Schlagwort-Archive: Was in der Gemeinde so abgeht

Was mache ich hier eigentlich?

So, die Chagall-Woche ist vorbei (schloss mit einem schönen Gottesdienst vor knapp 400 Besuchern ab und mit Gedanken zum Thema “Passion” bei Marc Chagall) und ich bin platt. Habe mir den gestrigen Tag noch als freien Tag gegönnt und habe mit der Ältesten einen “Papa-Tochter-Tag” gemacht.

Gestern abend war Sitzung des Ältestenkreises und da hat mich der Gemeindealltag wieder. Wir befinden uns als Gemeinde in einem Prozess, in dem wir uns überlegen und auch vor Gott erfragen, was unser Platz als Gemeinde in dieser Stadt ist – und was unser Auftrag. Und wo unsere Potenziale liegen. Was dabei am Ende rauskommen wird, weiß ich selbst noch nicht so genau, aber es ist spannend, diesen Weg mitzugehen.

Ein Gedanke, der mich in der letzten Zeit immer wieder bewegt, ist der nach meinem persönlichen Verhältnis zu meinem Dienst. Ich bin mit vielen Ansprüchen konfrontiert, wie ein Pastor zu sein hat, was er drauf zu haben hat, wieviel Zeit er für die Gemeinde zu verwenden hat und zu welchen Tageszeigen / Wochentagen und so weiter. Um kein falsches Bild zu vermitteln, muss ich auch dazu sagen, dass die meisten Menschen in der Gemeinde uns sehr liebevoll begegnen und Ewartungen als Bitten und im freundlichen Tonfall äußern. Natürlich gibt es auch andere (zeitweise laute) Stimmen; aber das ist wohl in den allermeisten Gemeinden so. Und viele dieser Erwartungen sind ja nicht aus der Luft gegriffen, die Gemeinde hat ja nun mal einen Theologen für die vollzeitliche Aufgabe des Gemeindehirten engagiert, was natürlich bestimmte Aufgabenbereiche beinhaltet.

Was mich persönlich daran bewegt, ist die Frage: Wie soll ich denn als Pastor sein? Evangelistischer? Seelsorgerlicher? Ökumenischer? Organisierter? Aktiver? Die Liste mit Vorschlägen ließe sich noch beliebig verlängern. Mich hat das schon oft zu der Frage geführt, ob ich dem allem gewachsen bin, und ich kenne Zeiten der Verzagtheit, der schlaflosen Nächte und des grüblerischen Selbstmitleids. Und Zeiten, in denen ich den Eindruck hatte, das alles wächst mir über den Kopf.

Auch in den letzten Wochen machte ich mir einen Kopf darüber, wie ich den Ansprüchen einzelner aus der Gemeinde begegnen soll – inwiewieit sie berechtigt sind, wie ich mit unfreundlichem und verurteilendem Tonfall bei Kritik umgehe, wie ich es schaffe, andere im Glauben vorwärts zu bringen und und und… und was ich dafür konkret ändern bzw. tun muss. Gestern abend dann wieder mal so eine schlaflose Stunde, in der Gott einiges zu sagen hatte: Mit dem Hinweis auf Psalm 45 lag ich um 0.00 Uhr hellwach im Bett, stand auf, schlug in der Lutherbibel den Psalm auf und mein Blick fiel spontan auf den 5. Vers. Da steht:

Zieh einher für die Wahrheit, in Sanftmut und Gerechtigkeit, so wird deine rechte Hand Wunder vollbringen.

Ich muss dazu sagen, dass ich wirklich nicht jemand bin, der einfach die Bibel aufschlägt, den Finger auf einen Vers legt und denselben einfach mal so auf sich anwendet. Und ich sass gestern auch eine Weile da und war am Grübeln, ob das nicht nur ein Hirngespinst war, oder ob es Gott ist, der da zu mir spricht. Aber es passte einfach zu gut zu all dem, was mich in der letzen Zeit bewegt. Und es brachte mir eine unbeschreibliche Ruhe (und einen guten Schlaf…).

Richtig ist: Geh den Weg in Wahrheit, ohne auf Menschen herabzublicken und indem du dich um das kümmerst, was sie wirklich brauchen. Das muss vor allen externen Ansprüchen stehen: Sich auf das Wort Gottes zu gründen und von dort seine Identität und seinen Wert zu beziehen – und von daher sortiert sich der Dienst. Eigentlich weiß man so was ja schon als Dienstanfänger, aber es ist immer wieder gut, daran erinnert zu werden…

Ich glaube, es ist für mich dran, am Thema “Menschenfurcht” und deren Minderung in meinem Leben nachzudenken … und darüber, wer ich durch Gottes Gnade bin…


Das Herz eines Dieners

»Ihr wisst: Die Herrscher der Völker, ihre Großen, unterdrücken ihre Leute und lassen sie ihre Macht spüren. Bei euch muss es anders sein! Wer von euch groß sein will, soll euer Diener sein, und wer der Erste sein will, soll allen anderen Sklavendienste leisten. Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für alle Menschen hinzugeben.«

Markus 10,42-45

Uuaah, kein einfacher Text. Finde ich. Jesus sagt diese Worte zu seinen Jüngern, nachdem zwei von ihnen gerade (aus ihrer Sicht erfolglos) versucht hatten, sich im Reich Gottes die Logenplätze zu sichern. Und Jesus macht ihnen klar, dass sie das biblische Prinzip von Größe nicht verstanden hatten: Wer im Reich Gottes groß sein will, der muss zum Diener werden. Der Weg nach oben führt erst mal nach unten. Und wen der Begriff “Sklavendienste” stört: Das steht tatsächlich da – wer der erste sein will, der sei den anderen ein “doulos“, ein Knecht oder Sklave.

Ich beschäftige mich im Augenblick mit Texten dieser Art, weil in unserer Predigtreihe am kommenden Sonntag das Thema “Dienen” auf der Tagesordnung bzw. dem Predigtplan steht. Und vieles von dem, was in diesen Texten steht, piekst mich. Weil es meiner menschlichen Natur zuwiderläuft. Wenn ich diene, dann hoffe ich schon irgendwo auf Anerkennung, bei aller Bescheidenheit. Oder?

In dem Buch “Leben mit Vision” schreibt Rick Warren übers Thema “Dienen” (natürlich nicht ohne den bei diesem Thema obligatorischen Hinweis auf einen Gabentest…). Ein interessantes Kapitel ist überschrieben mit: “Wie echte Diener leben”. Dann zählt er auf:

- Echte Diener stellen sich selbst zur Verfügung. Sie planen nicht Gott in ihr Leben ein, sondern sind bereit, ihr Leben in Gottes Plan einfügen zu lassen. Das heißt ja nicht, dass man ohne vernünftige Planung in den Tag bzw. das Jahr hineinleben sollte, vor allem nicht, wenn man Familie hat – aber das das Ohr für das Reden Gottes, gerade auch für das herausfordernde Reden, offen sein sollte.

- Echte Diener achten aufmerksam auf die Bedürfnisse anderer Menschen. Bedürfnisse, wohlgemerkt, nicht unbedingt Befindlichkeiten! Auf die Bedürfnisse anderer achten heißt, Ausschau nach Gelegenheit zum Dienen halten. Und das Gute tun, wann, wo und wie auch immer, frei nach John Wesley.

- Echte Diener machen das Beste aus dem, was sie haben. Auch, wenn es unvollkommen aussehen mag; ein halbwegs guter Dienst ist immer noch besser als die beste Absicht. Man muss nicht “gut genug” oder “heilig genug” sein, um dienen zu können, Gott kann jeden gebrauchen.

- Echte Diener erledigen jede Aufgabe mit der gleichen Hingabe. Das dürfte von allen Punkten mit am schwersten zu verdauen sein. Es gibt Dienste, die ich gerne ausführe. Predigen z.B. macht mir Spaß (wenn ich Freiraum habe, mich ordentlich vorzubereiten). Oder Gastfreundschaft, auch wenn das eher die Domäne meiner Frau ist. Aber es gibt eben auch Dienste, die mich Überwindung kosten. Vor einigen Jahren, auf dem Missionsschiff “Doulos” hatte ich bisweilen als Feuerwehrmann die Aufgabe, neu eingezogene Metallwände brandsicher zu isolieren – mit Steinwolle. Ekelhaft juckend, vor allem, wenn man schwitzt. Das hat mich fast zum Wahnsinn getrieben. Hilfreich war für mich ein Satz, den mir meine damalige Hauskreisleiterin gerade für solche Situationen mitgegeben hat: “Keine Arbeit ist zu niedrig, zu nervig oder zu schmutzig, als dass sie nicht Gottesdienst sein könnte”. Das hat es schon mal viel leichter gemacht.

- Echte Diener erfüllen ihren Dienst zuverlässig *öööhhh* DAS ist ein Bereich, wo bei mir noch Wachstumspotenzial da ist – weniger bei der Zuverlässigkeit in den einzelnen Diensten, mehr beim Thema “Zeitmanagement und Zeitplanung” insgesamt…

- Echte Diener bewahren Zurückhaltung. Oder sagen wir mal: Sie tun alles zu Gottes Ehre. Das birgt natürlich die Herausforderung, nicht beleidigt zu sein, wenn man bei Lob nicht berücksichtigt wird. Oder auch Arbeiten zu erledigen, die von der Allgemeinheit nicht wahrgenommen werden. Und das mit fröhlicher Einstellung.

Das alles sind Aspekte des Themas “Dienen”, die wir in unserer individualistischen Zeit wieder neu einüben sollten. Denn ich erlebe häufig eher die “Dienstleister-Mentalität”, die sagt: So, jetzt bin ich hier in der Gemeinde, ich bin der Kunde, bitte erfüllt meine Bedürfnisse, macht die Gottesdienste ja nicht zu lang, spielt nur die Musik, die mir gefällt und tretet mir möglichst mit der Predigt nicht auf die Füße.” Und auf das Thema “Dienen” angesprochen kommt nicht selten die Standardantwort: “Keine Zeit”, auch wenn’s gefälliger formuliert wird.

Nicht missverstehen: Ich kenne auch Menschen, die erst einmal Schutz, Trost und Geborgenheit finden müssen. Und das in der Gemeinde auch finden sollen. Es gibt “Streiter Christi”, die nicht an die Front, sondern ins Lazarett gehören. Aber eben auch eine stattliche Anzahl von Menschen, die sich in der Rolle des unbeteiligten Kommentators gefallen.

Ich rede hier ja auch nicht vom Thema “Mitarbeit in der Gemeinde” – sondern davon, mit den Augen Jesu andere wahrzunehmen. Trotzdem: Dienen ist ein natürlicher Bestandteil eines lebendigen Glaubens an Jesus – oder sollte es zumindest sein…

… lasst nicht nach in der Liebe zueinander! Denn die Liebe macht viele Sünden wieder gut. Nehmt einander gastfreundlich auf, ohne zu murren. Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat – jeder und jede mit der eigenen, besonderen Gabe! Dann seid ihr gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes. Wenn jemand die Gabe der Rede hat, soll Gott durch ihn zu Wort kommen. Wenn jemand die Gabe der helfenden Tat hat, soll er aus der Kraft handeln, die Gott ihm verleiht. Alles, was ihr tut, soll durch Jesus Christus zur Ehre Gottes geschehen. Ihm gehört die Herrlichkeit und die Macht für alle Ewigkeit! Amen.

1. Petrus 4,8-11


aneinander teilhaben

Hier ein paar Gedanken zum zweiten Thema unserer Gemeinde-Predigtreihe. Da ging’s letzten Sonntag morgen ums Thema “Gemeinschaft”. Im NT wird dafür der Begriff “koinonia” verwendet, interessanter finde ich das dazugehörige Verb “koinoneo”. Lt. Wörterbuch heißt das so viel wie: “Anteil haben”.

Das ist natürlich eine wesentlich aktivere Bedeutung des Begriffes “Gemeinschaft”, als wenn man darunter lediglich die Ansammlung von ein paar Menschen versteht. Wer “koinonia” praktiziert, hat Anteil.

Zum einen als Gemeinschaft (oder Gemeinde) Anteil an Jesus. Am Sterben und der Auferstehung und an dem neuen Leben, das er den Menschen schenken will.

Und – zum anderen – Anteil aneinander. Sollte zumindest so sein. Klar, da ist die positive Seite des aneinander-Anteil-habens: Gemeinsames Gebet, Ermutigung, Trost, praktische Hilfe (z.B. beim Umzug, Kinderbetreuung u.ä. … alles schon selbst erlebt hier…), gemeinsame Gottesdienste. Aber – und das gehört zum Anteilnehmen auch dazu – auch der Dienst gegenseitiger Ermahnung. Nicht, um sich gegenseitig Anschisse zu verpassen, sondern, um dafür zu sorgen, dass man gemeinsam auf dem richtigen Weg bleibt. Das zumindest legt Galater 6,1 und 2 nahe:

“Wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.”

Sich gegenseitig die Lasten zu tragen, aufeinander zu achten, da gibt es in unserer Gemeinde – und bei mir selbst – Lernbedarf, gar keine Frage. Aber: Auch der lange Weg beginnt mit dem ersten Schritt …

Stichwort Gemeinschaft: Habe im Zuge der Vorbereitungen aufs Thema einen Text aus dem Buch “Gemeinsames Leben” von Dietrich Bonhoeffer gelesen, den ich sehr gut fand (zitiert bei “Leben mit Vision” von Rick Warren):

Wer seinen Traum von einer christlichen Gemeinschaft mehr liebt als die christliche Gemeinschaft selbst, der wird zum Zestörer jeder christlichen Gemeinschaft. [...] Danken wir nicht täglich für die christliche Gemeinschaft, in die wir gestellt sind, auch dort, wo keine große Erfahrung, kein spürbarer Reichtum, sondern viel Schwäche, Kleinglauben, Schwierigkeit ist; beklagen wir uns bei Gott vielmehr immer nur darüber, dass alles noch so armselig, so gering ist, so gar nicht dem entspricht, was wir erwartet haben, so hindern wir Gott daran, die Gemeinschaft wachsen zu lassen nach dem Maß und Reichtum, der in Jesus Christus für uns alle bereit liegt.

Wenn ich Bonhoeffer richtig verstehe, dann heißt das ja nicht, dass man Defizite in der Gemeinde nicht benennen sollte oder darüber sprechen sollte. Es geht vielmehr um meine eigene geistliche Haltung einer Gemeinschaft aus unvollkommenen, begnadigten Sündern gegenüber. Ich muss ja nicht für die Defizite danken – ich soll es aber wohl tun für die Menschen, die Gott mir zur Seite gestellt hat. Auch und gerade für die, die mir auf den Senkel gehen.

Dass es auch passieren kann, dass man sich von einer Gemeinschaft trennt, weil es einfach nicht mehr stimmt und passt, das kann vorkommen. Gar keine Frage. Und das kann verschiedenste Gründe haben. Und es gibt mehr als einen Moment, an dem wir an der Gemeinde leiden – innerlich und auch manchmal äußerlich. Und trotzdem: Die Entscheidung, ob ich klage und mich schmollend in die Ecke zurückziehe (was durchaus auch mal dran sein kann), oder ob ich anfange, Gott für die Gemeinschaft zu danken, wenn auch durch zusammengebissene Zähne – das macht oft den Unterschied, der Veränderung bewirken kann – bei mir und bei den anderen.


Jesus die Füße küssen

Ein seltsames Bild: Jemand, der sich vor einem anderen niederwirft und ihm die Füße oder den Saum des Mantels (wird ja heute nicht mehr so häufig getragen) küsst. Hat was Unterwürfiges, Kriechendes, in unserer Kultur vermutlich auch was Erniedrigendes an sich.

Das griechische Wort proskyneo, in den deutschsprachigen Bibeln gemeinhin mit “anbeten” übersetzt, hat aber genau das Bild als Begriffshintergrund (kommt von der Wortwurzel -kyneo, was so viel wie “küssen” bedeutet…). Die meisten Wörterbücher übersetzen mit: “jemanden fußfällig verehren” oder “sich vor jemandem niederwerfen”. Wer so was macht, der lässt allen Stolz und alle Illusionen über sich selbst fahren. Der stellt keine Ansprüche an den, dem er gegenübertritt – er erkennt die Größe des anderen an. Das ist das biblische Bild von Anbetung.

Eines von mehreren Themen, die uns in der nächsten Zeit beschäftigen werden. In der Predigt vom letzten Sonntag war der Text aus Joh. 4, 24:

Die Stunde kommt, ja sie ist schon gekommen, da wird der Heilige Geist, der Gottes Wahrheit enthüllt, Menschen befähigen, den Vater an jedem Ort anzubeten. Gott ist ganz anders als diese Welt, er ist machtvoller Geist, und alle, die ihn anbeten wollen, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Von solchen Menschen will der Vater angebetet werden.«

Im Geist und in der Wahrheit. Also nicht gebunden an einen Ort oder eine bestimmte Zeit (das Gespräch, das den Worten aus diesem Vers voranging, drehte sich um den korrekten Ort der Anbetung), und vor allem echt und ehrlich. So, wie wir wirklich sind, wahrhaftig und aufrichtig.

Was heißt das für uns? Dass unsere “Anbetungszeit” 7 Tage die Woche dauert, á 24 Stunden. Es gibt kein Zeitlimit dafür. Und keinen besonderen Ort, denn die Bedeutung von Anbetung bewegt sich gerade hier weg vom Verständnis einer zeremoniellen Handlung an einem bestimmten Ort, hin zu einer Grundhaltung, die das ganze Leben erfassen soll. Und je  mehr Jesus in meinem Herzen und meinem Leben Raum gewinnt, desto natürlicher wird Anbetung – weil sie dann ein Teil des Lebens wird. Und desto mehr verändert sich mein Leben – weil ich in der Anbetung lerne, die Welt mit den Augen von Jesus zu sehen.

Anbetung überall, zu jeder Zeit und genau so, wie wir wirklich sind! Da ist ein erfülltes Leben mit Jesus das Wichtigste, nicht die Teilnahme an der “richtigen” Zeremonie oder bestimmte konfessionelle Zugehörigkeit.

Ich wünsche mir mehr davon! Mehr Christuszentriertheit und -erfülltheit. Für mich selbst und unsere Gemeinden!


Geliebte nervtötende Gemeinde

In einigen Blogs, die ich so hin und wieder besuche, wurde vor einigen Wochen das Thema “Gemeinde” durchdacht und -diskutiert. Vor allem das persönliche Verhältnis zu Gemeinde. Da gibt es auf den Blogs von Litha und Talitakum einiges zu lesen. Da geht es u.a. um das persönliche, eher distanzierte Verhältnis zur Mitgliedschaft in einer organisierten, formalen, sichtbaren Form einzelner Ortsgemeinden. Verbunden mit einigen eher weniger schönen Erlebnissen, die man persönlich mit Gemeinde gemacht hat.

Ich kann das soooo gut nachvollziehen. Ich habe mich (auf den Tag genau) vor 22 Jahren entschieden, Jesus nachzufolgen und war seither immer verbindlich in einer Gemeinschaft oder Gemeinde. Und was ich da an Dingen erlebt habe, die mich heute noch traurig oder wütend machen (und die ich z.T. heute noch erlebe…), geht auf keine Kuhhaut: All die Intrigen, das Hinter-dem-Rücken-Gerede, die Überheblichkeit und Ignoranz gegenüber Christen, die es anders sehen, das verbissene Festhalten an toten Traditionen; das erbarmungslose Leistungsdenken, das schon einige an den Rand des Zusammenbruchs getrieben hat, bis hin zum Psychoterror gegenüber einem Gemeindepastor (und seiner Familie), den man “absägen” wollte … und das sind nur einige Beispiele aus einer langen, traurigen Liste.

Warum bin ich heute noch dabei? Und das sogar als Pastor, also so richtig in der “Schusslinie”? Weil ich Gemeinde auch ganz anders erlebt habe. Nämlich als die Gemeinschaft, die schnell, effektiv, unbürokratisch, mitfühlend und solidarisch handelte, wenn bei meiner Frau und mir “Not am Mann” waren. Sei es bei der Organisation unserer Hochzeit, die so glatt ablief, dass selbst Hotelfachleute aus der Verwandtschaft meiner Frau nur staunen konnten, sei es, als wir nach dem Verlust unseres ersten Kindes durch eine harte und dunkle Zeit gegangen sind. Immer war die Gemeinde da, und wir fühlten uns getragen und geborgen und möchten diese Erfahrung nicht missen. Und nicht zuletzt, weil ich bzw. wir in der Gemeinde tiefe, echte und liebevolle Beziehungen gefunden haben, die aufbauen und vorwärts bringen. Und weil ich sagen kann, dass ich mehr als einmal in der Gemeinde Gott begegnet bin – auch wenn ich es erst im Nachhinein merkte…

Ich habe in diesen Jahren einige Erfahrungen mit Gemeinde gemacht, einige Erkenntnisse gewonnen, die ich so zusammenfassen möchte (und ich weiß, dass es nur meine Erfahrungen sind…):

1) Die Gemeinde Christi (und ich meine damit die Ortsgemeinde…) ist nicht perfekt. Sie kann es nicht sein, da sie aus Sündern besteht, unvollkommenen Menschen, die auf die Gnade Gottes angewiesen sind, die gemeinsam leben, glauben, kämpfen, scheitern, hinfallen und immer wieder an der Hand Gottes aufstehen. Und wenn ich ehrlich bin, wird sie durch meine Anwesenheit nicht vollkommener – im Gegenteil, gerade im Umgang mit den anderen offenbaren sich meine Fehler und Unzulänglichkeiten…

2) Gemeinde hat sich nicht nach meinen Vorstellungen zu richten. Mir fällt auf, dass das ein Gedankenfehler ist, den viele in unserer Zeit machen: Gemeinde als eine Art geistliche Wellness-Veranstaltung zu betrachten. Häufigster Satz: “Die Gemeinde ist dazu da, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und sich darum zu kümmern”. Nein, ist sie nicht. Die Gemeinde ist zuallererst da, um Gott zu ehren. Das beinhaltet natürlich das Sich-umeinander-kümmern, aber eben auch das Korrigieren, Zurechtweisen und Ermahnen (das, wie Paulus sagt, in Liebe geschehen soll). Gemeinde muss eben auch ein Ort sein, wo Gottes Wort die Möglichkeit hat, mich zu treffen und herauszufordern. Mich haben in meinem Glauben auf jeden Fall diejenigen nach vorne gebracht, die es trotz aller Freundschaft (oder gerade deswegen) gewagt haben, mich zu ermahnen und zu korrigieren. Ein Kompass, dessen Nadel immer nur in meine Wunschrichtung zeigt, ist ein schlechter Wegweiser.

3) Gott wirkt – auch wenn mir die äußeren Umstände nicht immer gefallen. Lehnt sich eng an Punkt 2) an. Auch wenn mir die Musik, der Stil der Predigt, die Farbe der Sitzbezüge oder was auch immer nicht gefallen, kann ich Gottes Wirken erleben, wenn ich die Ohren und Augen aufmache. Es kommt dann häufig nur darauf an, worauf ich meinen Blick richte. Ob ich mich von meiner eigenen Sichtweise auf die Defizite und Unvollkommenheiten der Gemeinde gefangen nehmen lasse oder bewusst sage: “Auch wenn mir hier nicht alles gefällt, will ich trotzdem auf Gott hören”.

Das soll keine Durchhalteparole sein. Ich bin kein Verfechter des “Standhaft bleiben bis zuletzt”. Natürlich kann es vorkommen, dass sich der persönliche Weg von dem der Gemeinde trennen muss, sei es aus theologischen Gründen, sei es aus persönlichen. Ganz klar. Nur habe ich den Eindruck, wir haben mittlerweile eine Art frommen “Markt”, in dem die Frustrationstoleranz in einer Gemeinde recht niedrig liegt. Und wenn’s nicht gefällt, dann gehe ich eben… Mag menschlich verständlich sein – hilfreich zum Wachstum im Glauben ist es vermutlich nicht.

4) Gemeinde lehrt mich einen realistischen Blick auf mich selbst. Schon allein deshalb, weil ich mich in vielem wiederfinde, was mich an anderen stört. Wenn ich das dann bemerke und mit Jesus in Angriff nehme, dann ist für mein persönliches Glaubensleben viel gewonnen…

Tja, wie schon jemand sagte: die Gemeinde Christi und die Ortsgemeinde insbesondere kann ein echter Sauhaufen sein. Aber: Sie ist immer noch Gottes Sauhaufen. Und das ist das Entscheidende!


Paulus sucht den Superchristen

Ich fertige für jedes Quartal im Voraus einen Predigtplan an, auf dem die Predigtthemen, -texte und die dazugehörige Schriftlesung verzeichnet sind. Macht den Mitwirkenden im Gottesdienst das Leben wesentlich leichter. Wenn ich diesen Plan schreibe, dann beschäftige ich mich – natürlich – eine ganze Zeit mit den entsprechenden Predigttexten.

Die Gemeinde ist gerade dabei, in einen Gedankenprozess zum Thema “Ziel” und “Vision” der Gemeinde einzusteigen. In dem Zusammenhang forschte ich durch Predigttexte zum Thema “Leben als Gemeinde” und mir sprang der vielseits bekannte Text aus Römer 12, 9-21 ins Auge:

Die Liebe darf nicht geheuchelt sein. Verabscheut das Böse, tut mit ganzer Kraft das Gute!  Liebt einander von Herzen als Brüder und Schwestern, und ehrt euch gegenseitig in zuvorkommender Weise. Werdet im Eifer nicht nachlässig, sondern lasst euch vom Geist Gottes entflammen. Dient in allem Christus, dem Herrn. Seid fröhlich als Menschen der Hoffnung, bleibt standhaft in aller Bedrängnis, lasst nicht nach im Gebet. Sorgt für alle in der Gemeinde, die Not leiden, und wetteifert in der Gastfreundschaft. Wünscht denen, die euch verfolgen, Gutes. Segnet sie, anstatt sie zu verfluchen. Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Traurigen. Seid alle miteinander auf Einigkeit bedacht. Strebt nicht hoch hinaus, sondern haltet Gemeinschaft mit den Verachteten. Verlasst euch nicht auf eure eigene Klugheit. Wenn euch jemand Unrecht tut, dann zahlt es niemals mit gleicher Münze heim. Seid darauf bedacht, vor den Augen aller Menschen bestehen zu können. So weit es möglich ist und auf euch ankommt, lebt mit allen in Frieden. Nehmt keine Rache, holt euch nicht selbst euer Recht, meine Lieben, sondern überlasst das Gericht Gott. Er sagt ja in den Heiligen Schriften: »Ich bin der Rächer, ich habe mir das Gericht vorbehalten, ich selbst werde vergelten.« Handelt vielmehr nach dem Wort: »Wenn dein Feind hungrig ist, dann gib ihm zu essen, und wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken. Dann wird es ihm bald Leid tun, dein Feind zu sein.« Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern überwinde es durch das Gute!

Eigentlich ein wunderschöner Text. Aber auch manchmal frustig. Warum? Weil das an manchen Stellen und zu manchen Zeiten wie ein Gegenentwurf zu meinem Leben klingt. “Die Liebe darf nicht geheuchelt sein”. Tja, wie kann ich jedermann und zu jeder Zeit echte Liebe erweisen? Und vor allem auch denen gegenüber, denen ich gerne mal so richtig Bescheid sagen würde? Alles, was ich bis jetzt hinkriege, ist zum bösen Spiel ein schnurgerades Gesicht zu behalten. “Lasst euch vom Geist Gottes entflammen” (eigentl. wörtl. “kochen”, aber das wäre wohl zu missverständlich… es geht um das Durchdrungen-Sein mit dem Geist Gottes…). Würde ich ja gerne, aber ich stehe mir selbst manchmal im Weg. Außerdem entdecke ich immer wieder Bereiche meines Lebens, die ich der Erfüllung durch den Geist Gottes vorenthalte.

Das geht dann weiter mit Sätzen wie: “Wenn euch jemand Unrecht tut, dann zahlt es nicht mit gleicher Münze heim”. Das fällt mir echt schwer, ich kann schon eine Menge einstecken, aber irgendwann kommt selbst bei mir mal der Punkt, an dem mir der Kragen platzt.

Ich weiß ja, dass Paulus recht hat. Ich weiß auch, dass gerade in den Zeiten der ersten Christen abertausende zum Glauben gekommen sind, weil die Gemeinde genau das konsequent gelebt hat. Aber ich stehe vor solchen Texten immer wieder mit meiner eigenen Unvollkommenheit. Und kann Gott nur meine leeren Hände hinhalten und ihn bitten, mich zu ändern. Aber der Weg zur Veränderung zieht sich ganz schön hin, muss ich sagen…


Die Kunst des Ermahnens

Wenn ich mich in meiner beruflichen Eigenschaft mit Menschen aus verschiedenen Gemeinden unterhalte, dann steht das Thema “Gemeinschaft” ganz im Vordergrund. Immer wieder wird Gemeinschaft eingefordert oder darauf hingewiesen, wenn sie nicht oder (dem Empfinden des Gesprächspartners nach) nur unzureichend in der Gemeinde vorhanden ist. Konkret wird dann der Wunsch geäußert, Beziehungen zu erleben, respektiert zu werden, die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse durch die anderen in der Gemeinde; Trost, Hilfe und Beistand in Zeiten der Herausforderung. Alles schön und gut. Und sogar richtig. Aber eben nicht so ganz vollständig.

In der Bibel sehen wir gleich an mehreren Stellen, dass zu funktionierender Gemeinschaft im Sinne des Neuen Testaments eben auch Dinge wie Lehre und Ermahnung gehören. Kolosser 3,16, zum Beispiel:

“Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen…”

Gerade beim Thema “Ermahnung” stelle ich immer wieder fest, dass spätestens an diesem Punkt das Verlangen nach Gemeinschaft schlagartig aufhört. Und dass eine Grenze gezogen wird, die sagt: “Komm mir ja nicht zu nah! Wie ich meinen Glauben lebe, das ist meine Sache!” Das passt sicherlich ins gesellschaftliche Bild unserer Zeit; mit biblischer Gemeinschaft hat es wenig zu tun. Genausowenig wie die Einstellung: “Gut ist, was mir gut tut, wobei ich mich wohl fühle”. Sehr verbreitet, diese Einstellung – und einer der größten Hemmschuhe zum geistlichen Wachstum.

Vor allem liegt dieser Einstellung ein falsches Verständnis von Ermahnung zugrunde. Ein besseres Wort für “Ermahung”, nouthesia im Griechischen, ist der Begriff “Zurechtweisung”. Was in unserem Sprachgebrauch eigentlich so viel wie “Anschiss” bedeutet, ist in Wirklichkeit einer der wichtigsten seelsorgerlichen Dienste: Einem Menschen wiederspiegeln, dass er auf dem Holzweg ist und ihm helfen, den richtigen Weg wieder zu finden. Und das ist, richtig angewandt, ein Dienst der gegenseitigen Liebe und Fürsorge. Wenn mich ein Autofahrer nach dem richtigen Weg fragt, wäre es im Endeffekt ja auch nicht in Ordnung, ihm den falschen zu weisen, nur, weil der einfacher zu fahren ist.

Lehre und Ermahnung – in der richtigen Grundhaltung, nämlich Liebe zum Nächsten, ausgeübt – bringen mich dazu, mich selbst zu prüfen und zu hinterfragen. Dinge in meinem Leben auszumisten, die meiner Beziehung zu Gott im Weg stehen und mich am Wachsen hindern. Und sie berauben mich der Illusionen über mich selbst – immer ein heilsamer Prozess! Und von da an kann Gott in meinem Leben ungestört und ungehindert wirken…

Es sei noch hinzugefügt, dass gerade Ermahnung und Zurechtweisung ein sehr verantwortungsvoller geistlicher Dienst ist. Zu oft wird in unseren Gemeinden nur geschimpft, beleidigt, angegeriffen und sich über andere erhoben. Nicht zu Unrecht sagt Paulus: “Brüder und Schwestern, auch wenn jemand unter euch in Sünde fällt, müsst ihr zeigen, dass der Geist Gottes euch leitet. Bringt einen solchen Menschen mit Nachsicht wieder auf den rechten Weg. Passt aber auf, dass ihr dabei nicht selbst zu Fall kommt!” (Galater 6,1). Dazu gibt es ein gutes Mittel: Wer sich selbst seiner Unvollkommenheit und Fehlerhaftigkeit vor Gott bewusst ist, der kann mit Liebe auf den anderen zugehen, um mahnende Worte zu sprechen. Die zielen dann in der Tat darauf, die Gemeinschaft mit Gott wieder herzustellen und wachsen zu lassen, anstatt sich selbst über den anderen zu überheben.


Ein Lebenszeichen

So, heute morgen erhebt sich mein Kopf mal wieder aus dem Papierberg auf meinem Schreibtisch und begibt sich nach längerer Pause ans Bloggen. Die letzten Wochen waren sehr busy, in der Gemeinde laufen die Vorbereitungen für den 10. Geburtstag auf vollen Touren, mit vielen Telefonaten, einigen Stunden am Computer, um Einladungen u. Plakate zu entwerfen etc… (Ich weiß, das muss nicht unbedingt der Pastor machen, aber der hier hat das nun mal als ersten Beruf gelernt…).

Was mich bzw. uns als Ehepaar natürlich auch auf Trab hält, sind unsere 3 Goldstücke. Der Kleine, der sich prächtig entwickelt (die ersten Kleider mussten wir schon wieder in die Kiste packen…), die Mittlere, die zusehends ihre Umwelt erkundet und auch schon mal anfängt, zu testen, wie weit sie gehen kann, und die Älteste, die in ihrer Rolle als “große Schwester” voll aufgeht. Da kommt keine Langeweile mehr auf.

In 3 Wochen geht’s zur Herbstkonferenz der FeG-Pastoren nach Langeoog. Das ist mal ne Woche zum Durchatmen – Freue mich schon drauf!


Schnorchelnder Alter Adam

Das Statement, dass in der Taufe unser “Alter Adam” ersäuft werde, wird gemeinhin Martin Luther zugeordnet. Ob es stimmt, weiß ich nicht, habe in der Hinsicht noch nicht kirchenhistorisch geforscht. Was mit dem “Alten Adam” allerdings gemeint ist, ist klar: Der alte Mensch, der, der von Gott nichts wissen will und nach eigenem Gutdünken und “Dafürhalten”, wie Luther sagen würde, lebt.

Meistens wird dann weiter zitiert, dass viele Menschen, die Jesus nachfolgen, irgendwann einmal feststellen, dass der “Alte Adam” schwimmen kann. Sprich: Das viele Eigenschaften, die wir, wenn wir Jesus nachfolgen, eigentlich überwinden sollen und wollen, auf die eine oder andere Art und Weise wieder Einzug ins Leben halten. Egozentriertheit zum Beispiel, und die kann ein unglaublich frommes Gewand tragen.

Das musste ich in den letzten Wochen denken, als ich vermehrt Gespräche mit Christen geführt habe, die mit ihren Gemeinden unzufrieden sind. Gut, das kann passieren; der Glaube an Jesus kann ja durchaus unterschiedlich gelebt werden, und nicht jeder Christ passt in jede christliche Gemeinde. Was mich schockiert hat, waren die Begründungen: Da ging es nicht um inhaltliche Fragen der Lehre oder des Gemeindeaufbaus, es ging – mal zusammen gefasst – um die Frage: “Was bringt mir die Gemeinde?” Meistens verbunden mit konkreten Vorstellungen, wie dieselbe aussehen sollte (angelehnt an verschiedene Gemeindemodelle aus den USA) und gleichzeitig mit der Weigerung, sich selbst in die Gemeinde einzubringen.

Das ließ mich schon ein paar mal zweifeln, ob ich das richtige Fach studiert habe. Vielleicht wäre Entertainment anstelle von Theologie sinnvoller gewesen. Oder Kindergartenpädagogik…

Die Frage “Was bringt mir die Gemeinde?” mag ja vordergründig legitim erscheinen – und auch durchaus legitime Seiten haben. Sie offenbart aber insgesamt eine theologische Schieflage: Denn das Zentrum des Glaubens- und Gottesbildes dessen, der da fragt, ist eben nicht Gott, sondern er/sie selbst. Ich kann mir sonst nicht erklären, warum in solchen Gesprächen das Wörtchen “Ich” die am häufigsten verwendete Vokabel ist.

Um nicht missverstanden zu werden: Es geht mir nicht um eine Gemeinde, die in blindem Kadavergehorsam alles macht, was der Pastor/die Leitung sagt. Es geht mir vielmehr um eine Gemeinschaft von Christen, die gemeinsam auf Jesus sieht und trotz aller Unterschiede und Macken es schafft, gemeinsam zu leben, Gottesdienst zu feiern, einander zu tragen, zu vergeben und gemeinsam im Glauben zu wachsen. Das ist auch die Idealvorstellung vieler Gesprächspartner … aber nur dann, wenn’s die anderen machen.

Wer nichts investiert, wird auch nichts gewinnen. Wer zuhause sitzt und auf die Segnungen wartet, der wird lange warten. Und wie mein ehemaliger Seelsorgedozent weiland sagte: Wer will, dass aus der Glut wieder ein Feuer wird, der muss sich in den Wind stellen …


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