sind – teilweise buchstäblich – nicht appetitlich.

Gut geeignet gerade für Christen aus dem evangelikalen Spektrum, die meiner Erfahrung nach dem Turbo-Kapitalismus oft ignorant bis zustimmend gegenüberstehen. Vielleicht kann uns ein Film wie dieser ja ein bisschen die Augen öffnen und barmherziger machen (im Gebet und in der Praxis) gegenüber den Menschen, die unter exakt dieser Wirtschaftsordnung leiden…

Die DVD ist erhältlich bei amazon.de (nicht ganz billig, um die 25,-€ oder 15,- € für die, die auf die deutschen Untertitel verzichten können) oder bei zweitausendeins.de für 14.90€ (inklusive deutscher Untertitel).


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.